Förderung der Erziehung in der Familie

Studie: Immer mehr Kinder haben Rückenschmerzen

Übergewicht und Bewegungsmangel sorgen bei immer mehr Kindern in Deutschland für Folgeerkrankungen.

04.05.2011

Nach einer aktuellen DAK-Studie haben Rückenschmerzen und Haltungsschäden in den vergangenen zehn Jahren spürbar zugenommen. Das ergab eine bundesweite Forsa-Befragung von 100 Kinder- und Jugendärzten im Auftrag der Krankenkasse. Häufig beginnen die Gesundheitsprobleme schon nach der Grundschule.

In der DAK-Untersuchung erklären 65 Prozent der Mediziner, dass die Anzahl der Jungen und Mädchen mit Rückenschmerzen stark (17 Prozent) bzw. etwas (48 Prozent) gestiegen ist. Besonders häufig betroffen sind Kinder zwischen elf und 14 Jahren mit 58 Prozent. Die gesundheitlichen Probleme durch Übergewicht treten meist schon früher im Alter zwischen sechs und acht Jahren auf. 95 Prozent der Kinderärzte stellen fest, dass dieses Problem zugenommen hat. Deutlich angestiegen sind auch die motorischen Defizite, die am häufigsten bei den 3- bis 5-Jährigen auftreten.

„Erschreckende Diagnose zwingt zum Handeln“

„Die erschreckende Diagnose der Kinderärzte zeigt, welche Folgen fehlende Bewegung und Ernährungsprobleme haben“, erklärt Professor Ingo Froböse von der Sporthochschule Köln. „Rückenschmerzen sind auf dem Vormarsch. Wenn wir nicht entsprechend handeln, „züchten“ wir gerade die Kranken von morgen.“ Mit Blick auf die Ergebnisse startet die DAK am 5. Mai in Remscheid (NRW) eine bundesweite Aufklärungskampagne. In den kommenden Monaten hält Professor Froböse in mehreren Städten kostenlose Aktiv-Vorträge, die sich besonders an Eltern richten.

Die größten Gefahren für die Kindergesundheit

Die größten Gefahren für die Gesundheit der Kinder sind nach Einschätzung der befragten Kinderärzte vor allem ungesunde Ernährung, Bewegungsmangel in der Freizeit und eine zu intensive Nutzung von Fernsehen und Computer. Sehr häufig stufen die Mediziner auch eine fehlende Vorbildfunktion der Eltern als Risikofaktor ein. Zu wenig oder schlechten Sportunterricht an Schulen gaben 61 Prozent der Ärzte an.

Kinder mit „Bewegungsvirus“ anstecken

„Im Zeitalter von Pisa werden so wichtige Themen wie die Gesundheit der Kinder zweitrangig, was sich rächen wird“, erklärt Professor Froböse. „Besonders gravierend ist, dass bereits unsere Kleinen so deutliche Defizite aufzeigen.“ Motorische Defizite im Kindesalter führten in der Jugend zu Rückenproblemen und in der weiteren Entwicklung zu chronischen Krankheiten. Das beste Rezept sei einfach und kostengünstig: „Eltern müssen ihre Kinder nur mit dem „Bewegungsvirus“ anstecken.“ Um Eltern und Kindern beim Einstieg zu mehr Aktivität und Sport zu helfen, hat die DAK gemeinsam mit dem Deutschen Turner-Bund das Bewegungsprogramm „SAFARI-KIDS“ entwickelt. Es wird bundesweit in vielen Sportvereinen angeboten. 

* Das Forsa-Institut führte im Auftrag der DAK im April 2011 eine bundesweite Umfrage unter 100 Kinder- und Jugendärzten durch

Mehr Informationen: http://www.dak.de/content/dakfamilykids/safarikids.html

Quelle: DAK

Redaktion: Ilja Koschembar

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