Handbuch

„Wir mit KI – Künstliche Intelligenz verstehen und kompetent nutzen"

Die zweite Auflage des Buchs richtet sich an alle, die KI nicht als Blackbox betrachten, sondern als Gestaltungsaufgabe verstehen: an Bildner*innen, Multiplikator*innen, Engagierte in der Erwachsenenbildung und an alle, die digitale Kompetenzen vermitteln und fördern möchten. Es verbindet theoretische Fundierung mit konkreten Anwendungsbeispielen. Das Buch ist kostenlos als PDF verfügbar.

27.01.2026

Künstliche Intelligenz ist längst kein Zukunftsthema mehr, sondern prägt heute den Alltag, die Arbeitswelten und die Art, wie kommuniziert und gelernt wird. Sie stellt Gesellschaft und Bildung vor neue Herausforderungen, eröffnet aber auch ungeahnte Chancen – insbesondere für Bildungseinrichtungen, die Menschen dabei unterstützen, digitale Technologien nicht nur zu nutzen, sondern aktiv und reflektiert mitzugestalten. Die erste Auflage des Buches „Wir mit KI – Künstliche Intelligenz verstehen und kompetent nutzen“ schuf 2025 eine praxisnahe Grundlage, um KI als gesellschaftliches Phänomen zu begreifen: als Werkzeug, das nicht nur technische Prozesse optimiert, sondern auch soziale Dynamiken verändert, ethische Fragen aufwirft und neue Formen der Teilhabe ermöglicht.

Die Veröffentlichung richtet sich an alle, die KI nicht als Blackbox betrachten, sondern als Gestaltungsaufgabe verstehen: an Bildner*innen, Multiplikator*innen, Engagierte in der Erwachsenenbildung und an alle, die digitale Kompetenzen vermitteln und fördern möchten. Es verbindet theoretische Fundierung mit konkreten Anwendungsbeispielen und setzt sich mit dem Begriff der KI-Kompetenz auseinander, der durch die europäische KI-Verordnung zunehmend an Bedeutung gewinnt. KI-Kompetenz bedeutet dabei weit mehr als nur den technischen Umgang mit Algorithmen und Daten. Sie umfasst ein Grundverständnis der Funktionsweise von KI, einschließlich der Risiken wie Datenqualität, Fehleranfälligkeit und ökologische Auswirkungen. Gleichzeitig geht es um die praktische Fähigkeit, KI-Tools sinnvoll in den Arbeitsalltag zu integrieren, didaktisch zu nutzen und diskriminierungssensibel zu prompten, um faire und inklusive Ergebnisse zu erzielen.

Nun erscheint die zweite erweiterte Auflage der Broschüre, die zudem als Print-Version im Einzelhandel erhältlich ist. Neben den bewährten Inhalten zur Förderung von KI-Kompetenz und zur kritischen Reflexion digitaler Transformation enthält die neue Auflage vier brandneue Beiträge:

Prompts als angewandte Gesprächsführung: Was von Watzlawick und Schulz von Thun gelernt werden kann

KI-Systeme verstehen und reagieren auf Sprache – doch wie werden Anfragen so formuliert, dass präzise und sinnvolle Antworten entstehen? Der Beitrag verbindet die Prinzipien der kommunikativen Psychologie mit der Praxis des Prompt-Engineerings. Die kommunikationstheoretischen Ansätze von Paul Watzlawick, insbesondere seine fünf Axiome der Kommunikation, bieten wertvolle Impulse, um die Interaktion mit KI besser zu verstehen und zu gestalten. Watzlawicks Grundannahmen – etwa dass jede Kommunikation einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt hat oder dass man nicht nicht kommunizieren kann – helfen, die Dynamik zwischen Nutzerinnen und KI-Systemen zu reflektieren. Friedemann Schulz von Thuns Modell der „vier Ohren“ ergänzt dies, indem es zeigt, wie Botschaften auf verschiedenen Ebenen interpretiert werden können. Ob in der Bildung, Beratung oder im Alltag: Wer versteht, wie Sprache wirkt, kann KI gezielter einsetzen – und vermeidet Missverständnisse, die oft aus unbewussten Annahmen entstehen.

KI-Modelle anpassen: Wie Ziele präziser erreicht und bessere Texte geschrieben werden

Generative KI bietet immense Möglichkeiten, doch Standardmodelle stoßen schnell an Grenzen, wenn es um spezifische Anforderungen geht. Der Beitrag zeigt, wie angepasste Sprachmodelle – etwa durch Fine-Tuning oder die Integration eigener Daten – Texte generieren, die genau auf individuelle Bedürfnisse zugeschnitten sind. Anhand von Beispielen aus der Projektarbeit wird deutlich: Wer KI nicht nur nutzt, sondern aktiv gestaltet, kann Arbeitsprozesse optimieren, kreative Blockaden überwinden und sogar komplexe Inhalte wie Förderanträge oder Sachberichte strukturierter erstellen. Ein Plädoyer dafür, KI als Werkzeug der Präzision zu begreifen – und nicht als Blackbox.

Anthropomorphisierung von KI: Wie die Wahrnehmung von Maschinen die Nutzung prägt

„Der Chatbot hat geholfen“ – schon diese Formulierung zeigt, wie schnell KI-Systemen menschliche Züge zugeschrieben werden. Doch was bedeutet es, wenn mit Maschinen wie mit Menschen gesprochen wird? Der Artikel untersucht, wie die Vermenschlichung von KI Vertrauen, Erwartungen und sogar ethische Entscheidungen beeinflusst. Von Sprachassistenten bis zu Avataren: Die Art, wie KI wahrgenommen wird, bestimmt, wie sie eingesetzt wird. Ein kritischer Blick auf die Grenzen zwischen Technik und Empathie – und warum bewusst bleiben sollte, dass hinter jeder „intelligenten“ Antwort Algorithmen stehen.

Einfache Sprache mit künstlicher Intelligenz: Barrierearmut als Praxisbeispiel für KI-Kompetenz

KI kann Verständnisbarrieren abbauen – etwa durch den Transfer komplexer Texte in Einfache Sprache. Der Beitrag stellt vor, wie KI-Tools Inhalte so aufbereiten, dass sie für alle verständlich werden: für Menschen mit geringen Deutschkenntnissen, ältere Mitbürger*innen oder Eltern im stressigen Alltag. Anhand konkreter Projekte wird gezeigt, wie KI Inklusion fördert – und warum dies ein zentraler Baustein für eine digitale Gesellschaft ist, in der niemand zurückgelassen wird.

Die zweite Auflage von „Wir mit KI“ lädt ein, diese und weitere Themen zu entdecken – als Handbuch für den reflektierten Umgang mit KI und als Inspiration, digitale Werkzeuge aktiv mitzugestalten.

Das Buch steht weiterhin kostenlos als PDF auf der Projektwebsite zur Verfügung und ist ab sofort als gedruckte Printauflage (ISBN-13: 9783819294167) im Einzelhandel für 7,99 Euro erhältlich.

Quelle: Zentrum Bildung und Gesellschaft der EKHN vom 23.01.2026

Redaktion: Sofia Sandmann