Frühe Sprachbildung Rheinland-Pfalz

Kita-Gesetz wird neu gestaltet

Das rheinland-pfälzische Kita-Gesetz wird neu gestaltet, um die frühe Sprachbildung zu stärken. Fachkräfte betonen die Bedeutung von Netzwerken für heterogene Sprachbiografien und frühzeitige Förderung. Eine Fachtagung diente dem Austausch über Praxisbeispiele und Kooperationen zwischen Kitas, Beratungsstellen und Sozialraum.

01.07.2026

„Sprache eröffnet Chancen – sie ist der Schlüssel zu Teilhabe, Bildung und einem selbstbestimmten Leben. Auf diese Grundlage müssen wir uns wieder stärker fokussieren. Es freut mich deshalb, als erstes mit denjenigen ins Gespräch zu kommen, die sich im Kita-Alltag unserer Fachkräfte auf die Sprachbildung konzentrieren“, 

so Ministerialdirektor Mathias Range in Vertretung für Staatssekretärin Jenny Groß zum Auftakt der Sprachfachtagung „Hast du Worte“ in Kaiserslautern, die Leitungskräfte, pädagogische Fachkräfte, Sprachbeauftragte, Fachberatungen und Kindertagespflegepersonen zusammenführte.

Zunächst hat das Ministerium dabei im Vorfeld Fachkräfte befragt, welchen Schwerpunkt sie sich wünschen. Deshalb stand die Tagung in diesem Jahr unter dem Motto „Hast Du Worte … für ein starkes Netzwerk?“. Fachkräfte erleben, dass Sprachbiografien heterogener geworden sind. Häufig sind sie in Kitas oder Kindertagespflege die ersten, die einen Förderbedarf wahrnehmen und Eltern für zusätzliche Unterstützung sensibilisieren. Dafür brauchen sie Kontakte – zu Kolleg*innen, zu Beratungsstellen und zu spezialisierten Angeboten, um sich fachlich auszutauschen und Familien zielgerichtet weiterzuvermitteln. Solche verlässlichen Verbindungen entlasten Teams und helfen Familien, schnell und gezielt die richtige Unterstützung zu finden. 

„Entscheidend ist dabei, Wege im Sinne des Kindes zu finden — mit Eltern und mit weiteren Akteur*innenvor Ort. Genau dann kann Kooperation helfen: Der Austausch mit anderen Einrichtungen im Sozialraum verhindert, dass eine Kita isoliert arbeitet. Er schafft Abstimmung und Orientierung – und damit mehr Wirksamkeit für die pädagogische Arbeit“, 

so Range. Die Tagung verstand sich zugleich als Austauschplattform: Neben einem wissenschaftlichen Input wurden gute Praxisbeispiele aufgezeigt, Teilnehmende hatten Gelegenheit, konkrete Umsetzungsfragen zu diskutieren und Netzwerke zu knüpfen, die über die Veranstaltung hinauswirken sollen. 

„Die Veranstaltung zeigt, dass Rheinland-Pfalz zahlreiche praxisnahe Ansätze und engagierte Fachkräfte hat, die bereit sind, innovative Wege zu gehen. Die Herausforderungen bleiben groß – doch mit der vom Koalitionsvertrag formulierten Prioritätensetzung, einem klaren Fokus auf kontinuierliche Sprachbildung und -förderung über die gesamte Kita- und Schulzeit besteht eine realistische Perspektive, Sprachkenntnisse wieder langfristig zu stärken“, 

so Staatssekretärin Jenny Groß zur Fachtagung. Sie versprach: 

„Was pädagogische Fachkräfte von uns brauchen und was wir ihnen bieten wollen, sind verlässliche Strukturen, transparente Kommunikation und die Weiterentwicklung bestehender Angebote. Wir werden in dieser Legislaturperiode das KiTa-Gesetz überarbeiten, bürokratische Hürden abbauen und Rahmenbedingungen schaffen, die Vernetzung, Kooperation und Zusammenarbeit erleichtern. Das einzelne Kind ist immer im Blick und alle Teilnehmenden sind unsere Praktiker, mit denen wir als Ministerium das KiTa-Gesetz verbessern wollen und werden.“ 

Regionale Tagungen wie diese seien ein erster Schritt: Insgesamt vier solcher Begegnungsorte seien geplant, von denen Ministerin Dr. Eiling-Hütig sowie Staatssekretärin Groß sich Impulse aus den Regionen für die landesweite Arbeit holen werden. 

Quelle: Ministerium für Bildung Rheinland-Pfalz vom 28.05.2026

Redaktion: Lena Gabert