Erinnerungskultur

Fördermöglichkeit für internationale Begegnungsprojekte mit jungen Menschen

Denkmal, Erinnerungskultur, Holocaust, Jugensaustausch, exchange

Junge Menschen lernen in der Auseinandersetzung mit den Verbrechen der Nationalsozialisten wie sie sich auch in der Gegenwart für demokratische Werte und ein friedliches Miteinander in Europa einsetzen können. Die Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) fördert bi- und multilaterale Begegnungen für junge Menschen zwischen 18 und 35 Jahren an Orten der NS-Verbrechen.

18.05.2026

Trotz wachsenden zeitlichen Abstands interessieren sich junge Menschen in Europa für die Geschichte des Zweiten Weltkriegs, des Holocaust und des Nationalsozialismus – ihr Wissen dazu nimmt aber laut der Gedenkanstoß MEMO-Studie 2025 immer weiter ab. Es gibt nur wenige Bildungsangebote, die Bezüge zur heutigen Lebenswelt junger Menschen herstellen, und Zugänge, die auf den Bedarf junger Menschen ausgerichtet sind. Es braucht Angebote, die Emotionen ansprechen und die das Bewusstsein wecken für die europäische Dimension der NS-Verbrechen und ihren Folgen bis heute.

An historischen Orten der NS-Verfolgung können junge Menschen erkunden, wie komplex der NS-Verbrechensapparat war. Im Austausch mit Gleichaltrigen aus anderen Ländern können sie erfahren, wie weitverzweigt das NS-System war, mit dem es Menschen in ganz Europa systematisch verfolgt, ausgebeutet und ermordet hat. Nur durch dieses Wissen sind junge Menschen gewappnet gegen aktuelle Geschichtsverzerrungen, menschenfeindliche Tendenzen und Verschwörungsmythen on- und offline. Der transnationale Austausch zeigt zudem, welch unterschiedliche historische Erfahrungen und Narrative sie umgeben. So können sich junge Menschen in Europa in diesen pluralen Erinnerungskulturen einordnen und dementsprechend demokratisch handeln.

Jetzt Förderantrag stellen!

Mit der aktuellen Ausschreibung exchanges fördert die Stiftung EVZ bi- und multilaterale Austauschprojekte für 18 bis 35-jährige junge Menschen aus Deutschland, Europa und Israel. Die internationalen Begegnungen an Orten der NS-Verfolgung sollen Verständigungsprozesse, Selbstwirksamkeit und Handlungskompetenzen bei den jungen Menschen fördern.

Förderanträge können bis zum 05. Juli 2026 digital eingereicht werden. Die Projekte können eine maximale Laufzeit von neun Monaten haben und werden mit bis zu 60.000 Euro gefördert. Antragsberechtigt sind gemeinnützige Organisationen und Institutionen in öffentlicher oder privater Trägerschaft aus allen europäischen Ländern und Israel, die in der formalen und non-formalen Bildung aktiv sind und über Erfahrungen in der Arbeit zur Geschichte des Nationalsozialismus und/oder der internationalen Jugendarbeit verfügen.

Die Ausschreibung richtet sich besonders an junge Menschen, die kürzlich ins Berufsleben gestartet sind (Young Professionals) und Nicht-Akademiker*innen in Ausbildung.

Das Förderprogramm JUGEND erinnert international

exchanges ist Teil des Förderprogramms JUGEND erinnert international, das von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ) mit Finanzierung des Auswärtigen Amts umgesetzt wird.

Quelle: Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft (EVZ)

Redaktion: Lena Gabert