Jugendpolitik
DKHW: Werbebeschränkungen für Tabakerzeugnisse gehen nicht weit genug
Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) begrüßt die geplante Ausweitung der Werbebeschränkungen für Tabakerzeugnisse. Aus Sicht der Kinderrechtsorganisation geht die Gesetzesänderung aber nicht weit genug. Notig sei ein umfassendes Verbot von Werbung, auch an Verkaufsstellen, sowie Promotion und Sponsoring.
03.07.2020
„Maßnahmen wie das Verbot der Außenwerbung für Tabakprodukte und E-Zigaretten sowie das grundsätzliche Verbot der Tabak- und E-Zigarettenwerbung vor Kinofilmen mit Altersfreigabe für Kinder und Jugendliche sind wichtige Schritte in die richtige Richtung, aber noch nicht mutig genug. Auch Promotion für Tabakerzeugnisse und Sponsoring, die inzwischen mehr als die Hälfte der Werbeausgaben der Tabakindustrie ausmachen und mit denen auch Kinder und Jugendliche in Berührung kommen können, sollten verboten werden“, betonte Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, anlässlich der am 2. Juli geplanten Verabschiedung des Zweiten Gesetzes zur Änderung des Tabakerzeugnisgesetzes.
„Die UN-Kinderrechtskonvention muss endlich auch im Bereich Tabakwerbung konsequent durchgesetzt werden. Aus dieser Konvention ergibt sich die staatliche Verpflichtung, die Tabakindustrie so weit zu regulieren, dass das Kindeswohl und das Recht von Kindern auf gesundes Aufwachsen nicht gefährdet werden. Der UN-Kinderrechteausschuss fordert die Staaten zudem explizit dazu auf, Kinder vor Tabakkonsum zu schützen und Maßnahmen zu treffen, um diesen zu reduzieren. Tabakwerbung und Werbung für E-Zigaretten sind für Jugendliche, aber auch bereits für Kinder ansprechend. Deshalb ist ein umfassendes Verbot von Werbung, auch an Verkaufsstellen, sowie Promotion und Sponsoring unumgänglich, um sie vor unangemessenen Kauf- und Konsumanreizen zu schützen“, so Hofmann weiter.
Studien zeigen, dass insbesondere junge Menschen auf Tabakaußenwerbung reagieren – 75 Prozent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen nehmen diese wahr. Neben dem Freundeskreis ist Zigarettenwerbung der häufigste Grund für junge Menschen, mit dem Rauchen anzufangen. Stärker als bei anderen Produkten haben Studien eine klare Verbindung zwischen der Wahrnehmung von Zigarettenwerbung und dem Rauchverhalten festgestellt. Dabei zeigen Tabakwerbeverbote Wirkung: In Ländern mit umfassenden Verbotsregelungen ist ein deutlich größerer Rückgang des Tabakkonsums zu verzeichnen. Allerdings funktioniert das vor allem dann, wenn Werbeverbote umfassend sind.
Quelle: Deutsches Kinderhilfswerk e.V.
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