Berlin

Beratungsangebote für Auszubildende verbessern

Der Berliner Senat hat den Bericht zur Umsetzung einer Beschwerde- und Beratungsstelle für Auszubildende beschlossen. Ziel ist es, bestehende Angebote besser zu vernetzen, sichtbarer zu machen und niedrigschwellige Unterstützung zu bieten. Damit sollen Abbrüche reduziert und Azubis verlässlich gestärkt werden.

10.09.2025

Auf Vorlage von Cansel Kiziltepe, Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung, hat der Berliner Senat heute den Bericht über die Umsetzung des Beschlusses über die Etablierung einer Beschwerde- und Beratungsstelle für Auszubildende beschlossen. Im Bericht wird festgestellt, dass die Aufgaben einer neuen Beschwerde- und Beratungsstelle für Auszubildende besser abgedeckt werden, wenn die bereits vorhandenen Strukturen effektiver genutzt und bekanntgemacht werden. Insbesondere eine bessere Vernetzung der Angebote ermöglicht den Auszubildenden einen einfachen Zugang zu Beratung und Unterstützung. Alle Auszubildenden in Berlin sollen die Angebote kennen und nutzen, damit die hohe Zahl vorzeitiger Vertragslösungen kleiner wird.

Die Abbruchquoten in Berliner Ausbildungsbetrieben sind zu hoch – in einzelnen Branchen liegen sie bei bis zu 44 Prozent. Leider nehmen viele Auszubildende bestehende Hilfsangebote nicht in Anspruch. Häufig kennen sie die Angebote gar nicht, haben Angst vor Sanktionen oder wissen nicht, dass die Angebote anonym und kostenfrei sind.

„Wir müssen uns um die jungen Leute kümmern und ihnen den Zugang zu den bestehenden Beratungsangeboten erleichtern: Es geht um bessere Sichtbarkeit, eine aktive Ansprache und vertrauensbildende Maßnahmen. Damit setzt der Senat ein klares Zeichen: Junge Menschen brauchen für ihre berufliche Zukunft verlässliche Unterstützung“,

so die Senatorin Cansel Kiziltepe.

Die Maßnahmen im Überblick

Koordinierungsstelle gestartet

Seit Mai 2025 arbeitet eine zentrale Koordinierungsstelle daran, bestehende Beratungsangebote zu bündeln, Lücken zu identifizieren und die Zusammenarbeit zwischen Schulen, Betrieben und Trägern zu verbessern. Finanziert wird sie über das ESF+-Programm mit rund zwei Millionen Euro bis Ende des Jahres 2028.

Beratung direkt vor Ort

Mobile Teams und regelmäßige Sprechstunden an Berufsschulen und Oberstufenzentren sorgen für niedrigschwellige, vertrauliche Unterstützung. Digitale Kontaktmöglichkeiten ergänzen das Angebot.

Ausbilder*innen stärken

Ein neues Fortbildungsprogramm hilft dem Ausbildungspersonal, Konflikte frühzeitig zu erkennen und sensibel zu reagieren – der Fokus liegt auf Kommunikation, psychischen Belastungen und Diskriminierungsschutz.

Transparenz und Sichtbarkeit

Eine zentrale Online-Plattform listet alle Beratungsangebote in Berlin auf, inklusive Kontaktinformationen und Öffnungszeiten. Schulen erhalten zusätzlich Infomaterialien zur Weitergabe an Auszubildende.

Perspektive: Azubiwerk

Der Senat prüft, ob eine dauerhafte Beratungs- und Mitbestimmungseinrichtung im geplanten Azubiwerk verankert werden kann – als direkter Ansprechpartner für junge Menschen in Ausbildung.

Quelle: Berliner Senat für Bildung, Jugend und Familie vom 02.09.2025

Redaktion: Celine Richter