Berlin bündelt Kräfte
Drei Landesgremien starten Initiative gegen Kinderarmut und für starke Kieze
Drei Berliner Landesgremien starteten am 5. Mai 2026 im Nachbarschaftshaus Urbanstraße eine Initiative gegen Kinderarmut und Gewalt in sozial belasteten Quartieren. Die Gremien wollen ressortübergreifend zusammenarbeiten, um nachhaltige Verbesserungen zu schaffen. Staatssekretär Machulik betonte die Bedeutung sozialraumorientierter Maßnahmen.
27.05.2026
Am 5. Mai 2026 traf sich die Lenkungsrunde Ressortübergreifende Gemeinschaftsinitiative, die Landeskommission gegen Gewalt und die Landeskommission zur Prävention von Kinderarmut im Nachbarschaftshaus Urbanstraße. Dort beschlossen die drei Landesgremien eine gemeinsame Initiative für ein verstärktes Handeln in sozial belasteten Gebieten.
In Berlin wachsen viele Kinder und Jugendliche in Stadtteilen auf, die von besonderen sozialen Herausforderungen geprägt sind. Das sind Quartiere mit einer hohen Kinderarmut und einer hohen Gewaltbelastung. Um diese Herausforderungen ressortübergreifend anzugehen, starteten die drei Berliner Landesgremien diese gemeinsame Initiative.
Staatssekretär für Wohnen und Mieterschutz Stephan Machulik (Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen):
„Berlin steht vor der Aufgabe, in sozial benachteiligten Quartieren nachhaltige Verbesserungen zu schaffen. In Quartieren wie Kreuzberg-Nord oder Hellersdorf-Nord sehen wir täglich, wie sich Armut und Gewalt gegenseitig verstärken. Mit der heutigen Lenkungsrunde setzen wir ein klares Zeichen: Wir handeln gemeinsam und koordiniert. Unser Fokus liegt auf der Sozialraumorientierung und der Umsetzung von Maßnahmen, die direkt vor Ort wirken. Das Nachbarschaftshaus Urbanstraße ist hierfür ein hervorragendes Beispiel, wie unterschiedliche Maßnahmen vor Ort ineinandergreifen.“
Staatssekretärin für Sport Franziska Becker (Senatsverwaltung für Inneres und Sport):
„Die Förderung eines gewaltfreien Miteinanders ist eine Kernaufgabe des Landes Berlin und wird seit 30 Jahren von der Landeskommission Berlin gegen Gewalt koordiniert. Unser Schwerpunkt ist: frühzeitig und vorausschauend gesellschaftliche Probleme und Risikofaktoren für Gewaltverhalten zu adressieren, bevor Gewalt überhaupt entsteht! Durch die ressortübergreifende Zusammenarbeit können wir Synergien nutzen und gezielt dort ansetzen, wo Unterstützung am dringendsten benötigt wird. Es ist unser gemeinsames Ziel, Kindern und Jugendlichen in Berlin ein sicheres und förderliches Umfeld im öffentlichen Raum und im sozialen Umfeld zu bieten.“
Staatssekretär für Jugend und Familie Falko Liecke (Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie):
„Kinderarmut und Gewalt dürfen keine Zukunftsaussichten bestimmen. Mit dieser Initiative schaffen wir eine Plattform, um bewährte Ansätze zu bündeln und neue Strategien zu entwickeln. Besonders wichtig ist uns die Einbindung der Quartiere selbst – denn nur gemeinsam mit den Menschen vor Ort können wir nachhaltige Veränderungen bewirken.“
Hintergrund und geplantes Vorgehen
Die drei Gremien erarbeiten bis 2028 ein Konzeptpapier, das die Schnittstellen zwischen Kinderarmut, Gewalt und sozialer Benachteiligung analysiert. Es identifiziert Quartiere mit besonderem Handlungsbedarf, sammelt Best-Practice-Beispiele und schlägt konkrete Maßnahmen vor.
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen vom 05.05.2026
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