Bildungsforschung

Deutscher Lernatlas: Wo lernen wir am besten?

Mit ihrem Deutschen Lernatlas will die Bertelsmann Stiftung den Stellenwert des Lernens in den 412 deutschen Kreisen und kreisfreien Städten veranschaulichen und deutlich machen, inwieweit eine Kommune über die Lernvoraussetzungen verfügt, um wirtschaftlich und sozial erfolgreich zu sein.

21.11.2011

Die zentralen Ergebnisse sind: Kreise und kreisfreie Städte in Bayern und Baden-Württemberg bieten die besten Lernbedingungen. Dahinter folgen etwa gleichauf Regionen in Sachsen, Rheinland-Pfalz und Hessen. Mecklenburg-Vorpommern ist Schlusslicht der Flächenstaaten. Bei den Stadtstaaten liegt Hamburg vor Berlin und Bremen. "Mit dem Deutschen Lernatlas will die Bertelsmann Stiftung mehr Transparenz über die Lernbedingungen schaffen", erläuterte Jörg Dräger, für Bildung zuständiges Vorstandsmitglied der Bertelsmann Stiftung. "Wo lebenslang gelernt wird, sind die Menschen glücklicher, das Zusammenleben ist sozial gerechter und die Gesellschaft wohlhabender. Der Deutsche Lernatlas zeigt uns, wo die Voraussetzungen für lebenslanges Lernen am besten sind", erklärte Dräger. "Er verdeutlicht, dass Lernen mehr ist als Schule."

Gute Lernumfelder trotz wirtschaftlichem Rückstand machbar
Unter den größten Städten Deutschlands bietet München nach Angaben der Bertelsmann Stiftung die besten Lernbedingungen, bei den mittleren und kleineren kreisfreien Städten lägen Erlangen und Bamberg vorn. Unter den ländlichen Regionstypen schnitten die Kreise Würzburg, Main-Spessart und Miesbach am besten ab. 20 Jahre nach der deutschen Einheit zeige sich bei den Lernbedingungen in Deutschland weniger ein Unterschied zwischen Ost und West, sondern vielmehr ein deutliches Süd-Nord-Gefälle: Deutschlands Lernhauptstädte und beste Lernregionen liegen laut Lernatlas vor allem in Bayern, Baden-Württemberg und Sachsen.

Beim "Schulischen Lernen" schneidet in der Untersuchung beispielsweise auch Thüringen sehr gut ab. Nachholbedarf bestehe im Osten allerdings beim "Sozialen Lernen", denn viele Regionen in den neuen Bundesländern hinkten beim sozialen Engagement hinterher, wie die Bertelsmann Stiftung mitteilte.

Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten
Eine weitere Erkenntnis: Auf dem Land sind die Lernumfelder oft besser als in den Städten. Außer beim "Persönlichen Lernen" erzielen ländlich geprägte Kreise im Durchschnitt deutlich bessere Ergebnisse als die deutschen Großstädte. Dass gute Lernumfelder nicht unbedingt von der ökonomischen Lage einer Region abhängen, zeigen die Überraschungssieger des Deutschen Lernatlas: Städte wie Dresden, Jena, Kaufbeuren und Rosenheim, aber auch die Landkreise Trier-Saarburg oder Amberg-Sulzbach. Sie gehören trotz ungünstigerer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen zu den überdurchschnittlichen Lernregionen.

Kennzahlen im Lernatlas
Weil Menschen am Arbeitsplatz, als Mitglieder in Vereinen oder politischen Organisationen, in der Familie, in der Freizeit und im Gemeinwesen lernen, erfasst der Deutsche Lernatlas auch Kennzahlen für berufliches, soziales und persönliches Lernen. Er bietet so die einzigartige Möglichkeit, die Lernbedingungen in allen Lebensbereichen greifbar und vergleichbar zu machen.

Für den Deutschen Lernatlas wurden über 300 Kennzahlen aus unterschiedlichen Quellen überprüft. Nach einem in Kanada entwickelten mathematischen Verfahren wurden daraus 38 Kennzahlen ausgewählt, die besonders aussagekräftig für die Lernbedingungen vor Ort und für nahezu alle Kommunen verfügbar sind. Diese wurden dann zu einem Gesamtindex kombiniert, der abbildet, wie gut die Entwicklungschancen der Bürger in den verschiedenen Lebensbereichen, Lernformen und Lernorten sind.

Die Ergebnisse
Alle Ergebnisse, Einzelprofile für die 412 deutschen Kreise und kreisfreien Städte, ein Bundesländervergleich sowie ausführliche Karten und Diagramme können online auf der Website <link http: www.deutscher-lernatlas.de external-link-new-window external link in new>Deutscher Lernatlas abgerufen werden.

Quelle: Bertelsmann Stiftung

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