Qualifizierung
Gestärkt gegen Antisemitismus im Berufsschulalltag
ConAct und BIBB bilden in Workshops Fachkräfte der Berufsbildung zum Umgang mit Antisemitismus fort. Bei Fachtagen in Magdeburg, Münster und Frankfurt diskutierten Teilnehmende pädagogische Handlungsmöglichkeiten. Aktuelle Entwicklungen seit Oktober 2023 prägen den Schulalltag. Die Veranstaltungen verbinden Input mit Praxisbeispielen.
24.09.2026
Bereits im dritten Jahr in Folge kooperiert ConAct im Rahmen seines Projekts „Sichtbar Handeln! Gegen Antisemitismus.“ mit dem Deutsch-Israelischen Programm zur Zusammenarbeit in der Berufsbildung des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB), um Fachkräfte der beruflichen Bildung in Workshops zum Umgang mit Antisemitismus fortzubilden. Diesmal fanden Fachtage im September 2026 in Magdeburg und Münster statt; ein weiterer folgt Ende September in Frankfurt am Main. Die jeweils rund 20 Teilnehmenden setzten sich mit Antisemitismus im Kontext von Israel und Nahostkonflikt auseinander und diskutierten konkrete pädagogische Handlungsmöglichkeiten.
Die teilnehmenden Lehrkräfte aus Berufskollegs, Schulsozialarbeiter*innen, Ausbilder*innen sowie in der Berufsbildung tätige pädagogische Fachkräfte waren jeweils aus dem ganzen Bundesland angereist und brachten ihre unterschiedlichen beruflichen Hintergründe in die Gespräche ein. Die Teilnehmenden berichteten, dass die aktuellen Entwicklungen in Israel und Deutschland seit dem 7. Oktober 2023 auch im schulischen Alltag bei den jungen Erwachsenen spürbar sind. Sie beschrieben Kontroversen und emotional aufgeladene Diskussionen, antisemitische Äußerungen und Unsicherheiten darüber, wie sie in derartigen Situationen angemessen reagieren können. Dabei geht es nicht nur um die Frage, wie Antisemitismus erkannt werden kann, sondern vor allem darum: Was kann ich tun, wenn er mir im pädagogischen Alltag begegnet?
Daher verbinden die Fachtage fachlichen Input mit der Bearbeitung von konkreten Situationen aus dem Arbeitsalltag: Gemeinsam wird reflektiert, wie antisemitische Äußerungen und Bilder erkannt, von legitimer Kritik unterschieden und pädagogisch aufgegriffen werden können. Ebenso geht es darum, unterschiedliche Betroffenheiten sichtbar zu machen, Gesprächsräume offenzuhalten und gleichzeitig klare Grenzen gegenüber Antisemitismus zu setzen. Methodische Zugänge und persönliche Perspektiven auf die Entwicklungen seit dem 7. Oktober eröffnen dabei neue Möglichkeiten für die Arbeit mit Jugendlichen.
„Mir hat sehr geholfen, dass ich gelernt habe: Ich muss nicht alles zu dem Thema wissen. Viel wichtiger ist, dass ich eine Grundhaltung zum Thema habe.“
sagte eine Teilnehmerin.
Die bisherigen Fachtage zeigen: Der Bedarf an Orientierung und konkreten Handlungsoptionen ist groß. Fachkräfte wünschen sich weniger abstrakte Antworten und mehr Unterstützung für Situationen, in denen sie unmittelbar reagieren müssen – im Klassenraum, im Kollegium oder in Gesprächen mit Auszubildenden.
Mehr über das von ConAct realisierte Projekt „Sichtbar Handeln! Umgehen mit Antisemitismus in Jugend- und Bildungsarbeit“ unter www.Sichtbar-Handeln.org.
Quelle: ConAct — Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer Jugendaustausch vom 18.09.2026
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