Kinderschutz
Gesetzesverbote zur Kinderheirat
In Burkina Faso, Bolivien und Kolumbien wurde das Mindestheiratsalter auf 18 Jahre festgelegt, um Früh- und Zwangsehen zu verhindern. Trotz globaler Bemühungen, Kinderehen bis 2030 zu eliminieren, sind sie vor allem in Subsahara-Afrika verbreitet. Die Folgen umfassen Gesundheitsrisiken und soziale Nachteile. Neue Gesetze stellen nun Kinderehen unter Strafe und schützen Minderjährige rechtlich.
02.12.2025
In Burkina Faso, Bolivien und Kolumbien wurde zum Schutz minderjähriger Mädchen und Jungen vor Früh- und Zwangsehen das gesetzliche Mindestheiratsalter auf 18 Jahre angehoben.
Trotz des angestrebten UN-Nachhaltigkeitsziels Kinderehen bis 2030 weltweit zu beenden, wird immer noch etwa jedes fünfte Mädchen verheiratet. Die Hauptursachen dafür sind Geschlechterungleichheit, mangelnder Zugang zu Bildung und Armut. Die gesundheitlichen und psychosozialen Folgen von Kinderehen wiegen schwer: dazu gehören der Verlust der Selbstbestimmung, risikoreiche Frühschwangerschaften, Gewalt- und Missbrauchserfahrungen, Schulabbruch.
Die meisten Zwangsverheiratungen erfolgen in Subsahara-Afrika. Niger zum Beispiel hat mit 76 Prozent weltweit den höchsten Anteil von Frauen zwischen 20 und 24 Jahren, die minderjährig verheiratet wurden. Im benachbarten Burkina Faso liegt der Anteil bei 51 Prozent, jedes neunte Mädchen wird dort schon vor dem 15. Lebensjahr verheiratet. Gemäß einem neuen Gesetzentwurf dürfen Mädchen und Jungen in Burkina Faso nun erst ab 18 Jahren heiraten.
In Bolivien wurden zwischen 2014 und 2023 mehr als 4800 Ehen mit Minderjährigen registriert. Eine Gesetzesänderung stellt jetzt Ehen mit Minderjährigen unter Strafe, auch Beamt*innen, die Kinderehen registrieren, werden künftig strafrechtlich verfolgt.
Und auch Kolumbien hat das Mindestheiratsalter ausnahmslos auf 18 Jahre angehoben. Dort leben 4,5 Millionen junge Frauen, die vor dem 18. Lebensjahr verheiratet worden sind, rund eine Million davon bereits vor dem 15. Lebensjahr.
Rechtsreformen wie die in Kolumbien, Bolivien und Burkina Faso sind ein wichtiger Schritt im Kampf gegen Kinderehen, weil sie Kinder rechtlich vor Gewalt, Missbrauch und Ausbeutung schützen und Signalwirkung haben. Für die weltweite Stärkung der Rechte von Mädchen ist es darüber hinaus wesentlich, dass generell mehr in geschlechtergerechte Dienstleistungen und Maßnahmen investiert wird.
Quelle: SOS Kinderdörfer weltweit vom 20.11.2025
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