Rückschritt für Inklusion
AWO kritisiert Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe
Die AWO kritisiert die geplanten Kürzungen in der Kinder- und Jugendhilfe durch das Reformgesetz. Individuelle Hilfen sollen zugunsten infrastruktureller Angebote reduziert werden, was langfristig höhere Folgekosten verursacht. Betroffen sind besonders Kinder mit komplexen Bedarfen. Die AWO fordert bedarfsgerechte Unterstützung statt Haushaltsentlastung.
31.08.2026
Am 12.08.2026 soll das 1. Kinder- und Jugendhilfestrukturreform-Gesetz im Kabinett beschlossen werden. Damit plant die Bundesregierung beträchtliche Einschnitte für Kinder, Jugendliche und Familien.
Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sieht darin erhebliche Rückschritte unter anderem für die Inklusion von Kindern und Jugendlichen: Weil seit Jahren die kommunalen Ausgaben für die Kinder- und Jugendhilfe steigen, sollen nun individuelle Unterstützungsleistungen insbesondere bei komplexen Bedarfen verringert werden. Vorrangig sollen sie auf infrastrukturelle Angebote verwiesen werden, was dazu führen wird, dass weniger individuelle Hilfen – z.B. Hilfen zur Erziehung – zur Verfügung gestellt werden. Somit könnten zwar kurzfristig die kommunalen Haushalte etwas entlastet werden, langfristig rechnet sich das für den Staat jedoch nicht. Dies hat die AWO zuletzt mit Berechnungen zu den Folgekosten von Sozialkürzungen bei Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe nachgewiesen.
Dazu AWO-Präsidentin Kathrin Sonnenholzner:
„Mit der geplanten Reform des Kinder- und Jugendhilferechts verschlechtern sich die Chancen junger Menschen in ganz Deutschland. So darf das nicht vom Gesetzgeber beschlossen werden. Die AWO befürchtet, dass Kinder, Jugendliche und Eltern dann nicht mehr bedarfsgerecht unterstützt, sondern auf bestehende und unzureichende Angebotsstrukturen verwiesen werden. Kinder- und Jugendhilfe muss aber in erster Linie den jungen Menschen und ihren Eltern dienen und nicht der kurzfristigen Entlastung kommunaler Haushalte. Dafür wird sich die AWO weiterhin einsetzen.“
Quelle: AWO Bundesverband e.V. vom 12.08.2026
Termine zum Thema
-
15.09.2026
Kinder- und Jugendhilfe in Zeiten von gesellschaftlicher Polarisierung, Demokratiefeindlichkeit und Rechtsruck
-
15.09.2026
Fortbildung zum Triple P-Gruppentraining
-
17.09.2026
Gelingende Zusammenarbeit mit Eltern
-
22.09.2026
Konfliktthema Medienkonsum – Beratung und Unterstützung von Eltern
-
22.09.2026
Übergänge von Pflegekindern verstehen – Anforderungen an eine sozialpädagogische Gestaltung und Begleitung.
Materialien zum Thema
-
Webangebot / -portal
Autismus-Ratgeber.de – Informationen und praktische Hilfsmittel
-
Broschüre
Digitale Medien in Familien mit Kleinkindern
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Neue Workshopmodule aus dem Projekt QueeResilience veröffentlicht
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Material für die Öffentlichkeitsarbeit der Jugendämter: Verfahrenslotsen im Fokus
-
Anleitung / Arbeitshilfe
Praxisleitfaden „Das erweiterte Erziehungsprivileg – Jugendschutzrelevante Medien in der Kinder- und Jugendarbeit rechtssicher einsetzen“
Projekte zum Thema
-
Arbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz Nordhein-Westfalen e.V.
Elterntalk in NRW
-
Trauerland - Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche e. V.
Trauerland-Pop-Up: Anlaufstelle für trauernde Jugendliche im Bremer Zentrum
-
Stiftung "Achtung!Kinderseele"
Nicht jedes Schulkind ist schon schulstark – ein Pilotprojekt der Stiftung „Achtung!Kinderseele“ will das ändern
-
Bundesforum Vormundschaft und Pflegschaft e. V.
ZukeV - Zukunft des Ehrenamts in Vormundschaft und Kinder- und Jugendhilfe
-
Arbeitsgemeinschaft für Kinder- und Jugendhilfe – AGJ und Universität zu Köln
Digitale Kompetenzen in der Kinder- und Jugendhilfe
Institutionen zum Thema
-
Sonstige
wellcome
-
Sonstige
BERNI - Überregionale Ombudsstelle Kinder- und Jugendhilfe Niedersachsen
-
Fort-/Weiterbildungsanbieter
Bildungswerk der bayerischen Wirtschaft gemeinnützige GmbH
-
Sonstige
Öffentlicher Gesundheitsdienst
-
Träger der freien Kinder- und Jugendhilfe
ProMädchen Mädchenhaus Düsseldorf e.V. - Anonyme Zuflucht