Nordrhein-Westfalen

Auch Geflüchtete Kinder und Jugendliche haben Rechte

Weltweit wird am 20. November der Tag der Kinderrechte begangen, doch oft werden dabei viele Kinder und Jugendliche vergessen: Die, die geflohen sind. Zum Internationalen Tag der Kinderrechte will die Aktionsgemeinschaft für Rechte und Chancen von jungen Geflüchteten in NRW den Blick auf sie lenken und fordert von der Landesregierung deutlich mehr Einsatz.

02.12.2025

„Schützt junge Menschen, statt sie abzuschieben. Achtet ihre Rechte, statt sie zu ignorieren. Fördert ihre Zukunft, statt sie zu verhindern.“ Mit diesen eindringlichen Worten wendet sich die Aktionsgemeinschaft für Rechte und Chancen von jungen Geflüchteten in NRW zum Internationalen Tag der Kinderrechte an die Politik. „Wir bemerken immer öfter, dass junge Menschen, die vor Krieg und Hunger geflohen sind, also schon eine schwierige Zeit hinter sich haben, als Probleme wahrgenommen werden und nicht als Menschen, die sie sind,“ mahnt Jonas Paulukat, Sprecher der Aktionsgemeinschaft. Zu der Aktionsgemeinschaft gehören verschiedene Jugend- und Wohlfahrtsverbände. In ihrer aktiven Arbeit erleben das auch die Mitarbeitenden der Verbände immer wieder.

Forderungen der Aktionsgemeinschaft

Deshalb fordert die Aktionsgemeinschaft eine Haltungsänderung in Politik und Gesellschaft. Ganz konkret könnten dabei Änderungen verschiedener Praktiken helfen. Die Aktionsgemein fordert unter anderem die Landesregierung dazu auf, für die Jugend(verbands-)arbeit eine äquivalente Regelung zur Schüler*innensammelliste zu schaffen. Diese Liste ermöglicht es Schüler*innen ohne deutschen Pass oder mit beschränktem Aufenthaltsstatus auf Klassen in andere Bundesländer, innerhalb der EU und in die Schweiz zu fahren. Mit einer äquivalenten Regelung könnte die Jugend(verbands-)arbeit mehr junge Geflüchtete an Freizeiten, Bildungsreisen oder überregionalen Vernetzungstreffen teilhaben lassen. Dies würde aktuelle Regelungen verschlanken oder Wartezeiten deutlich verkürzen, ohne dass ehrenamtliche Leiter*innen und junge Geflüchtete aufwendige bürokratische Prozesse mit ungewissem Ausgang durchlaufen müssten.

Außerdem fordert die Aktionsgemeinschaft, dass die Landesregierung rassistischen Narrativen entschieden entgegentritt und Jugend- und Wohlfahrtsverbände vor politisch motivierten Angriffen schützt. Immer öfter werden sie mit ihrem Engagement für geflüchtete Menschen Ziel von Angriffen. Der diesjährige Internationale Tag der Kinderrechte steht unter dem Motto „Jedes Kind zählt“. Jedes Kind hat dieselben Rechte, unabhängig davon, wo es geboren wird und was es erlebt. Der Schutz junger Menschen, die geflohen sind, ist eines dieser vielen Rechte, die gestärkt werden müssen.

Die Aktionsgemeinschaft für Rechte und Chancen von jungen Geflüchteten in NRW wird gebildet von

  • Arbeitsgemeinschaft der evangelischen Jugend in NRW;
  • Bund der Deutschen Katholischen Jugend NRW e.V.;
  • Der Kinderschutzbund Landesverband NRW e.V.;
  • Diözesancaritasverbände in NRW;
  • Katholische Landesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz NRW e.V.;
  • Landesarbeitsgemeinschaft Jugendsozialarbeit NRW;
  • Landesjugendring Nordrhein-Westfalen e.V.;
  • Paritätisches Jugendwerk NRW, Landesvereinigung Kulturelle Jugendarbeit NRW e.V.

Quelle: Landesjugendring NRW vom 20.11.2025

Redaktion: Klara Neumann