Save the Children
Bundeshaushalt 2026 – Weitere Hilfskürzungen gefährden Kinder
Save the Children warnt vor den geplanten Kürzungen im Bundeshaushalt 2026. Trotz wachsender globaler Krisen soll weniger Geld für Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe bereitgestellt werden. Die Organisation kritisiert, dass dadurch Kinderleben gefährdet und Zukunftschancen zerstört werden und fordert eine deutliche Aufstockung der Mittel.
23.10.2025
Diese Woche berät der Bundestag in erster Lesung über den Haushaltsentwurf 2026. Die Bundesregierung sieht wie bereits 2025 Einsparungen bei der internationalen Zusammenarbeit vor. Vor dem Hintergrund der vielen sich verschärfenden humanitären Krisen auf der Welt ist dies der falsche Weg, warnt Save the Children.
„Kaum hat der Bundestag den Haushalt 2025 verabschiedet, schlägt die Regierung für das kommende Jahr weitere Einsparungen bei der Entwicklungszusammenarbeit vor und verweigert sich einer dringend benötigten Aufstockung der humanitären Hilfe. Ausgerechnet in einer Woche, in der bei den Vereinten Nationen in New York über die Krisen der Welt debattiert wird, werden deren Folgen in Berlin weitgehend ausgeblendet. Nach UN-Schätzungen sind in diesem Jahr 300 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen. Zugleich wurden internationale Hilfen in einem nie dagewesenen Ausmaß gekürzt. Wir sehen bereits die Auswirkungen: Wichtige Gesundheits-, Ernährungs- oder Bildungsprogramme wurden gestoppt – auch bei Save the Children. Für ein mangelernährtes Baby, das keine therapeutische Nahrung mehr erhält, kann das lebensbedrohlich sein. Mit dem Rotstift werden Kinder gefährdet und Zukunftschancen verbaut.
Überall sind die Folgen der internationalen Mittelkürzungen spürbar: Am Horn von Afrika, wo die Dürre diejenigen am härtesten trifft, die am wenigsten zur Klimakrise beigetragen haben. Oder zuletzt beim Erdbeben in Afghanistan, als Verletzte tagelang auf medizinische Hilfe warteten. Zuvor waren dutzende Kliniken geschlossen und Mitarbeitende von Hilfsorganisationen abgezogen worden.
Deutschland schließt sich dem weltweiten Kürzungstrend an, anstatt seiner internationalen Verantwortung gerecht werden. Entwicklungszusammenarbeit und humanitäre Hilfe sind kein Nice-to, sondern ein wichtiger Beitrag für mehr globale Stabilität und für eine Welt, in der Kinder sicher und gesund aufwachsen können“,
sagt Florian Westphal, Geschäftsführer von Save the Children Deutschland.
Weiterführende Informationen
Laut dem Haushaltsentwurf 2026 soll der Etat für das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) um 331 Millionen Euro auf 9,94 Milliarden gesenkt werden. Das sind über drei Prozent weniger als 2025 und über elf Prozent weniger als 2024.
Der Etat für humanitäre Hilfe war 2025 um 53 Prozent auf nur noch eine Milliarde Euro gekürzt worden und soll 2026 auf diesem niedrigen Niveau bleiben.
Der Verband Entwicklungspolitik und Humanitäre Hilfe VENRO, dem Save the Children angehört, fordert für den Bundeshaushalt 2026 mindestens 2,5 Milliarden Euro für humanitäre Hilfe sowie mindestens 11,2 Milliarden Euro für Entwicklungszusammenarbeit.
Quelle: Save the Children vom 24.09.2025
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