Kinderarmut
Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“
Kinderarmut bekämpfen, frühkindliche Bildung und Betreuung verbessern, Eltern stärken – das sind die Vorhaben, mit denen sich Bundesfamilienministerin Lisa Paus für eine gute und sichere Zukunft von Kindern einsetzt. Dazu startete sie in Berlin gemeinsam mit dem EU-Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, Nicolas Schmit, den Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ mit einer Kick-Off-Veranstaltung.
24.05.2022
Anlässlich der Veranstaltung erklärte Lisa Paus, Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, dass jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut bedroht oder betroffen ist. Das sei für ein so reiches Land wie Deutschland eine Schande, mit der sich nicht abgefunden werden dürfe. Um dahingehend Kinder und ihre Familien wirksam zu unterstützen, sei der Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ gestartet. Mit dem Aktionsplan solle die Zusammenarbeit mit allen Akteur:innen gestärkt werden, um die Perspektiven für benachteiligte Kinder spürbar zu verbessern. Durch eine Einführung der Kindergrundsicherung, einer 14-tägigen Partnerschaftsfreistellung nach der Geburt und von Qualitätsstandards in der Kindertagesbetreuung, Verbesserungen beim Elterngeld und ein neues ESF Plus-Programm zur Unterstützung von Eltern, sollen betroffene Familien darüber hinaus gefördert werden.
Jedes fünfte Kind in Deutschland von Armut betroffen
Mit dem Nationalen Aktionsplan „Neue Chancen für Kinder in Deutschland“ setzt Deutschland die 2021 verabschiedete Ratsempfehlung zur Einführung einer Europäischen Kindergarantie um. Danach soll jedem Kind in Europa der Zugang zu Erziehung, Betreuung, Bildung, Gesundheit, Ernährung und Wohnraum garantiert werden.
Auch Nicolas Schmit, der EU Kommissar für Beschäftigung und soziale Rechte, äußerte sich zu dem Aktionsplan. Die Kindergarantie sei laut ihm eine wesentliche Antwort darauf, wie die EU die Kinderarmut reduzieren wolle, denn EU und Mitgliedstaaten hätten sich auf ambitionierte Ziele im Kampf gegen die Armut verständigt: Die Anzahl der von Armut oder sozialer Ausgrenzung bedrohten Menschen solle bis 2030 EU-weit um 15 Millionen gesenkt werden. Darunter mindestens 5 Millionen Kinder. Der Europäische Sozialfonds Plus wolle hierbei eine wesentliche Anschubfinanzierung in vielen Mitgliedstaaten leisten.
Umsetzung der Europäischen Kindergarantie
Damit jedes Kind in Deutschland Zugang zu den Ressourcen bekommt, die für sein Wohlergehen und seine Entwicklung notwendig sind, soll der Nationale Aktionsplan auch die Kooperation und Vernetzung der relevanten Akteur:innen auf allen Ebenen sicherstellen. Zur Steuerung dieses Prozesses ernannte Ministerin Paus die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Ekin Deligöz, zur Nationalen Kinderchancen-Koordinatorin.
Ekin Deligöz wolle den Aktionsplan zum Erfolg machen – in enger Zusammenarbeit mit den anderen Bundesministerien, den Bundesländern, Kommunen, Nichtregierungsorganisationen und mit der Zivilgesellschaft in Deutschland und Europa. Ganz wichtig sei ihr dabei der Dialog mit den Kindern und Jugendlichen selbst, die sehr stark eingebunden werden sollen. „Nur wenn wir unsere Kräfte bündeln, werden wir eine faire materielle und soziale Teilhabe für alle Kinder und Jugendlichen erreichen.“, so Deligöz weiter.
Handlungsempfehlungen mit Kindern und Jugendlichen entwickeln
Deligöz verabredete mit der anwesenden Staatssekretärin beim Bundesminister für Ernährung und Landwirtschaft, Silvia Bender, und dem Staatssekretär beim Bundesminister für Arbeit und Soziales, Dr. Rolf Schmachtenberg, die Zusammenarbeit in einer Steuerungsgruppe zum Aktionsplan.
An der fachöffentlichen Kick-Off-Veranstaltung nahmen rund 200 Vertreter:innen aus Politik, Wissenschaft, Fachpraxis und Zivilgesellschaft teil. Zehn Kinder und Jugendliche konnten ihre Eindrücke und Wünsche an die Politik adressieren. In acht Fachforen zu den unterschiedlichen Themen des Nationalen Aktionsplans wurden Handlungsempfehlungen für den Aktionsplan erarbeitet.
Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend vom 05.05.2022
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