DAK Psychreport 2024
Beschäftigte in Kitas und in der Sozialarbeit stark belastet – Politik und Arbeitgeber müssen endlich handeln
Die ver.di informiert über den aktuellen DAK Psychreport 2024, der aufzeigt, wie der Fachkräftemangel und schwierige Arbeitsbedingungen die psychische Gesundheit von Mitarbeitern in Kitas und Sozialarbeit beeinflussen. Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit, Maßnahmen zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu ergreifen und die psychische Belastung der Beschäftigten zu reduzieren.
21.03.2024
Der aktuelle DAK Psychreport 2024 zeigt deutlich, dass sich der Fachkräftemangel und die herausfordernde Arbeitssituation massiv auf die psychische Belastung der Beschäftigten in Kitas und in der Sozialarbeit auswirkt. Damit bestätigt der DAK-Report Untersuchungen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Hochschule Fulda, die durch ihre gemeinsamen Studien in den vergangenen Jahren mehrfach auf die Probleme aufmerksam gemacht haben.
Die DAK-Untersuchung zeigt, dass die Arbeitsfelder Kita und Sozialarbeit mit 534 Fehltagen auf je 100 Versicherte die traurige Statistik anführen, während der Durchschnitt bei 323 Fehltagen je 100 DAK-Versicherten liegt. Auch die Berichte der Beschäftigten spiegeln diese Situation. Es gibt inzwischen einen Teufelskreis aus Überlastung, Erkrankung, Fluktuation und einer immer dünner werdenden Personaldecke. Zudem lässt sich deutlich zeigen, dass die Arbeitgeber ihrer Arbeitgeberfürsorge oft nicht nachkommen und gesetzlich vorgegebene Instrumente wie beispielsweise die Gefährdungsbeurteilung für psychische Belastung nicht anwenden und Überlastungsanzeigen des Personals nicht bearbeiten.
„Der DAK Psychreport zeigt deutlich, wohin diese respektlose Misswirtschaft führt. Die Leidtragenden sind Kinder, Eltern und Beschäftigte. Die Kolleginnen und Kollegen können und wollen diesen Umgang mit ihrer Arbeitskraft, ihrem Engagement und ihrer Gesundheit nicht mehr hinnehmen“, betont die stellvertretende ver.di-Vorsitzende Christine Behle. Deshalb rufe ver.di alle Beschäftigten in Kitas auf, sich an der Kollektiven Gefährdungsanzeige von ver.di zu beteiligen. Seit Anfang Februar gebe es die Möglichkeit, den Offenen Brief an die Jugend- und Familienministerkonferenz (JFMK) zu unterschreiben. In diesem Offenen Brief werden die Gefährdungen für Beschäftigte und Kinder und die Gründe für die Gefährdungen deutlich benannt und die zuständigen Landesministerinnen und Landesminister aufgefordert, endlich Maßnahmen einzuleiten.
Diese Maßnahmen sind unter anderem:
- entlastende Sofortmaßnahmen: Professionelle Kräfte für Küche, Hausarbeit, Hausmeisterdienste und Verwaltung,
- die Stabilisierung des bestehenden Kita-Systems,
- den Stopp des Abbaus der Qualitätsstandards,
- die Veranstaltung eines bundesweiten Kita-Gipfels,
- die Beteiligung des Bundes,
- ein Stufenplan zum Ausbau der Erzieher*innenausbildung,
- der geplante und abgestimmte Kita-Ausbau.
Im Mai sollen die Unterschriften durch eine ver.di-Delegation den Jugend- und Familienministerinnen- und -ministern der Länder sowie der Bundesfamilienministerin in Bremen auf ihrer gemeinsamen Konferenz übergeben werden.“
Weitere Informationen
Quelle: Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft vom 07.03.2024
Termine zum Thema
-
12.10.2026
Elterngespräche sicher und kompetent führen
-
11.11.2026
Critical Whiteness-Workshop für Multiplikator*innen, Fachkräfte und Leitungen in Kita und Hort
-
11.11.2026
Empowerment-Workshop für BIPOC-Fachkräfte in Kita und Hort
-
17.11.2026
Offene Hortarbeit: Lust oder Frust
-
23.11.2026
Arbeiten mit Kindern psychisch erkrankter Eltern
Materialien zum Thema
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Kita-Nachhaltigkeits-Audit: Selbst-Audit und Aktionsplan (CC BY 4.0)
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Medienkonzept Kita: kostenloser Baukasten (CC BY 4.0)
-
Webangebot / -portal
ICF-CY Codefinder für die Kita
-
Artikel / Aufsatz
Kinder mit Fluchterfahrung in der Kita begleiten
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Kinderrechte im Kita-Alltag: Teamkarten mit Würde-Check (CC BY 4.0)
Projekte zum Thema
-
Duale Hochschule Sachsen
Peer-Beratung im Kontext psychischer Erkrankung in der Jugendhilfe
-
NACOA Deutschland e.V. und Drogenhilfe Köln gGmbH
Hilfen im Netz
-
Kinder- und Jugendring Sachsen e.V. (KJRS e.V.)
BERUFung Jugendarbeit
-
Triple P Deutschland
ERASMUS+ PECE
-
Stiftung Kinder forschen
KiQ – gemeinsam für Kita-Qualität: Wenn Entdecken und Forschen zum Alltag werden
Institutionen zum Thema
-
Verband / Interessenvertretung
Bundesverband für Kindertagespflege e.V.
-
Stiftung / Fördereinrichtung
GOLDKIND – Stiftung für Kinder aus dysfunktionalen Familien gGmbH
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Kindernothilfe e.V.
-
Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe
Bunte Feuer GmbH
-
Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe
Volkssolidarität Leipziger Land/ Muldental e.V.