Lautstark, zurückhaltend, inklusiv

So verschaffen Jugendorganisationen jungen Menschen Gehör

Die erste Konsultation des National Youth Council of Ireland (NYCI) im Rahmen des EU-Jugenddialogs (EUYD) verdeutlicht, wie Jugendorganisationen durch inklusive Basisarbeit und strukturierte Beteiligungsprozesse die Mitwirkung junger Menschen an der europäischen Politikgestaltung fördern.

29.07.2026

Sich in der Politik zurechtzufinden, ist nicht einfach – vor allem, wenn man seine Meinung äußern möchte, aber Schwierigkeiten hat, die richtigen Kanäle zu finden, um sie den politischen Entscheidungstragenden zu vermitteln. Hier kommen Jugendorganisationen ins Spiel und verwandeln individuelle Ideen in kollektive Kraft. Die Eindrücke des European Youth Forum von der ersten Konsultation des National Youth Council of Ireland (NYCI) im Rahmen des EU-Jugenddialogs (EUYD) in Cork verdeutlichen, wie wichtig die Rolle von Jugendorganisationen für eine wirksame Beteiligung junger Menschen ist.

Wenn junge Menschen den Raum erhalten, die Führung zu übernehmen, sprechen die Ergebnisse für sich. Und wenn ein Prozess zur Sammlung von Ideen von Jugendorganisationen geleitet und strukturiert wird, werden aus den Ideen konkrete und zielgerichtete Lösungen. In Cork geschah dies während der ersten Konsultationsrunde für den EU-Jugenddialogs (EUYD), einem Prozess, bei dem junge Menschen einen Beitrag zur europäischen Politikgestaltung leisten können.

Indem der NYCI junge Menschen aus allen Ecken Irlands und mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenbrachte, ermöglichte er einen Prozess, in dem junge Menschen als Expert*innen für ihr eigenes Leben auftraten. 

Es hat sich gezeigt, dass echte Inklusion damit beginnt, Jugendorganisationen Raum zu geben, um Ideen von den Menschen zu sammeln, die sie gewohnt sind einzubeziehen und zu betreuen.

Wie Cork die einzigartige Kraft der Basisarbeit vor Augen geführt hat

Wie schaffen es Jugendorganisationen also, einen Raum voller unterschiedlicher Persönlichkeiten konsequent in eine strukturierte Ideensammlung zu verwandeln, die zur europäischen Politikgestaltung beitragen kann? Die Beobachtung der Dynamik in Cork hat genau gezeigt, warum Basisarbeit das Rückgrat einer sinnvollen Teilhabe ist.

  • Sie wissen, wie man das Gleichgewicht im Raum herstellt: Junge Menschen entsprechen den unterschiedlichsten Mustern. In jedem Raum findet man die natürlichen Redner*innen und die Denker*innen, die zwar zurückhaltender sind, aber die aufschlussreichsten Kommentare liefern. Jugendbetreuer*innen sind diejenigen, die diese Dynamiken am besten steuern und dafür sorgen, dass jeder in der Gruppe auf seine eigene Weise einen Beitrag leisten kann. Sie schaffen sichere Räume, in denen jeder junge Mensch befähigt wird, ein aktiver, engagierter Teil des Prozesses zu sein, und stellen so sicher, dass die entstehenden Ideen wirklich repräsentativ sind.
  • Sie verstehen die Sprache junger Menschen: Sinnvolle Teilhabe bedeutet, sich von starren, formalisierten Rahmenbedingungen zu lösen. Jugendorganisationen wissen, dass man sich an das Umfeld anpassen muss, um echtes Engagement zu erreichen. Ob durch Methoden der nichtformalen Bildung oder durch die Schaffung von Räumen, die sich nicht wie ein Vortrag anfühlen – diese Flexibilität schafft das Vertrauen, das für ehrliche, authentische Beiträge erforderlich ist.
  • Sie machen die Teilhabe zu einer Reise: Entscheidend ist, dass Basisarbeit keine einmalige Veranstaltung ist. Im Rahmen des EUYD besucht das NYCI Schulen, führt Konsultationen in kleinerem Rahmen durch und nutzt einen Peer-to-Peer-Ansatz, bei dem die Teilnehmenden gebeten werden, ihre eigenen Freunde einzubeziehen. So wird sichergestellt, dass junge Menschen in allen Bereichen erreicht werden und Stimmen einfließen, die eine traditionelle, von oben nach unten gerichtete Institution niemals erreichen würde.

Starke Jugendorganisationen schaffen stärkere Gesellschaften, und deshalb brauchen sie starke Unterstützung

Aufgrund dieses tief verwurzelten Vertrauens und ihrer Anpassungsfähigkeit sind Jugendorganisationen und Jugendbetreuer*innen die unverzichtbare Brücke zwischen lokalen Gemeinschaften und Politikern in Europa. Sie sind es, die dafür sorgen, dass Beiträge von der Basis direkt auf jede europäische Ebene einfließen, damit die Politik tatsächlich die Realität junger Menschen widerspiegelt.

Doch diese Arbeit vor Ort erfordert mehr als nur Leidenschaft – sie erfordert Stabilität. Um diese Räume weiter aufzubauen, die am stärksten marginalisierten Menschen zu erreichen und die Kluft zur Politik zu überbrücken, ist es unerlässlich, dass Jugendorganisationen durch Programme wie Erasmus+ eine stabile und zugängliche Finanzierung erhalten. Wenn Jugendorganisationen über die benötigten Ressourcen verfügen, gehen sie von der Förderung des Dialogs zur Gestaltung der Zukunft über.

Das Neueste aus dem Europäischen Jugendforum finden Sie hier.

Quelle: European Youth Forum vom 10.07.2026

Redaktion: Adrian Halle