Red Hand Day
Ex-Kindersoldat: „Lassen Sie diese Kinder nicht allein!“
Zum Red Hand Day am 12.02.2026 forderte das Deutsche Bündnis Kindersoldaten die Bundesregierung auf, Kindern aus Kriegsgebieten Asyl zu gewähren & die Kürzungen der humanitären Hilfe rückgängig zu machen. In über 20 Ländern werden Kinder als Soldaten rekrutiert. Die humanitäre Hilfe ist vielerorts stark eingeschränkt. Aktionen mit dem Symbol der roten Hand sollen auf das Problem aufmerksam machen.
03.03.2026
Zum Red Hand Day am 12. Februar 2026: Bündnis Kindersoldaten fordert Asyl für Kinder aus Kriegsgebieten und eine dringende Rücknahme der massiven Kürzungen der humanitären Hilfe
Anlässlich des morgigen Red Hand Day, des internationalen Aktionstages gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldatinnen und Soldaten, fordert das „Deutsche Bündnis Kindersoldaten“ die Bundesregierung auf, Kindern und ihren Familien aus Kriegsgebieten Asyl zu gewähren und die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe rückgängig zu machen.
In über 20 Ländern weltweit werden Kinder und Jugendliche in Kriegen und bewaffneten Konflikten getötet, verletzt, entführt, sexuell missbraucht und als Soldatinnen und Soldaten rekrutiert. Die meisten von den Vereinten Nationen dokumentierten Rekrutierungen von Kindersoldat*innen fanden in der Demokratischen Republik Kongo, Nigeria und Somalia statt. Die für Kinder tödlichsten Kriegsgebiete durch Bombenangriffe, Minen oder Feuergefechte waren Israel und die besetzten palästinensischen Gebiete, der Sudan, Myanmar und Burkina Faso. Wegen stark sinkender Mittel fehlt humanitäre Hilfe vielerorten oder ist bei weitem nicht ausreichend. Außerdem wurde sie insbesondere in Kriegsgebieten so stark behindert wie nie zuvor, besonders in Israel und den besetzten palästinensischen Gebieten, Afghanistan, Haiti, Ukraine, Äthiopien und Myanmar.
„Aus vielen dieser Länder fliehen Kinder und ihre Familien in Nachbarländer und einige auch bis nach Deutschland, sie brauchen dringend Schutz. Leider führt eine zunehmend restriktive Asylpraxis von Behörden und Politik hierzulande dazu, dass selbst ehemalige Kindersoldatinnen und -soldaten, die schwerst traumatisiert sind, von Abschiebung bedroht sind“,
sagt Ralf Willinger von der Kinderrechtsorganisation Terre des Hommes, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten, einem Zusammenschluss von neun Organisationen.
„Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig psychologische Hilfe, Sicherheit und Bildung für ehemalige Kindersoldat*innen ist. Nach meiner Flucht hat mich die Unterstützung von internationalen Hilfsorganisationen in Uganda gerettet, ich hatte großes Glück und bin dafür sehr dankbar. Jetzt setze ich mich für Kinder in Kriegsgebieten ein. Ich appelliere mit meiner roten Hand an jeden Einzelnen und an die Bundesregierung: Lassen Sie diese Kinder nicht allein, unterstützen Sie sie vor Ort und wenn sie in Deutschland Zuflucht suchen und setzen Sie sich für die friedliche Lösung bewaffneter Konflikte ein“,
sagt Innocent Opwonya, der als 10-Jähriger von einer bewaffneten Gruppe, der Lord‘s Resistance Army, in Uganda entführt und gezwungen wurde, Kindersoldat zu sein. Nach mehreren Monaten konnte er fliehen.
„Wir appellieren dringend an die Bundesregierung, die Mittel für humanitäre Hilfe wieder mindestens auf das Niveau von 2023 anzuheben. Diese wurden seitdem trotz des dramatisch steigenden Bedarfs um 1,7 Milliarden Euro gekürzt, während die Verteidigungsausgaben um 50 Milliarden Euro gestiegen sind. Diese Zahlen zeigen: Das Geld ist da. Statt in Aufrüstung muss die Bundesregierung vor allem in Krisenprävention, Frieden und Entwicklung investieren und darf dabei Kinder in Kriegsgebieten nicht vergessen. Durch die massiven Kürzungen der humanitären Hilfe Deutschlands um über 60 Prozent seit 2023 haben mehrere Millionen Menschen in Not den Zugang zu dringend benötigter Hilfe verloren, Kinder verhungern, verdursten und erliegen Krankheiten, weil Medikamente fehlen“,
sagt Frank Mischo von der Kindernothilfe, Sprecher des Deutschen Bündnis Kindersoldaten.
Am 12. Februar 2002 ist das Zusatzprotokoll der Kinderrechtskonvention zu Kindern in bewaffneten Konflikten in Kraft getreten, das den Einsatz von unter 18-Jährigen in bewaffneten Konflikten verbietet. Anlässlich dieses Red Hand Day am 12. Februar, dem Tag gegen den Einsatz von Kindern und Jugendlichen als Soldat*innen, ruft das Deutsche Bündnis Kindersoldaten gemeinsam mit zahlreichen Organisationen weltweit zu Aktionen mit dem Symbol der roten Hand auf. Schon über eine halbe Million Menschen in über 50 Ländern haben weltweit mit ihrem Handabdruck gegen den Missbrauch von Kindern als Soldat*innen protestiert. Auch in diesem Jahr finden Rote-Hand-Aktionen in zahlreichen deutschen Städten wie Berlin, Stuttgart, Osnabrück, Duisburg und Bergisch-Gladbach statt. Viele der neun Mitgliedsorganisationen des Deutschen Bündnis Kindersoldaten unterstützen weltweit Hilfsprojekte für Kindersoldat*innen.
Quelle: Terre des hommes vom 11.02.2026
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