VoiceUp!-Studie 2025

Junge Menschen fordern Mitsprache und Mitbestimmung – auch in der Wehrpflichtdebatte

Sechs Jugendliche des VoiceUp!-Jugendnetzwerks präsentierten die Ergebnisse der von ihnen mitentwickelten repräsentativen Jugendbefragung. Dabei geht es um Fragen wie: Wie erleben junge Menschen aktuelle politische Debatten in Deutschland? Was brauchen sie, um optimistisch in die Zukunft zu schauen? Und welche Erwartungen haben sie an die Bundesregierung?

10.12.2025

Mitglieder des VoiceUp!-Jugendnetzwerks präsentieren auf der DKJS-Pressekonferenz die von ihnen mitentwickelte repräsentative Jugendbefragung. Die jungen Menschen haben den Fragebogen mitentwickelt, die Ergebnisse ausgewertet – und klare Forderungen formuliert.

„Wir wollen nicht, dass über unsere Zukunft gesprochen wird, ohne dass wir gefragt werden.“ – Jugendliche Stimme aus dem VoiceUp!-Jugendnetzwerk

Eine Studie von jungen Menschen für junge Menschen

Die Studie basiert auf einer bundesweit repräsentativen Befragung von 1.500 Jugendlichen und jungen Erwachsenen zwischen 14 und 26 Jahren sowie begleitenden Ideenwerkstätten in Wolgast und Gelsenkirchen. Der partizipative Ansatz ist zentral: Junge Menschen entwickelten die Themen, formulierten Fragen, interpretierten Ergebnisse – und präsentieren diese nun.

Die Studie zeigt deutlich: Die junge Generation fühlt sich in zentralen politischen Fragen zu wenig berücksichtigt. Das betrifft zum Beispiel die aktuelle Diskussion um die Einführung eines Wehr- oder Sozialdienstes. Die junge Generation ist gespalten: 36% unterstützen eine Pflicht, 39% lehnen sie ab. Für das VoiceUp!-Jugendnetzwerk ergibt sich daraus ein klares Anliegen: Junge Menschen wollen beteiligt werden.

„Wenn es um Pflichten wie Wehr- oder Sozialdienst geht, gehört unsere Stimme dazu – es geht schließlich um uns.“- Jugendliche Stimme aus dem VoiceUp!-Netzwerk

Zentrale Ergebnisse der Jugendbefragung

78% der Jugendlichen brauchen gesellschaftlichen Zusammenhalt, um positiv in die Zukunft zu blicken, aber nur43 % erleben ihn auch. Ein Drittel fühlt sich „gar nicht richtig zur Gesellschaft zugehörig“. 59% meinen, politische Meinungen driften immer stärker auseinander. Nur 42% fühlen sich frei, ihre politische Meinung unabhängig vom Gegenüber äußern zu können. 24% berichten, bereits eingeschüchtert oder bedroht worden zu sein, weil sie ihre Meinung geäußert haben. In Fragen der generationengerechten Politik sind die Meinungen gespalten: Nur 36% befürworten eine Wehr-/Sozialdienstpflicht; ähnlich geteilt ist die Haltung zu Schulden für militärische Aufrüstung.

Forderungen der Jugendlichen an die Politik

Die sechs jugendlichen Sprecher*innen präsentierten am Mittwoch ihre politischen Forderungen, jeweils zu einem Schwerpunkt. Die Forderungen reichen von mehr Demokratieförderung, einem flächendeckenden Wahlrecht ab 16, über verbindliche Beteiligung von Jugendlichen in Bundes- und Landeskommissionen, bis hin zu klaren Perspektiven in sozial- und bildungspolitischen Fragen.

Warum die Ergebnisse jetzt relevant sind

Kinder und Jugendliche sind in Deutschland eine Minderheit: In einzelnen Regionen ist nicht einmal jede fünfte Person unter 25 Jahren. Gleichzeitig waren bei der letzten Bundestagswahl über 40% der Wahlberechtigten älter als 60 Jahre. Die Interessen junger Menschen sind damit im politischen Prozess strukturell unterrepräsentiert. VoiceUp! setzt genau hier an, um die Generationengerechtigkeit zu fördern: Junge Stimmen laut machen – und politische Beteiligung stärken.

Zum kompletten Ergebnisbericht 

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung vom 03.12.2025

Redaktion: Christin Jauch