Digitale Welt
Meilenstein für besseren Kinderschutz online
UNICEF Deutschland begrüßt die Empfehlungen der Expert*innenkommission zum Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt. Statt pauschaler Social-Media-Verbote fordert die Organisation ein ausgewogenes Schutzkonzept mit Altersgrenzen, mehr Verantwortung der Plattformen, technischen Schutzmaßnahmen und einer stärkeren Förderung der Medienkompetenz.
13.07.2026
UNICEF Deutschland begrüßt die Handlungsempfehlungen der Unabhängigen Expert*innenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, die heute an Bundesfamilienministerin Karin Prien übergeben wurden, als wichtigen Schritt und spricht sich für eine schnelle Umsetzung aus.
„Der heutige Tag ist ein Meilenstein auf dem Weg für besseren Kinderschutz in der digitalen Welt. Es ist richtig, dass die Kommission nicht auf einfache oder eindimensionale Lösungen wie ausschließlich pauschale Social-Media-Verbote setzt, sondern sehr differenziert sowohl auf die Chancen als auch die Risiken der digitalen Welt für Kinder und Jugendliche blickt. Kinder und Jugendliche wachsen in einer digitalen Welt auf, die Chancen bietet – für Bildung, Kreativität und soziale Teilhabe. Gleichzeitig sind sie in Räumen unterwegs, die nicht auf ihre Sicherheit ausgelegt sind und Risiken für den Kinderschutz bergen. Hier müssen wir umfassend ansetzen“,
sagt Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland.
UNICEF Deutschland empfiehlt, Altersbeschränkungen als Teil eines umfassenden Schutzkonzepts zu verstehen und möglichst innerhalb der Europäischen Union abzustimmen. Sie müssen verhältnismäßig sein, dürfen Kinder nicht von Bildungs- oder Hilfsangeboten ausschließen und sollten durch weitere technische Schutzmechanismen ergänzt werden.
Dass Verbote allein kein Allheilmittel sind und auch unbeabsichtigte Folgen mit sich bringen können, zeigen auch die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage von UNICEF Deutschland unter rund 1.000 Jugendlichen vom Mai 2026: 88 Prozent der befragten 14- bis 16-Jährigen finden es sehr wahrscheinlich oder eher wahrscheinlich, dass Jugendliche Wege finden würden, gesetzliche Altersgrenzen zu umgehen – etwa über geteilte Geräte oder den Wechsel zu weniger regulierten Plattformen. Nahezu niemand glaubt, dass eine Altersgrenze allein Jugendliche zuverlässig vom Zugang abhalten würde. Mit Blick auf unter 14-Jährige zeigten sich die befragten Jugendlichen offen für eine Altersgrenze.
Jugendliche, dies hat die Umfrage gezeigt, haben klare Vorstellungen davon, was helfen würde, den digitalen Raum sicherer zu gestalten.
„Ich finde, es braucht mehr Kontrolle, damit junge Menschen besser vor den Risiken in sozialen Medien geschützt werden. Große Konzerne müssen stärker in die Verantwortung genommen werden und dürfen nicht erst handeln, wenn schon etwas passiert ist. Es braucht bessere Aufklärung und sichere Grundeinstellungen, die uns von Anfang an schützen. Ehrlich gesagt wünsche ich mir rückblickend, dass ich Instagram und TikTok erst später gehabt hätte, weil ich heute sehe, wie sehr sie einen beeinflussen können",
sagt die 18-jährige Yana aus dem UNICEF Juniorbeirat.
Positiv bewertet UNICEF Deutschland auch die Empfehlung der Unabhängigen Expertenkommission zur Medienkompetenz. Kinder, Jugendliche und ihre Bezugspersonen müssen in der Medienbildung unterstützt werden, aber die Verantwortung für die Sicherheit tragen vor allem auch die Anbieter. Daher begrüßt UNICEF Deutschland die konkreten Vorschläge der Kommission, Digitalunternehmen in die Pflicht zu nehmen.
Service für Redaktionen
In Deutschland setzt sich UNICEF Deutschland auf politischer Ebene für sichere digitale Umgebungen für alle Kinder ein. Im Februar 2026 hat UNICEF Deutschland eine ausführliche Stellungnahme an die von der Bundesregierung eingesetzte „Unabhängige Expertenkommission Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt" übermittelt. Die Position von UNICEF Deutschland zum digitalen Kinderschutz finden Sie kompakt zusammengefasst im Policy Paper „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“.
Quelle: Save the Children vom 24.06.2026
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