Partizipation

Neue Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung

Der Bundesjugendring und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend haben gemeinsam Qualitätsstandards für Kinder- und Jugendbeteiligung entwickelt. Zahlreiche Expert:innen aus der Kinder- und Jugendhilfe und Jugendarbeit wurden beteiligt und brachten ihre Erfahrung ein.

25.11.2022

„Wenn man Beteiligung machen will, muss man sich um die Qualität von Beteiligung kümmern“, sagte Bundesjugendministerin Lisa Paus. Die Standards könnten Impuls für konkrete Beteiligung auf allen föderalen Ebenen sein und den weiteren Diskurs anstoßen. Damit sorgen sie insgesamt dafür, dass Kinder- und Jugendbeteiligung Wirkung entfalten kann.

„Jugendverbände sind Jugendbeteiligung“

Bereits 2009 waren durch den Bundesjugendring und das BMFSFJ gemeinsam Qualitätsstandards für wirksame Beteiligung veröffentlicht worden. Sie wurden seit Herbst 2020 durch mehr als 50 Expert:innen aus Wissenschaft, Politik und zivilgesellschaftlichen Organisationen nun überprüft und weiterentwickelt. Entstanden ist ein Standardwerk, das für unterschiedliche Handlungsfelder der Kinder- und Jugendhilfe sowie der Jugendarbeit beschreibt, wie Kinder und Jugendliche mitbestimmen können.

„Jugendverbände sind Jugendbeteiligung, sie sind Werkstätten der Demokratie. Hier können Kinder und Jugendliche selbst bestimmen, Verantwortung übernehmen und erfahren, was wirksame Beteiligung ausmacht“, sagt Daniela Broda, Vorsitzende des Bundesjugendrings. Der Bundesjugendring kann auf historische und aktuelle Erkenntnisse bauen und war deswegen bereit, mit dem BMFSFJ das Projekt im Rahmen der Jugendstrategie der Bundesregierung umzusetzen.

Impulse zur Weiterentwicklung in Theorie und Praxis

„Mit der Broschüre als Ergebnis wollen wir Impulse zur Weiterentwicklung in Theorie und Praxis geben. Wir verstehen das als Einladung zum Mitmachen und Ausprobieren. Wir setzen darauf, dass in Kommunen, in den Bundesländern, im Bund und in Europa wirksame Beteiligungsprozesse entstehen“, sagt Wendelin Haag, Vorsitzender des Bundesjugendrings. Dazu müssten aus Sicht des Bundesjugendrings bestehende Strukturen und Netzwerke der Jugendarbeit und Jugendbeteiligung gestärkt und genutzt werden. Gerade wenn sich Ministerien auf der Suche nach neuen Beteiligungsformaten machen.

Neben der Beschreibung eines Verständnisses von Beteiligung und Methoden zur Beteiligung werden die Standards beschrieben, zu den wesentlichen zählen: Beteiligung braucht förderliche institutionelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen, Beteiligung schließt alle jungen Menschen ein, Beteiligung braucht Qualifikation, Beteiligung ist transparent und Beteiligung wird überprüft. Zu den aufgeführten Handlungsfeldern zählen unter anderem Familienbildung, -beratung und -arbeit, Kindertagesbetreuung, Schule und Ganztag, offene Kinder- und Jugendarbeit, Kinder- und Jugendverbände, Kinder- und Jugendarbeit im Sport, kulturelle Kinder- und Jugendbildung, außerschulische politische Jugendbildung, internationale Jugendarbeit, Jugendsozialarbeit sowie Einrichtungen und Dienste der Hilfen zur Erziehung. Ein Kapitel ist der digitalen Beteiligung gewidmet.

Die Qualitätsstandards sind online einsehbar.

Über die Seite kann sowohl ein barrierefreies PDF geladen sowie die gedruckte Broschüre bestellt werden.

Quelle: Deutscher Bundesjugendring vom 14.11.2022

Redaktion: Laura Burger

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