Bayern

Ehrenamtskonzept setzt neue Impulse

Anerkennung, echte Mitbestimmung und Offenheit sind für junge Engagierte entscheidend. Zu diesem Ergebnis kommt das Projekt „Jung & Engagiert“ des Bayerischen Jugendrings, das erstmals systematisch in ganz Bayern die Perspektiven hunderter junger Menschen auf das Ehrenamt ausgewertet hat. In Zukunft sollen die Erkenntnisse im Ehrenamt landesweit als Grundlage dienen.

22.01.2026

Junge Menschen wollen sich engagieren – aber nur, wenn ihr Einsatz wirklich zählt und Strukturen offen gestaltet sind. Zu diesem Ergebnis kommt das neue Ehrenamtskonzept des Bayerischen Jugendrings (BJR). Es ist im Rahmen des Projekts „Jung & Engagiert“ entstanden, in dem junge Menschen aus ganz Bayern umfassend beteiligt wurden. In Workshops, Regionalkonferenzen, Aktionen an Orten der Jugendarbeit sowie in einer bayernweiten Online-Umfrage haben hunderte Jugendliche ihre Erwartungen an das Ehrenamt der Zukunft formuliert. Die daraus gewonnenen zentralen Erkenntnisse wurden nun in einem Ehrenamtskonzept für junges Engagement gebündelt, dessen Erarbeitung der Bayerische Landtag angeregt und mit der Umsetzung den BJR beauftragt hatte.

Für den BJR sind die Ergebnisse ein klares Signal für die Zukunft des Ehrenamts. BJR-Präsident Philipp Seitz sagte: 

„Wenn junge Menschen merken, dass ihr Einsatz zählt, wächst Engagement – und junge Perspektiven bereichern Vereine und Verbände. Das motiviert auch andere Jugendliche, sich einzubringen. Anerkennung schafft Motivation und stärkt die Zukunft des Ehrenamts in Bayern.“

Bayerns Jugendministerin Ulrike Scharf, MdL, betont: 

„Das Engagement junger Menschen ist das Fundament eines lebendigen und solidarischen Miteinanders. Es ist mir wichtig, das Projekt ‚Jung & Engagiert‘ zu unterstützen. Es setzt ein starkes Zeichen für die Mitgestaltung und Teilhabe der jungen Generation. Das Ehrenamtskonzept, das Jugend und Fachleute gemeinsam erarbeitet haben, soll dazu beitragen, noch mehr Jugendliche für das Ehrenamt gewinnen. Ich setze mich dafür ein, die Möglichkeiten für den ehrenamtlichen Einsatz von jungen Menschen weiterzuentwickeln und zu stärken. Herzlichen Dank an alle, die sich mit ihren Ideen und großer Begeisterung engagieren – sie machen Bayern gemeinsam stark!“

Entstanden ist ein umfassendes Ehrenamtskonzept, das die zentralen Erkenntnisse bündelt: Junge Menschen wollen sich ausprobieren können, Verantwortung übernehmen und zeitlich flexibel bleiben. Insbesondere beim Einstieg wünschen sie sich klar benannte Ansprechpartner*innen. Darüber hinaus sind es vor allem zwei Aspekte, die für viele eine entscheidende Rolle spielen.

Anerkennung - Wirksamkeit sicherstellen, Verantwortung ermöglichen, Kompetenzen würdigen

Junge Engagierte wünschen sich vor allem, dass ihr Beitrag sichtbar wird und Wirkung entfaltet. Anerkennung besteht für sie nicht nur aus formellen Ehrungen, sondern vor allem aus konstruktivem Feedback, Vertrauen und echten Verantwortungsspielräumen. Dazu zählt auch, dass die im Ehrenamt gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen stärker in Ausbildung und Beruf berücksichtigt werden. Denn sie vermitteln jungen Menschen ganz konkrete Fähigkeiten für ihren weiteren Weg – von Teamarbeit über Projektplanung und Selbstorganisation bis hin zu Verantwortung in Leitungsfunktionen.

Die Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, Gabi Schmidt, MdL, betont: 

„Mit Jung und Engagiert durften wir miterleben, wie viel Kraft, Kreativität und Haltung junge Menschen in das bürgerschaftliche Engagement einbringen. Das Projekt hat uns deutlich gezeigt: Junge Freiwillige wollen mitgestalten – aber sie brauchen Räume, die offen sind für neue Ideen, für flexible Wege des Engagements und für digitale Formen der Zusammenarbeit. Kurz gesagt: Sie brauchen das passende Umfeld, um sich entfalten zu können. Eine der wichtigsten Erkenntnisse war deshalb, dass wir nicht nur junge Menschen für das Ehrenamt begeistern müssen, sondern auch unsere Strukturen modernisieren müssen. Wenn wir ihre Perspektiven ernst nehmen und gemeinsam weiterdenken, entsteht ein Ehrenamt, das voller Leben ist und in die Zukunft wirkt. Auf diese Weise schaffen wir die Grundlage dafür, dass unser Bayern lebens- und liebenswert bleibt.“

Offenheit: Vielfalt ermöglichen – nicht nur behaupten

Eine weitere zentrale Erkenntnis lautet: Engagement gewinnt, wenn Offenheit mehr ist als ein Lippenbekenntnis. Jugendliche wünschen sich Strukturen, die tatsächlich unterschiedliche Lebensrealitäten abbilden. Offenheit bedeutet deshalb: vielfältige Perspektiven sichtbar einzubeziehen, junge Menschen nicht nur teilnehmen zu lassen, sondern ihnen Einflussmöglichkeiten zu geben und Möglichkeiten zum Engagement genau dort anzubieten, wo junge Menschen heute unterwegs sind – analog wie digital.

„Junge Menschen bringen unterschiedliche Erfahrungen, Hintergründe und Perspektiven ein. Genau darin liegt eine große Stärke für das Ehrenamt von morgen“, betont Philipp Seitz. „Wo Vielfalt selbstverständlich wird, entstehen neue Ideen und ein Wir-Gefühl, das unsere Gesellschaft nachhaltig stärkt.“

Ausblick: Konkrete Impulse für das Ehrenamt von morgen

Mit dem Ehrenamtskonzept legt der BJR eine praxisorientierte Grundlage vor, wie Jugendarbeit, Vereine, Verbände und Politik Engagement weiter stärken können. Die Ergebnisse von „Jung & Engagiert“ zeigen: Junges Engagement wächst dort, wo Offenheit wirklich gelebt wird und junge Menschen Anerkennung für ihren Einsatz erfahren. In Kürze wird das Konzept an alle Mitglieder des Bayerischen Landtags verschickt und kann als Grundlage für eine gezielte Weiterentwicklung und Stärkung des Ehrenamts in Bayern dienen.

Gefördert wurde „Jung & Engagiert“ vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales und unterstützt von der Ehrenamtsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung Gabi Schmidt, MdL. Das Projekt wurde durch einen Expert*innenrat aus Wissenschaft, Jugendarbeit, Engagementförderung und Praxis begleitet. Wissenschaftlich begleitet wurde es vom JFF – Institut für Medienpädagogik in Forschung und Praxis. 

Quelle: Bayerischer Jugendring (BJR) vom 22.12.2025

Redaktion: Klara Neumann