Politisch motivierte Kriminalität

Landesjugendring ist schockiert über Normalisierung rechter Gewalt

Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern kritisiert die steigenden Fallzahlen politisch motivierter Kriminalität, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Die Einordnung des Innenministers wird als Normalisierung rechter Gewalt wahrgenommen. Der Landesjugendring fordert dringend konkrete Maßnahmen zur Prävention, etwa durch politische und medienpädagogische Bildung.

29.05.2026

Der Landesjugendring hat die aktuellen Fallzahlen zu politisch motivierter Kriminalität mit Erschrecken zur Kenntnis genommen. Sie sind erneut gestiegen, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen. Umso mehr irritiert die Einordnung durch Innenminister Christian Pegel. Der Verweis auf seit Jahrzehnten stark verbreitete rechts(extreme) Straftaten ist keine Erklärung, sondern gleicht einer Normalisierung. Dass das Problem nicht neu ist, zeigt, dass bisher keine ausreichenden Maßnahmen ergriffen wurden. Auch mit Blick auf die aktuellen Zahlen folgen keine konkreten Schritte, der weiteren Radikalisierung junger Menschen entgegenzuwirken.

Bastian Szesny, Vorstandssprecher des Landesjugendringes fragt: 

""Allzeithoch?" "Prozentpünktchen?" Worüber reden wir denn bitte? Rechtsextremismus ist eine Gefahr für das gesunde und sichere Aufwachsen von Kindern und Jugendlichen. Es reicht schon lange nicht mehr, von Prävention zu reden, es müssen sofort Maßnahmen ergriffen werden. Zum Beispiel müssen Projekte der politischen Bildung und Medienbildung für alle jungen Menschen zugänglich werden."

Dr. Ina Bösefeldt, Geschäftsführerin des Landesjugendringes, ergänzt: 

"Alle Studien zu Kindern und Jugendlichen weisen in eine Richtung: Zu viele junge Menschen sind arm, überfordert, krank, müde, einsam und fühlen sich von Politik und Gesellschaft übergangen. Hier hilft es nur, Jugendpolitik zur Chefsache zu erklären und junge Menschen in den Mittelpunkt zu rücken."

Der Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern vertritt die Interessen von Kindern und Jugendlichen in Mecklenburg-Vorpommern. Er besteht aus 22 landesweiten Jugendverbänden, dem Landesrat der Kreis- und Stadtjugendringe sowie drei Anschlussverbänden.

Quelle: Landesjugendring Mecklenburg-Vorpommern e.V. vom 22.04.2026

Redaktion: Klara Neumann