BLM-Forschungsgutachten

Social Media ist Familiensache

Eltern begleiten die Social-Media-Nutzung ihrer 3- bis 10-jährigen Kinder meist mit Zeitlimits (80%: ~30 Min.), vor allem für YouTube. Nutzung ist in Familienroutinen eingebettet. Medienbildung und kindgerechte Standards sind nötig.

13.08.2026

Jüngere Kinder allein bei der Social-Media-Nutzung? Das Gutachten „Katzenvideos, Memes und Influencer - Social Media im Kinder- und Familienalltag“ kann das so nicht bestätigen. Im Gegenteil: Eltern ermöglichen eine meist begleitete Nutzung, begrenzen sie aber auch stark. Rund 80% der Eltern setzen Zeitlimits von rund 30 Minuten am Tag. Weitere Ergebnisse des Gutachtens von Jeffrey Wimmer und Moritz Schweiger: Social Media bedeutet für drei- bis zehnjährige Kinder vor allem videobasierte YouTube-Unterhaltung. Die Nutzung erfolgt häufig nachmittags und eingebettet in Familienroutinen, etwa bei Autofahrten oder während Eltern den Haushalt erledigen.

BLM-Präsident Dr. Thorsten Schmiege

„Das Gutachten zeichnet ein differenziertes Bild der Social-Media-Nutzung im Familienalltag. Es zeigt, dass Social Media weniger der sozialen Selbstdarstellung dient, sondern Teil der konkreten Familienpraxis ist. Aber Eltern stoßen mit ihren Kontroll- und Begleitstrategien auch an Grenzen. Für Medienpädagogik, Regulierung und Plattformen folgt daraus: Zeitlimits oder Verbote allein helfen nicht weiter. Notwendig sind alltagsnahe Medienbildung, kindgerechte Plattform-Standards und klare Familienregeln. Jeder muss Verantwortung für die sichere Nutzung übernehmen.“

Wie das aussehen kann, diskutierten Expert*innen aus Forschung, Medienpädagogik und Regulierung am 28. Juli im Rahmen einer Online-Veranstaltung zur Präsentation des Gutachtens. Dabei ging es auch um entwicklungspsychologische Herausforderungen, die medienpädagogische Bewertung von Social-Media-Content am Beispiel des Elternratgebers FLIMMO und um das Für und Wider eines Social-Media-Verbots.

Der Forschungsbericht ist auf der BLM-Website hier zum Download zu finden.

Quelle: Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) vom 28.07.2026

Redaktion: Lena Gabert