Kita
Neue Unterstützungsangebote des Landes und neue Ausbildung zur Sozialpädagogischen Assistenz
Bildungsminister Sven Teuber betont die Bedeutung verlässlicher Kita-Angebote für Kinder, Eltern und Fachkräfte. Er hebt hervor, dass eine zielorientierte Haltung der Verantwortlichen essenziell ist. Die Praxis zeigt, wie Kommunen und Träger durch Personalmanagement, Vertretungspools und multiprofessionelle Teams die Verlässlichkeit in Kitas stärken.
16.01.2026
„Kinder, Eltern und Fachkräfte brauchen verlässliche, planbare Kita-Angebote. Je höher die Verlässlichkeit, desto besser werden Kinder gefördert, desto besser sind die Bildungs- und Entwicklungschancen, die wir ihnen bieten können, und desto attraktiver ist der Berufsalltag für die Fachkräfte. Gleichwohl steht diese Verlässlichkeit immer wieder unter Druck. Mit meiner Tour machen wir Verlässlichkeit zum Thema in der Bildungsfamilie“,
so Bildungsminister Sven Teuber. „Immer wieder hat sich dabei gezeigt, dass eines von zentraler Bedeutung ist: Die Haltung der Verantwortlichen. Sie ist geprägt von einer starken Ziel- und Lösungsorientierung, sie öffnet Türen, sie motiviert Teams und schafft ein gutes Miteinander aller Beteiligten“, so der Minister.
Im Vordergrund stand das Personalmanagement der Träger. Die Verbandsgemeinden Aar-Einrich, Weißenthurm, die Ortsgemeinde Waldsee, das Kita-Bündnis Nordpfälzer Glückskinder und die Stadt Ingelheim zeigten dabei ihre Konzepte. Beispielsweise gibt es Kita-Bündnisse oder Trägerschaften auf Verbandsgemeindeebene, um einzelne Einrichtungen und Ortsgemeinden in der Organisation, Verwaltung und Pädagogik zu entlasten und sich als Träger zu professionalisieren. Vielfach werden Vertretungspools mit pädagogischem Personal und auch Hauswirtschaftskräften vorgehalten, die als Springerkräfte ermöglichen, kurzfristigen Vertretungsbedarf aufzufangen. Anfängliche Vertretungskräfte qualifizieren sich weiter und werden so langfristig zu Fachkräften, multiprofessionelle Teams ermöglichen ein vielfältiges frühkindliches Bildungsangebot und zugleich ausreichend Personal für ein verlässliches Angebot. „Das Kita-Gesetz und die Fachkräftevereinbarung bieten viele Möglichkeiten, um die Personalsituation vor Ort verlässlich zu gestalten – hier sehen wir, wie sie je nach Bedürfnissen vor Ort unterschiedlich genutzt werden können“, so der Minister. Hier zeigt sich ein großes Eigenengagement der Kommunen und Träger: Etwa, in dem Kitas mit mehr Vertretungspersonal ausgestattet werden, um den Kita-Betrieb auch bei Krankheitsfällen oder anderem Vertretungsbedarf sicherzustellen, oder indem sich Träger als Arbeitgeber mit unbefristeten Verträgen, umfangreichen Möglichkeiten der Fort- und Weiterbildung, einem guten Gesundheitsmanagement und unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten attraktiv für Fachkräfte machen. „Für dieses Engagement möchte ich allen Verantwortlichen in Kindertageseinrichtungen meine Wertschätzung entgegenbringen. So unterschiedlich die Voraussetzungen sind, sie alle haben sich mutig auf den Weg gemacht, Verlässlichkeit im Sinne aller zu leben – mit Erfolg!“, so Teuber.
Voneinander lernen, um gemeinsam zum besten Ergebnis zu kommen – das bedeute auch, dass das Land gute Rahmenbedingungen biete und die Kommunen und Träger bestmöglich unterstütze. „Deshalb habe ich stets gefragt, was sich die Praxis von uns wünscht. Diese Wünsche haben wir aufgegriffen und starten dazu noch eine neue Form der Ausbildung – das sind wichtige weitere Schritte auf unserem Weg, beste frühkindliche Bildung in Rheinland-Pfalz zu garantieren“, stellte Teuber ein Maßnahmenpaket vor. Dieses beinhaltet:
- Weniger Bürokratie und pauschale Anerkennung eines Vertretungsbedarfs in Höhe von 15 Prozent durch das Land: Bereits heute zahlt das Land Vertretungskräfte ab dem ersten Tag mit – demnächst in einer Höhe von bis zu 15 Prozent, ohne dass dafür kleinteilige Dokumentationen und Nachweise durch die Träger nötig sind. Perspektivisch soll zudem die zentrale Kita-Datenbank KiDz gemeinsam mit der Praxis vereinfacht werden. Dies mit dem Ziel, von Bürokratie zu entlasten und Anreize zu schaffen, Vertretungskräfte vorzuhalten.
- Informations- und Beratungsangebote für Träger ausbauen durch das Ministerium für Bildung und das Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV): Niedrigschwellige Beratungs- und Informationsangebote für Träger und Jugendämter werden ausgebaut, etwa durch neue Konsultationskitas zum Thema Personalmanagement sowie einer Verlässlichkeitsberatung durch pädagogische Fachkräfte des LSJV – mit dem Ziel, gute Beispiele ins ganze Land zu tragen und, wo nötig, individuelle Hilfestellung zu geben.
- Träger bei der Fachkräftegewinnung unterstützen: 1.100 Einrichtungen im ganzen Land nutzen schon heute den Kita-Finder der Fachkräftekampagne „Werde Erzieherin oder Erzieher“, um Praktika oder Ausbildungsstellen zu inserieren – nun kommen Vertretungsstellen hinzu. Die Kampagne wird zudem einen Schwerpunkt auf das Thema Vertretung als Weg in den Beruf legen. Dazu schafft das Land eine neue Ausbildungsform: Die sozialpädagogische Assistenz. Elf berufsbildende Schulen wollen diese in der Regel dreijährige, praxisintegrierte und bezahlte Ausbildung, möglich mit einem Schulabschluss ab Klasse 9, gemeinsam mit interessierten Kitas ab dem kommenden Schuljahr anbieten.
„Wir helfen damit den verantwortlichen Trägern und Kommunen vor Ort, Verlässlichkeit selbst in die Hand zu nehmen, sie stark zu machen. Ich bin dabei überzeugt, dass wir gemeinsam viel erreichen können. Deshalb werde ich auch weiter im Gespräch mit der Praxis bleiben“, so Minister Teuber abschließend.
Quelle: Rheinland-Pfalz Ministerium für Bildung vom 16.12.2025
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