Sexuelle Gewalt
Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung – Prävention und Intervention
Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ist ein oft vernachlässigtes Thema. Diese jungen Menschen leben häufig in Abhängigkeit und Grenzsituationen, was Risiken erhöht. Der Kongress beleuchtet die Herausforderungen für Fachkräfte in der Jugend- und Behindertenhilfe, die Teilhabe ermöglichen und gleichzeitig Schutz gewährleisten müssen.
05.02.2026
Sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen mit Behinderung ist ein Thema, das noch immer zu wenig Aufmerksamkeit erhält! Viele dieser jungen Menschen wachsen in Lebenssituationen auf, die von Abhängigkeiten und körperlichen Grenzsituationen geprägt sind. Sie sind auf Unterstützung angewiesen, benötigen intensive Betreuung oder leben in Strukturen, in denen sie von verschiedenen Fachkräften begleitet werden. Diese Bedingungen können einerseits Schutz bieten, andererseits aber auch Risiken erhöhen. Gleichzeitig haben Kinder und Jugendliche mit Behinderung ein Recht auf Teilhabe, das ihnen ermöglicht, selbstbestimmt aufzuwachsen und ihre eigene Sexualität aktiv auszuleben. Die diesjährige Jahreskonferenz richtet daher den Fokus bewusst auf die Perspektiven und Lebensrealitäten dieser Kinder und Jugendlichen.
Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe, aus Schulen, Therapie- und Pflegeeinrichtungen agieren in diesem Spannungsfeld. Sie stehen vor der Herausforderung, einerseits Teilhabe zu ermöglichen und gleichzeitig Warnsignale von Grenzüberschreitungen frühzeitig zu erkennen und angemessen zu handeln. Doch betroffene Kinder und Jugendliche mit Behinderung haben häufig weniger Möglichkeiten, sich mitzuteilen. Manche kommunizieren nonverbal, andere erleben, dass ihre Wahrnehmungen infrage gestellt oder ihre Grenzen ständig übergangen werden. Umso wichtiger ist es, dass Fachkräfte über das nötige Wissen verfügen, um Hinweise richtig zu deuten zu können und sichere Zugänge zur Hilfe zu schaffen.
Der Umgang mit sexueller Gewalt im Kontext von Behinderung erfordert nicht nur Sensibilität, sondern auch ein abgestimmtes Handeln über verschiedene Systeme hinweg. Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Bildung, Gesundheit, Polizei und Justiz müssen zusammenwirken, um Schutz zu gewährleisten, Risiken zu minimieren und die Rechte von Kindern und Jugendlichen konsequent zu stärken. Der Kongress möchte die spezifischen Herausforderungen sichtbar machen, mit denen betroffene junge Menschen und die sie begleitenden Fachkräfte konfrontiert sind. Er bietet Raum für Austausch, vermittelt fachliches Wissen und regt an, Strukturen weiterzuentwickeln, damit Präventionskonzepte wirksamer greifen können und Barrieren im Hilfesystem abgebaut werden.
Im Mittelpunkt stehen dabei unter anderem folgende Fragen:
- Welche Risikofaktoren bestehen für Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Behinderungen?
- Wie können Anzeichen sexueller Gewalt erkannt werden, wenn Kommunikation erschwert ist?
- Welche Rolle spielen institutionelle Strukturen, Abhängigkeiten und Machtverhältnisse?
- Wie gelingt ein koordiniertes Vorgehen aller beteiligten Professionen?
- Welche spezialisierten Präventionsansätze sind notwendig?
- Was stärkt betroffene Kinder und Jugendliche darin, Hilfe anzunehmen und sich mitzuteilen?
- Welche rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen müssen berücksichtigt werden?
Der Kongress richtet sich insbesondere an Fachkräfte aus der Kinder- und Jugendhilfe, der Behindertenhilfe und alle weiteren Fachleute aus den Bereichen Medizin, Schule und Kindergarten, die sich für eine inklusive Gesellschaft einsetzen, in der Menschen mit Behinderung teilhaben und gewaltfrei aufwachsen können.
Quelle: Die Kinderschutz-Zentren aufgerufen am 02.02.2026
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