Tag des Holocaust-Gedenkens

„Erinnern verpflichtet – jetzt Haltung zeigen!“

Am Holocaust-Gedenktag betonen GEW und VBE die Bedeutung des Erinnerns an die NS-Opfer als Grundlage einer wehrhaften Demokratie. Sie warnen vor zunehmendem Antisemitismus und Rassismus und fordern politische Maßnahmen zur Stärkung der Demokratiebildung in Schulen. Lehrkräfte sollen in ihrer Rolle gestärkt werden, um gegen Hass und Desinformation vorzugehen.

27.01.2026

„Am 27. Januar gedenken wir der Opfer des Nationalsozialismus. Dieses Gedenken mahnt uns, die Erinnerung wachzuhalten – das ist nicht nur mit Blick auf die Vergangenheit, sondern auch die Gegenwart und Zukunft wichtig“, teilen die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und der Verband Bildung und Erziehung (VBE) am Holocaust-Gedenktag mit. „Antisemitismus, Rassismus und Demokratiefeindlichkeit nehmen wieder zu, in Schulen ebenso wie im gesamtgesellschaftlichen analogen und digitalen Miteinander. Die Politik ist in der Pflicht, alles Erdenkliche zu tun, um diese Entwicklung zu bremsen und umzukehren.“

„Wir beobachten eine schleichende Normalisierung von Menschenfeindlichkeit und autoritären Denkmustern. Wenn rechtsextreme Parteien in Parlamenten an Einfluss gewinnen, wenn Geschichtsrevisionismus Raum greift und antisemitische Hetze Alltag wird, ist das ein Angriff auf die Grundlagen unseres demokratischen Zusammenlebens. Erinnerungskultur ist deshalb keine historische Formalität, sondern Voraussetzung für eine wehrhafte Demokratie“, 

betont Tomi Neckov, Bundesvorsitzender des VBE.

„Schulen tragen dabei eine besondere Verantwortung. Sie sind Orte des Lernens und des gesellschaftlichen Miteinanders – Orte, an denen Werte wie Respekt, Vielfalt und Menschenwürde täglich erfahrbar werden. Lehrkräfte leisten unter oft schwierigen Bedingungen die wichtige Aufgabe, jungen Menschen historisches Wissen, kritische Urteilskraft und Empathie zu vermitteln. Das braucht Zeit, Unterstützung und politische Rückendeckung“, 

sagt GEW-Vorsitzende Maike Finnern.

VBE und GEW stellen fest: 

„Demokratiebildung darf nicht an den Rand gedrängt werden. Schulen benötigen verlässliche Strukturen, Fortbildungen und Materialien, um wirksam gegen Diskriminierung, Hass und Desinformation vorgehen zu können. Das Erinnern an die Verbrechen des Nationalsozialismus ist nicht verhandelbar – es ist eine dauerhafte Verpflichtung für alle, die in Bildung, Politik und Gesellschaft Verantwortung tragen. Nie wieder ist jetzt!“

Hintergrundinformation

Der 27. Januar ist seit 1996 ein bundesweiter, gesetzlich verankerter Gedenktag. Er wurde von dem verstorbenen Altbundespräsidenten Roman Herzog als „Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus“ ins Leben gerufen. Das Datum des Jahrestages erinnert an die Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau sowie der Konzentrationslager Auschwitz I und Monowitz am 27. Januar 1945 durch die Rote Armee. Die Vereinten Nationen haben den 27. Januar im Jahr 2005 zum „Internationalen Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust“ erklärt.

Der Geschäftsführende Vorstand der GEW hat am 9. Januar 2025 eine Stellungnahme zum Thema Antisemitismus beschlossen.

Kontakt

Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
Pressesprecher
Ulf Rödde
Telefon: 069 789 73-114

E-Mail: ulf.roedde@gew.de

Verband Bildung und Erziehung (VBE)
Referent für Presse-, Öffentlichkeitsarbeit
Johannes Glander
Telefon: 030 726 19 66-17

E-Mail: presse@vbe.de

Quelle: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) vom 26.01.2026

Redaktion: Zola Kappauf