Gesundheit
Deutsches Kinderhilfswerk begrüßt geplante Zuckerabgabe auf Erfrischungsgetränke
Die Kinderrechtsorganisation plädiert bereits seit Langem gemeinsam mit vielen anderen Organisationen für die Einführung einer „Limo-Steuer“ wie beispielsweise in Großbritannien. War der Zuckerkonsum über Süßgetränke dort vorher etwa gleich hoch wie in Deutschland, sank er in Großbritannien bereits durch die Ankündigung der Steuer drastisch und liegt nun ganze fünf Gramm pro Tag und Kopf unter dem deutschen Niveau.
30.04.2026
„Beim Zuckerverbrauch über Erfrischungsgetränke ist Deutschland Spitzenreiter unter den großen westeuropäischen Ländern. Das belegen Zahlen des Marktforschungsinstituts Euromonitor. Dabei ist der flüssige Zucker besonders gesundheitsschädlich. Zuckergesüßte Getränke gelten laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als eine der Hauptursachen für die Entstehung von Adipositas und Typ-2-Diabetes. Während andere Länder hier schon längst Maßnahmen ergriffen haben, passierte in Deutschland bisher nichts. Dass sich das jetzt ändern soll, ist ein Schritt in die richtige Richtung“,
betont Anne Lütkes, Präsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes im Vorfeld der heutigen Sitzung des Bundeskabinetts.
Generell gilt: Durch die Reformulierung von Rezepturen kann die ernährungsphysiologische Qualität von Lebensmitteln gesteigert werden. Hierfür hat die Bundesregierung bereits die nationale Reduktions- und Innovationsstrategie für Zucker, Fette und Salz veröffentlicht, die jedoch als verpflichtende Maßnahme wohl größere wünschenswerte Rezepturveränderungen erzielen würde. Das ist dringend nötig, da insbesondere bei Kindern und Jugendlichen der hohe Zuckergehalt von Softdrinks aufgrund seiner eingeschränkten Transparenz und leichten Verfügbarkeit ein Gesundheitsrisiko darstellt. Zucker wird in flüssiger Form oftmals „versteckt“ konsumiert, eine einzelne Flasche Limonade kann bereits ein Vielfaches der empfohlenen Tageshöchstmenge enthalten. Gerade Kinder und Jugendliche nehmen dadurch unbewusst große Mengen Zucker auf.
„Es hat sich gezeigt, dass freiwillige Selbstverpflichtungen der Wirtschaft, Aufklärungsmaßnahmen und Kennzeichnungspflichten allein nicht ausreichen, um eine nachhaltige Reduktion des Zuckergehalts in Erfrischungsgetränken zu erreichen. Es braucht deshalb ergänzend weitere Maßnahmen, die ein gesundheitsbewusstes Konsumverhalten fördern. Mit einer Zuckerabgabe werden Anreize für Unternehmen geschaffen, den Zuckergehalt von stark zuckerhaltigen Erfrischungsgetränken wie Limonaden zu reduzieren. Die durch eine Zuckerabgabe etwaig entstehenden Einnahmen sollten zielgerichtet für gesundheitsfördernde Präventionsmaßnahmen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, sowie Maßnahmen zur Stärkung der Gesundheitskompetenz verwendet werden“,
sagt Anne Lütkes.
Termine zum Thema
-
02.06.2026
Kinderrechte leben – Kinderschutz stärken. Impuls (3/4) „Kinderschutz in Pflegeverhältnissen“
-
02.06.2026
Elterntreffen AUStauschZEITEN
-
08.06.2026
Basisschulung - Kinderschutz & Kindeswohlgefährdung
-
17.06.2026
Safer Spaces and Participation in Cultural Education ‒ A European Conference on Child Safeguarding Policies
-
07.07.2026
Kinderrechte leben - Kinderschutz stärken. Impuls (4/4) "Schutzkonzepte operationalisieren"
Materialien zum Thema
-
Stellungnahme / Diskussionspapier
Zwischenruf zur Stärkung der Strukturen zur Selbstvertretung gem. § 4a SGB VIII (auch) auf Bundesebene
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Leitfaden für trans* Kinder und Jugendliche
-
Webangebot / -portal
Materialpaket - Kinderrechte weltweit
-
Podcast
Podcast Berufsjugendlich, Folge 53: Lifestyle: Berufsjugendlich
-
Podcast
Die neuen Fremden in unserer Gesellschaft - Kinder!
Projekte zum Thema
-
MUTPraxis
Traumapädagogische Stabilisierung und psychosoziale Prävention im pädagogischen Alltag (MUTPraxis)
-
Kinderschutz und Kinderrechte in der digitalen Welt
-
Schulen
Bewegungs-Pass an Grundschulen
-
Kompetenzzentrum für Gesundheitsförderung in Kitas
Gute und gesunde Kita für alle! Kita-Qualität durch Gesundheitsförderung stärken
-
Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend
Medizinische Kinderschutzhotline
Institutionen zum Thema
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
AMYNA e.V. - Schutz von Mädchen* und Jungen* vor sexueller Gewalt
-
Verband / Interessenvertretung
Bundesverband für Kindertagespflege e.V.
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Kindernothilfe e.V.
-
Verband / Interessenvertretung
Kinder- und Jugendinteressenvertretung Hessen
-
Oberste Landesjugendbehörde
Ministerium für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstsein