Westfalen-Lippe
Jugendamtsleitungen diskutieren mit Jugendstaatssekretär Lorenz Bahr über junge Geflüchtete
Die Kinder- und Jugendhilfe hat eine besondere Verantwortung bei der Betreuung von unbegleiteten minderjährigen Geflüchteten. Das betonten die Leiter:innen der 91 Jugendämter aus ganz Westfalen-Lippe bei ihrer diesjährigen Tagung am 18. und 19. Oktober, zu der der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ins LWL-Bildungszentrum Jugendhof Vlotho (Kreis Herford) eingeladen hatte.
08.11.2022
LWL-Jugenddezernentin Birgit Westers sagte:
„Aufgrund des völkerrechtswidrigen Angriffskrieges Russlands gegen die Ukraine flüchten Kinder, Jugendliche und ihre Familien vor Krieg, Hunger und Not nach Deutschland und in die europäischen Nachbarländer. Seit einigen Wochen kommen auch wieder vermehrt geflüchtete Menschen aus anderen Krisenregionen über die sogenannte Balkanroute nach Deutschland."
Für unbegleitete Minderjährige sind die Jugendämter zuständig; auch hier besteht dringender Handlungsbedarf. Aufgabe der Jugendämter ist es unter anderem, die jungen Menschen in Obhut zu nehmen, die dann innerhalb von NRW nach einem festen Schlüssel verteilt werden.
Jugendstaatssekretär Lorenz Bahr ergänzte:
„In Bezug auf unbegleitete Minderjährige in NRW steht die Kinder- und Jugendhilfe vor neuen Herausforderungen, denn die jungen Menschen kommen derzeit vor allem in einigen Großstädten an. Diese Städte gilt es zu entlasten und für eine gerechte Verteilung entsprechend der gesetzlichen Vorgaben zu sorgen."
Die teilnehmenden Jugendämter unterstrichen auf der Tagung noch einmal, dass sie ihren Beitrag zur zügigen Verteilung der jungen Menschen erbringen würden.
Staatssekretär Bahr erläuterte darüber hinaus die kinder- und jugendpolitischen Ziele der neuen Landesregierung: Neben dem zentralen Thema Kinderschutz steht vor allem der Ausbau der Offenen Ganztagsschule (OGS) in NRW auf der Agenda. In Abstimmung mit dem Schulministerium soll der Ausbau bis 2026 erfolgen. Der Staatssekretär und die Teilnehmenden waren sich einig, dass es hier nicht nur um die Erweiterung von Schulgebäuden gehe, sondern auch um die Gewinnung von Fachkräften und guten Konzepten zur Weiterentwicklung des Offenen Ganztags.
In weiteren Beiträgen wurden auf der Tagung Befragungen zu den Betreuungsbedarfen von Eltern in der OGS vorgestellt und über Ausbildungsstrukturen informiert. Deutlich wurde dabei der Zeitdruck: „Junge Leute, die sich jetzt für Sozial- und Erziehungsberufe entscheiden, haben allerbeste Berufsaussichten in einem anspruchsvollen Arbeitsfeld", so Westers. Die Kinder- und Jugendhilfe könnesich aktuellen und künftigen Herausforderungen nur dann erfolgreich stellen, wenn sie dafür ausreichend qualifiziertes Personal habe. „Der Fachkräftemangel ist auch in der Kinder- und Jugendhilfe eine der größten Herausforderungen", so Westers und Bahr übereinstimmend.
Quelle: Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 25.10.2022
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