Digitalisierung der Schulen
Bitkom fordert zügigen Aufbau einer nationalen Bildungsplattform
Bei der Digitalisierung der Schulen sollten sich die Bundesländer zusammenschließen und gemeinsam mit Unterstützung des Bundes die beim Bildungsgipfel beschlossene nationale Bildungsplattform nun zügig aufbauen. Das fordert der Digitalverband Bitkom vor dem Hintergrund der anhaltenden Probleme mit digitalem Fernunterricht an deutschen Schulen.
20.01.2021
Digitalisierung sollte nicht am föderalen Klein-Klein scheitern
„Fast ein Jahr nach Beginn der Pandemie sind unsere Schulen noch immer nicht in der Lage, flächendeckend digitalen Fernunterricht anzubieten. Ein Hauptproblem sind die Plattformen der Bundesländer, die den großen Nutzerzahlen vielfach nicht gewachsen sind und unter der Belastung zusammenbrechen“, sagt Bitkom-Präsident Achim Berg. Es sei nicht zielführend, dass viele Bundesländer an einer eigenen Lösung bastelten. „Wir müssen die Ressourcen und das Know-how der Länder bündeln, um ein bundeseinheitliches Angebot zu entwickeln, das die bisherige Länderplattformen und die Lösungen privater Anbieter integriert.“
Bitkom ruft die Bundesländer und alle Schulträger dazu auf, beim Aufbau einer nationalen Bildungsplattform intensiv zu kooperieren. Berg: „Gute Lösungen, die sich bereits bewährt haben, müssen nicht verworfen werden, sondern können in die Entwicklung einer nationalen Bildungsplattform eingebracht werden. Die Digitalisierung der Schulen darf nicht am föderalen Klein-Klein scheitern, sondern erfordert einen gemeinsamen Kraftakt von Kommunen, Ländern und Bund.“
Die Idee einer nationalen Bildungsplattform
Eine nationale Bildungsplattform schafft ein deutschlandweit nutzbares digitales Lernsystem, das individuelles Lernen orts- und zeitunabhängig in allen Altersstufen ermöglicht. Durch ein einheitliches System können länderübergreifende Lernkooperationen erleichtert werden. Lernwege und Leistungsnachweise bleiben auch bei Schulwechseln nachvollziehbar. Zudem sorgt eine nationale Plattform für Transparenz über Bildungsangebote von länderübergreifend agierenden Anbietern. Die nationale Plattform sollte aus Bitkom-Sicht so gestaltet werden, dass auch länder- und schulspezifische Lehrinhalte und Konzepte ihren Platz finden. Zur Finanzierung der digitalen Bildungsinhalte und Lernsysteme müssten zusätzliche Haushaltsmittel eingeplant werden. Zu klären sei, ob digitale Lernmaterialien über die Länder beziehungsweise Kommunen eingekauft werden oder ob den Schulen ein eigenes Budget zur Verfügung steht.
Weitere Hintergründe und die technischen Anforderungen an eine nationale Bildungsplattform finden sich in dem Positionspapier „Deutschlands Bildungsplattform: Praxisorientiert, vernetzt, nachhaltig“.
Quelle: Bitkom e.V. vom 15.01.2021
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