Statement
Niedersächsisches Kultusministerin zum ersten Zwischenergebnis der externen Expertenkommission zum „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“
Die niedersächsische Kultusministerin Julia Willie Hamburg begrüßt den Zwischenbericht der Expert*innenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“. Der Bericht analysiert die digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und betont die Bedeutung von Medienkompetenz.
30.04.2026
Die externe Expert*innenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“ des Bundesministeriums für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMBFSJ) hat eine erste Bestandsaufnahme ihrer Arbeit vorgelegt. Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg begrüßt die Arbeit und erste Zwischenbilanz der Kommission ausdrücklich:
„Der Bericht liefert eine fundierte, interdisziplinäre Analyse der digitalen Lebenswelten von Kindern und Jugendlichen und macht deutlich, wie komplex und vielschichtig die Herausforderungen des Kinder- und Jugendschutzes im digitalen Raum sind. Digitale Medien sind längst Realität im Alltag, in der Schule, im Beruf. Vor diesem Hintergrund ist es gut und richtig, dass der Schutz vor Missbrauch und ungefilterter Informationsflut sowie die Fähigkeit eines reflektierten Umgangs mit Sozialen Medien und KI nicht gegeneinander ausgespielt, sondern gemeinsam in den Blick genommen werden. Zurecht misst die Kommission der Vermittlung von Medienkompetenz einen hohen Stellenwert bei. Medienbildung ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass junge Menschen digitale Angebote kritisch, selbstbestimmt und verantwortungsvoll nutzen können.“
Niedersachsen verfolgt dieses Ziel seit Jahren konsequent und strukturell:
- mit klaren und verbindlichen Regeln zur Handynutzung in den Schulen,
- mit der Einführung des Pflichtfachs Informatik an Schulen im Sekundarbereich I,
- mit der Ausstattung der Schüler*innen sowie der Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten (siehe unten) und der Weiterentwicklung digitaler Lernplattformen bis hin zum Einsatz von KI-Anwendungen
- sowie mit praxisnahen Formaten wie Medienscouts und Social-Media-Führerschein.
- Parallel dazu investiert das Land gezielt in die Qualifizierung von Lehrkräften durch landesweite Fort- und Weiterbildungsangebote sowie in den Ausbau medienpädagogischer Unterstützungsstrukturen.
„Diese Maßnahmen greifen ineinander und stärken Medienkompetenz systematisch entlang der gesamten Bildungsbiografie“, so Ministerin Hamburg. Wichtig dabei sei: „Der Erwerb von Medienkompetenz ist keine Aufgabe von Schule allein. Schule muss Medienkompetenz vermitteln, aber Eltern müssen ihre Kinder begleiten und dürfen sie mit Social Media nicht alleine lassen.“
Ministerin Hamburg verweist auch auf den niedersächsischen Entschließungsantrag auf Bundesebene
„Schutz von Kindern und Jugendlichen in den sozialen Medien stärken“, der im März in den Bundesrat eingebracht wurde. Im Mittelpunkt steht die Verantwortung der Anbieter sozialer Medien, wirksame Altersüberprüfungen sowie eine stärkere Regulierung auf europäischer Ebene. Hamburg: „Auch die Anbieter von Social-Media-Plattformen müssen in die Verantwortung genommen werden, den Jugendschutz zu wahren und keine süchtigmachenden Algorithmen einzusetzen.“
Insgesamt geht es um den Schutz der Kinder und Jugendlichen, aber auch darum, sie fit zu machen für den sinnvollen Umgang mit KI und Social-Media und zugleich die Chancen durch eine zielgerichtete Anwendung zu nutzen. „Das heißt auch, wir müssen mit den jungen Menschen gemeinsam ihre Wünsche, Vorstellungen und erforderliche Schutzmaßnahmen diskutieren. „Auch bei Social Media gilt: Es reicht nicht über junge Menschen zu reden, wir müssen mit ihnen reden“, so Hamburg.
Ergänzung: Voraussetzung für die Vermittlung von Medienkompetenz in der Schule ist der Zugang zu digitaler Ausstattung. Niedersachsen unterstützt Schulen daher ab dem Schuljahr 2026/27 bei der Bereitstellung von digitalen Endgeräten und stellt den siebten Klassen sowie allen Lehrkräften kostenlos Tablets und Laptops zur Verfügung.
Hier geht es zur Pressinfo der Expert*innenkommission
Quelle: Niedersächsiches Kultusministerium vom 20.04.2026
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