Gewalt gegen Mädchen
Kindernothilfe warnt vor Rückschritten beim Kampf gegen Genitalverstümmelung weltweit
Die Kindernothilfe warnt, dass die Klimakrise den Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung gefährdet. Besonders in Somaliland verschärft die Dürre die Lage, indem sie zu früheren Heiraten und damit erhöhter Verstümmelungsgefahr führt. Die Organisation setzt auf Aufklärung und Soforthilfe, um den Kreislauf aus Armut und Gewalt zu durchbrechen und die Grundversorgung zu sichern.
16.02.2026
Zum internationalen Tag gegen weibliche Genitalverstümmelung warnt die Kindernothilfe vor den fatalen Auswirkungen der Klimakrise auf den Schutz von Mädchen. Am Horn von Afrika führt die anhaltende Dürrekatastrophe dazu, dass mühsam erkämpfte Erfolge gegen weibliche Genitalverstümmelung (FGM) verloren gehen. Ohne gezielte Investitionen rückt das Ziel der Vereinten Nationen, die Kinderrechtsverletzung bis 2030 zu beenden, in unerreichbare Ferne.
In Somaliland ist die Situation besonders dramatisch: Über 90 Prozent des Landes sind von extremer Dürre betroffen. „Die Situation spitzt sich immer weiter zu. Hunger und Not bestimmen das Leben der Familien. Mädchen und Frauen sind die Leidtragenden“, berichtet Asia Abdulkadir, Landeskoordinatorin der Kindernothilfe in Somaliland.
Seit Jahren hat der Hunger die Menschen fest im Griff. Der Klimawandel und seine Folgen wirken als Brandbeschleuniger für geschlechtsspezifische Gewalt.
Die Kausalkette ist verheerend: Die Dürre vernichtet die Lebensgrundlagen der Familien. Eine Folge davon ist, dass Töchter früher verheiratet werden, um die Mitgift zu erhalten und ein Kind weniger versorgen zu müssen. Da das Beschneiden der weiblichen Genitalien in Teilen Somalilands als Voraussetzung für die Heiratsfähigkeit gilt, steigt zugleich das Risiko der Verstümmelung junger Mädchen.
„Seit Jahren klären wir ganze Dorfgemeinschaften am Horn von Afrika auf. Wir bestärken Mädchen und Frauen darin, ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung einzufordern, und das mit Erfolg. Aber der Hunger macht es immer schwerer, die Menschen zu erreichen. Wir müssen das Leid lindern und dazu gehört, dass wir die Grundversorgung sichern, mit Nahrung, sauberem Wasser und medizinischer Hilfe. bekämpfen. Nur so lässt sich auch die Gewalt gegen Frauen und Mädchen eindämmen.“,
sagt Asia Abdulkadir.
Die Kindernothilfe setzt gemeinsam mit lokalen Partnern auf einen ganzheitlichen Ansatz: Neben Aufklärungsprogrammen und dem Dialog mit religiösen und politischen Führern wird Soforthilfe geleistet, um den ökonomischen Druck von den Familien zu nehmen. „Nur wenn die Grundversorgung der Familien gesichert ist, können wir den Kreislauf aus Dürre, Armut und Gewalt durchbrechen“, so Abdulkadir.
Hintergrund
Die Kindernothilfe zählt zu den größten Kinderrechtsorganisationen in Europa. Seit mehr als 65 Jahren unterstützt sie weltweit über zwei Millionen benachteiligte Mädchen und Jungen auf ihrem Weg in ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben. Weitere Informationen unter kindernothilfe.de.
Quelle: Kindernothilfe e.V. vom 03.02.2026
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