UN-Bericht
150 Millionen Kinder weltweit sind chronisch mangelernährt
Laut UN-Bericht sind 150 Mio. Kinder unter fünf chronisch mangelernährt. Die Hungerquote sank 2025 auf 7,8%, doch Fortschritte bei Kinderernährung reichen nicht für die UN-Ziele 2030. Regionale Unterschiede bleiben groß.
11.08.2026
Weltweit ging die Zahl hungernder Menschen 2025 das dritte Jahr in Folge zurück, was zeigt, dass Fortschritte möglich sind. Allerdings sind die Verbesserungen nach wie vor fragil, ungleich verteilt und nicht ausreichend, um die UN-Ziele für nachhaltige Entwicklung bis 2030 zu erreichen. Bei der Ernährung von Kindern gibt es kaum Fortschritte. Dies geht aus dem Bericht „The State of Food Security and Nutrition in the World 2026“ (SOFI 2026) hervor, der am 21.07.2026 von fünf Organisationen der Vereinten Nationen gemeinsam veröffentlicht wurde, darunter UNICEF.
Die Vereinten Nationen schätzen, dass im Jahr 2025 7,8 Prozent der Weltbevölkerung von Hunger betroffen waren. Das ist ein Rückgang im Vergleich zu 8,1 Prozent der Weltbevölkerung im Jahr 2024 sowie 8,6 Prozent im Jahr 2022 und zeigt eine anhaltende, wenn auch langsame Verbesserung. In absoluten Zahlen bedeutet das, dass im Jahr 2025 schätzungsweise rund 645 Millionen Menschen von Hunger betroffen waren, 14 Millionen Menschen weniger als 2024 und 43 Millionen weniger als 2022.
150 Millionen Kinder sind chronisch mangelernährt
Der Bericht hebt zudem hervor, dass es zu wenig Fortschritte im Bereich der Ernährung von Müttern und Kindern gibt.
Weltweit ernähren sich nur 30,8 Prozent der Kinder im Alter von 6 bis 23 Monaten ausreichend abwechslungsreich. Rund 150 Millionen Kinder unter fünf Jahren (23 Prozent) waren 2024 nach wie vor chronisch mangelernährt und haben dadurch Wachstumsverzögerungen (Stunting). Das ist zwar ein Rückgang von 180 Millionen (26 Prozent) seit 2012, ist aber zu wenig, um das angestrebte Ziel einer Senkung auf 108 Millionen (17 Prozent) bis 2030 zu erreichen.
Der Anteil der untergewichtigen Kinder (wasted) unter fünf Jahren ist von 7,4 Prozent (2012) auf 6,6 Prozent (2024) ebenfalls nur leicht gesunken. Übergewicht bei Kindern unter fünf hat von 5,3 Prozent auf 5,5 Prozent sogar etwas zugenommen.
Die Fortschritte variieren erheblich zwischen den Regionen. Die Prävalenz von chronischer Mangelernährung bei Kindern geht in Afrika zurück und ist in Asien auf dem besten Weg, das nachhaltige UN-Ziel für 2030 zu erreichen. Die Raten der Babys, die in den ersten sechs Monaten ausschließlich gestillt werden, verbessern sich in allen Regionen, für die Daten vorliegen. Allerdings verzeichnen fast alle Regionen wachsende Lücken bei der Bekämpfung von Anämie bei Frauen; das Übergewicht bei Kindern nimmt in Ozeanien rapide zu.
UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell:
„Jedes Kind verdient die Chance, zu wachsen und sein volles Potenzial zu entfalten, und das beginnt mit dem Zugang zu nahrhaften, erschwinglichen Lebensmitteln. Dieser Bericht macht auf eindringliche Weise deutlich, dass die Ernährungssysteme Millionen von Kindern und Familien im Stich lassen. Ernährung, Gesundheit, Bildung und soziale Sicherung müssen Hand in Hand gehen, um die am stärksten gefährdeten Kinder und Frauen vor globalen Schocks zu schützen.“
UNICEF hat vor kurzem darauf aufmerksam gemacht, dass durch die Folgen des Nahostkonflikts weitere 23 Millionen Kinder von Armut bedroht sind. Das könnte sich auch auf ihre Ernährungssituation auswirken.
Quelle: UNICEF Deutschland vom 21.07.2026
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