Förderung der Erziehung in der Familie

Startschuss für 15 weitere Eltern-Kind-Zentren in Hamburg

Hamburgs Familiensenator Dietrich Wersich hat am 18. September den Startschuss für einen weiteren Ausbau der Eltern-Kind-Zentren gegeben: Nach der erfolgreichen Einführung von 22 Eltern-Kind-Zentren in den Jahren 2007 und 2008 sollen zunächst weitere 15 Eltern-Kind-Zentren an Kindertageseinrichtungen eingerichtet werden.

18.09.2009

Die Zahl der Eltern-Kind-Zentren in Hamburg steigt damit auf 37. Außerdem werden zwei bereits bestehende, besonders gut frequentierte Eltern-Kind-Zentren ausgebaut. Insgesamt 4,7 Millionen Euro hat die Stadt für den Ausbau und Betrieb der Eltern-Kind-Zentren in 2009 und 2010 bereitgestellt. 

„Das wichtigste für Kinder sind gute Eltern“, sagt Familiensenator Dietrich Wersich. „Mit den Eltern-Kind-Zentren stärken wir Eltern, die Unterstützung gebrauchen können. Gleichzeitig fördern wir Kinder, die keine Kita besuchen. Das Konzept ist so erfolgreich und wird so gut angenommen, dass wir die Zahl weiter aufstocken.“ 

Cover der Studie Eltern-Kind-Zentren
Im Rahmen der nun veröffentlichten  Evaluation der Uni Hamburg wurden 18 Eltern-Kind-Zentren analysiert.

Evaluation der bestehenden Eltern-Kind-Zentren

Der Ausbau der Eltern-Kind-Zentren erfolgt basierend auf einer bisher unveröffentlichten Evaluation der Universität Hamburg. Die Studie hat 18 der 22 bereits realisierten Eltern-Kind-Zentren analysiert mit der zentralen Feststellung, dass die angestrebte Zielgruppe erreicht wird. Demnach werden die Eltern-Kind-Zentren von Müttern aufgesucht, die Bedarf haben, sich Erziehungskompetenzen anzueignen oder diese zu erweitern und deren Lebenslage zu mindestens zwei Dritteln von Armut, Arbeitslosigkeit, Bildungsferne, Überschuldung, Isolation oder Desintegration geprägt ist. 

Besonders vor dem Hintergrund, dass andere Beratungsstellen von Familien mit solchen Problemlagen seltener aufgesucht werden (zu 10 bis 15 %), zeigt das Ergebnis, wie schnell die neuen Eltern-Kind-Zentren zu einem wichtigen Baustein der Familienförderung geworden sind. 

Auch quantitativ werden die Eltern-Kind-Zentren laut der Evaluation gut in Anspruch genommen. 
Im Fazit kommt die Evaluation zu dem Ergebnis, dass „die Stadt Hamburg sowohl mit dem Konzept als auch mit der Leistung der Eltern-Kind-Zentren im bundesweiten Vergleich ein hoch qualifiziertes Modell der Elternbildung mit benachteiligten Adressaten und ihren Kindern eingeführt und damit das neue Feld der Entwicklung von Eltern-Kind-Zentren kompetent und beispielgebend vorangebracht hat.“ 

Die Studie steht hier zum Download zur Verfügung. 

Ausschreibung für 15 neue Eltern-Kind-Zentren startet

Die 15 neuen Eltern-Kind-Zentren werden jetzt ausgeschrieben, sodass das Ausschreibungsverfahren für die Kita-Träger voraussichtlich Ende des Jahres abgeschlossen sein wird und die neuen Zentren sukzessive ab 2010 in Betrieb genommen werden können. Die Standorte der 15 neuen Eltern-Kind-Zentren wurden von den Bezirken vorgeschlagen. 

Zur Anlauffinanzierung (Baumaßnahmen, Einrichtung, etc.) erhält jedes neue Eltern-Kind-Zentrum einmalig 30.000 Euro. Die monatliche Zuwendung liegt je Zentrum bei 4.218 Euro. 

Zwei bereits bestehende Eltern-Kind-Zentren (die DRK-Kita Regenbogen in Lohbrügge und die Kita Maria-Magdalena in Osdorf) erhalten aufgrund ihrer außerordentlich hohen Inanspruchnahme zudem eine Aufstockung ihrer monatlichen Zuwendung, um ihr Angebot weiter auszubauen. 

Die Ausschreibung befindet im Internet unter folgender Adresse: http://www.hamburg.de/bsg/ausschreibungen/109994/start.html

 

Was sind Eltern-Kind-Zentren ?

Hamburg will mit den Eltern-Kind-Zentren die frühe Bildung von Kindern fördern, die (noch) keine Kita besuchen, und die Erziehungskompetenz von Eltern stärken, die trotz Bedarfes bisher keine Unterstützung in Anspruch nehmen. Durch die räumliche Anbindung an bestehende Kindertageseinrichtungen, eine hohe Vernetzung mit anderen Einrichtungen im Stadtteil und die offene Angebotsstruktur sind die Eltern-Kind-Zentren niedrigschwellig zugänglich. Die Besucher werden durch sozialpädagogisch qualifizierte Fachkräfte zur Selbsthilfe angeregt und gegebenenfalls motiviert, andere Beratungsangebote zu nutzen. Der Zugang zu den Eltern-Kind-Zentren steht allen Familien mit kleinen Kindern offen und ist kostenlos. Ein Kita-Gutschein ist nicht erforderlich. 


Eltern-Kind-Zentren bieten unter anderem

     
  • einen offenen Eltern-Kind-Club, in dem sich Mütter und Väter mit Kleinkindern treffen und mit anderen Eltern ins Gespräch kommen können; 
  •  
  • Spiel- und Lernstunden für Kinder, im Rahmen derer die Kinder mit entwicklungs- und sprachanregenden Spielen gefördert werden; 
  •  
  • Eltern-Kind-Gruppen, in denen Eltern mit ihren Kindern praktische Anregungen für die Förderung der Kinder zuhause erhalten; 
  •  
  • sowie Elternbildungs-, Informations- und Beratungsangebote in Zusammenarbeit z.B. mit Elternschulen, Familienhebammen und anderen Fachleuchten aus der Familien- und Gesundheitsförderung. 

Einen Überblick über die 22 bestehenden Eltern-Kind-Zentren gibt es im Internet unter www.hamburg.de/eltern-kind-zentren

 

  

Quelle: Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit, Verbraucherschutz der Freien und Hansestadt Hamburg

Redaktion: Ilja Koschembar

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