Praxisprojekt

Queere Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe

Was bedeutet es, queer zu sein und in einer Einrichtung der KJH aufzuwachsen? Wie können Fachkräfte dabei unterstützt werden, queeren jungen Menschen gute Rahmenbedingungen für das Aufwachsen in der KJH zu ermöglichen? Diese und weitere Fragen stehen im Zentrum des Praxisprojektes „Queere Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe“, das von 2025 bis 2026 am Sozialpädagogischen Institut von SOS-Kinderdorf e.V. durchgeführt wird.

12.11.2025

Geschlechtliche und sexuelle Vielfalt ist in Deutschland in den letzten Jahren immer sichtbarer geworden. Trotzdem besteht gesellschaftlich weiterhin ein Verständnis, das Cis-Geschlechtlichkeit und Heterosexualität als Norm verortet. Queere Menschen erleben immer wieder Gewalt und Diskriminierung.

Die Perspektive queerer Jugendlicher in der Kinder- und Jugendhilfe

Jugendliche sind hier besonders vulnerabel, da sie, wie alle jungen Menschen in diesem Alter, Selbstfindungsprozesse bezüglich ihrer Identität, ihrer geschlechtlichen Rollenvorstellungen und sexuellen Vorlieben durchlaufen. Queer-Feindlichkeit – also das Ablehnen, Abwerten und Anfeinden von Menschen außerhalb einer cis-geschlechtlichen, heterosexuellen Norm – kann diese Selbstfindungsprozesse erschweren und queere Jugendliche vor Herausforderungen stellen, mit denen cis-hetero Jugendliche nicht konfrontiert sind.

Queere Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe erleben diese Entwicklungsphase in institutionellen Settings. Auch hier werden die Lebensrealitäten von queeren Kindern und Jugendlichen noch nicht immer ausreichend mitgedacht. Ihre Perspektive ist daher wichtig, um ihre Bedürfnisse und Bedarfe in der Kinder- und Jugendhilfe in den Blick zu nehmen und ihnen ein möglichst sicheres und stärkendes Aufwachsen zu ermöglichen.

Queere Jugendliche: Das Praxisprojekt 

Das Praxis- und Entwicklungsprojekt „Queere Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe“ zielt darauf ab, die Lebenswirklichkeiten und Bedarfe von LSBTIQ+-Jugendlichen in Einrichtungen von SOS-Kinderdorf zu sondieren. 

In Kooperation mit queeren Jugendlichen sowie mit Fachkräften werden gezielte Unterstützungsansätze partizipativ entwickelt. So soll ein gemeinsam erarbeitetes Weiterbildungsformat für Fachkräfte entstehen, mit dem Ziel, dieses anschließend weiteren Einrichtungen von SOS-Kinderdorf und anderen Kinder- und Jugendhilfeträgern zur Verfügung zu stellen. Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, eine diskriminierungsfreie Unterstützung sowie ein förderliches Umfeld für queere Jugendliche in der Jugendhilfe zu schaffen.

Ziele des Projekts

Im Fokus dieses partizipativen Praxisprojekts stehen folgende Ziele und Ergebnisse: 

  • Einblicke in Lebensrealitäten und Bedürfnisse von LSBTIQ+-Jugendlichen in der Kinder- und Jugendhilfe
  • Praxisnahe Unterstützung für Fachkräfte durch ein Weiterbildungs-Konzept
  • Verbesserung der Betreuungssituation durch Fachkräftesensibilisierung
  • Förderung der Identitätsentwicklung von Jugendlichen und die Stärkung ihres Selbstwertgefühls
  • Queere Jugendliche in ihrer Handlungsmacht stärken und beteiligen
  • Transfer der Erkenntnisse in die SOS-interne wie externe Fachöffentlichkeit

Projektvorstellung für Fachkräte und Interessierte:
Queere Jugendliche in der Kinder- und Jugendhilfe