Bayern
Gemeinsam gegen Ausgrenzung: „Landesarbeitsgemeinschaft Antidiskriminierung Bayern“ gegründet
Im Freistaat fehlt bislang eine landesweite Struktur gegen Diskriminierung – das ändert sich nun mit der neu gegründeten LAG Antidiskriminierung Bayern. Sie vernetzt erstmals Beratungsstellen, um Betroffene zu stärken und politische Veränderungen anzustoßen. Die Stelle soll ziviles Engagement stärken und von Ausgrenzung und Abwertung betroffenen Menschen schützen.
04.12.2025
Bayern bekommt eine neue Stimme im Einsatz gegen Diskriminierung: Am 29. September 2025 hat sich in Nürnberg die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Antidiskriminierung Bayern gegründet. Erstmals bündeln unabhängige, kommunale und community-basierte Beratungsstellen im Freistaat ihre Kräfte – mit einem gemeinsamen Ziel: eine landesweite, verlässliche Struktur zur Unterstützung von Menschen, die von Diskriminierung betroffen sind.
LAG soll Angebotslücke schließen
Diskriminierung ist kein Randphänomen. Menschen erleben sie tagtäglich – in Behörden, auf dem Wohnungsmarkt, im Bildungssystem oder am Arbeitsplatz. Doch in Bayern fehlt es bislang an einer übergeordneten Struktur, die Beratung und Unterstützung flächendeckend koordiniert. Aktuell gibt es nur wenige Angebote. In lediglich sieben Kommunen existieren lokale Anlaufstellen, dazu vier durch das Bundesprogramm „respektland*“ finanzierte Stellen und das Projekt „weAct“. Viele davon sind durch befristete Bundesmittel finanziert, die zum Jahresende auslaufen. Die Folge: Ab 2026 droht weiten Teilen der Bevölkerung der Verlust bestehender Anlaufstellen – trotz des gesetzlichen Anspruchs auf Schutz vor Diskriminierung.
Dabei ist Antidiskriminierungsarbeit wichtig, denn sie stärkt das zivilgesellschaftliche Engagement und unterstützt Menschen, die von Ausgrenzung und Abwertung betroffen sind. Mit der LAG Antidiskriminierung Bayern entsteht jetzt erstmals eine landesweite Struktur, die Beratungsstellen vernetzt, Fachwissen bündelt und politische Impulse setzt. Sie soll eine Anlaufstelle für Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft sein – und Partnerin für eine zukünftige Landesantidiskriminierungsstelle.
Bayerischer Jugendring unterstützt als Projektträger
Auch der Bayerische Jugendring (BJR) unterstützt die neue Initiative und ist als Träger aktiv beteiligt. BJR-Präsident Philipp Seitz betont:
„Die LAG Antidiskriminierung ist ein starkes Signal für mehr Gerechtigkeit in Bayern. Gerade in der Jugendarbeit setzen wir auf Vielfalt, Teilhabe und ein respektvolles Miteinander. Junge Menschen brauchen Strukturen, die sie stärken – nicht Strukturen, die sie ausgrenzen. Dafür steht der BJR, und dafür steht diese neue Landesarbeitsgemeinschaft.“
Quelle: Bayerischer Jugendring vom 08.10.2025
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