Bayern
Neue Online-Plattform gibt jungen Menschen eine Stimme zum Ehrenamt
Startschuss für Online-Plattform: Ehrenamtsbeauftragte Gabi Schmidt und BJR-Präsident Philipp Seitz schalten gemeinsam mit 400 Jugendlichen ein neues Tool für mehr Jugendbeteiligung frei. Die Plattform setzt den partizipatorischen Demokratiegedanken in die Praxis um und schöpft Möglichkeiten für junge Ehrenamtliche ihre Erfahrung, Meinungen und Bedürfnisse in die Politik einfließen zu lassen.
12.08.2025
Wie stellen sich junge Menschen freiwilliges Engagement heute vor? Was motiviert sie – und was hält sie davon ab? Mit dem landesweiten Ehrenamtsprojekt „Jung & Engagiert“ will der Bayerische Jugendring (BJR) genau das herausfinden – und zwar nicht über Umwege, sondern direkt gemeinsam mit jungen Menschen, ganz konkret vor Ort. Im Zentrum steht eine neue Online-Plattform, die jungen Menschen im Alter von 16 bis 27 Jahren ermöglicht, ihre Erfahrungen, Ideen und Erwartungen rund ums Ehrenamt offen einzubringen. Die Beteiligung ist niedrigschwellig, digital und politisch wirksam: Alle Beiträge fließen in ein landesweites Ehrenamtskonzept ein, das zum Projektende an Jugendministerin und stellvertretende Ministerpräsidentin Ulrike Scharf, die Ehrenamtsbeauftragte Gabi Schmidt sowie die Bayerische Staatsregierung übergeben wird.
Offiziell gestartet ist die bayernweite Beteiligungsplattform am Sonntag beim Sportwochenende des TSV Ipsheim – im Rahmen einer Pressekonferenz mit über 400 Jugendlichen aus ehrenamtlich getragenen Strukturen. Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings, stellte das Projekt gemeinsam mit der Ehrenamtsbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, Gabi Schmidt, MdL, dem Projekt-Team sowie jungen Engagierten aus der Praxis vor.
In seinem Statement machte Seitz deutlich, worum es geht: „Ehrenamt ist der Raum, in dem junge Menschen erleben: Ich kann etwas bewegen. Meine Stimme zählt. Ich bin Teil einer Gemeinschaft – das ist gelebte Demokratie. Aber: Es braucht Strukturen, die zum Leben junger Menschen passen und sie bestmöglich unterstützen, statt sie auszubremsen. Mit dieser Plattform zeigen wir: Die junge Generation hat Antworten – wir müssen nur bereit sein zuzuhören.“
Die neue Plattform unter www.jung-engagiert.bayern verbindet zwei Beteiligungselemente: eine bayernweite Umfrage, die systematisch die Perspektiven junger Menschen erhebt, und einen Diskussionsbereich, in dem konkrete Themen, Herausforderungen und Visionen geteilt werden können. Ergänzt wird das digitale Angebot durch Regionalkonferenzen für junge Menschen, Schulworkshops und Ideenwerkstätten für Fachkräfte in ganz Bayern.
Für Gabi Schmidt, MdL und Ehrenamtsbeauftragte der Bayerischen Staatsregierung, die das Projekt unterstützt, ist die Plattform ein kraftvolles Werkzeug, um gemeinsam mit jungen Menschen die Zukunft des Ehrenamts in Bayern zu gestalten. Sie betonte:
„Sozialen Zusammenhalt stärken und Bayern weiter voranbringen: All das kann das Ehrenamt! Deshalb habe ich mich mit voller Überzeugung für das Projekt ‚Jung & Engagiert‘ und ein Konzept zur Stärkung von jungem Engagement eingesetzt. Denn um die Zukunft des Ehrenamts zu sichern, müssen wir auf die junge Generation hören – und gemeinsam mit ihr neue Wege gehen. Die neue Beteiligungsplattform ist dafür ein kraftvolles und wichtiges Instrument: Sie macht sichtbar, was junge Menschen bewegt, was sie brauchen – und vor allem, was sie einbringen wollen. Eines ist mir dabei besonders wichtig: Im Ehrenamt ist jeder willkommen. Es gibt für alle die passende Aufgabe, die zur eigenen Leidenschaft passt. Kein junger Mensch darf auf diesem Weg zurückgelassen und verloren werden. Ehrenamt muss offen, vielfältig und barrierefrei sein – und wir müssen gemeinsam daran arbeiten, die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen. Bayern braucht das Engagement junger Menschen – und junge Menschen brauchen Räume, in denen sie sich mit ihren Ideen und Stärken einbringen und selbst Gesellschaft gestalten können.“
Wie lebendig und vielfältig junges Engagement heute bereits ist, zeigten mehrere junge Ehrenamtliche, die in Ipsheim aus ihrem Alltag berichteten – direkt aus der Jugendverbandsarbeit. Ihre Geschichten unterstrichen, wie viel Potenzial in der jungen Generation steckt – und wie wichtig es ist, dass ihre Realität auch in politische Entscheidungen einfließt.
„Was wäre ohne das Ehrenamt los? Nichts mehr“,
sagte etwa Dirk Schuster, Vorsitzender des Kreisjugendrings Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim und aktiv beim Bund Deutscher Karneval-Jugend (BDK-Jugend).
Marie Häckl, Landesjugendvertreterin der Maltester Jugend in Bayern, bestätigte:
„Ehrenamt ist für mich auch Gemeinschaft. Und wir schaffen als Ehrenamtliche Orte, wo sich junge Menschen wohlfühlen und wissen, dass sie willkommen sind.“
Hintergrund
„Jung & Engagiert“ wird vom Bayerischen Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales gefördert und vom BJR koordiniert. Das Projekt zielt darauf, Barrieren abzubauen, neue Wege ins Ehrenamt zu eröffnen und politische Impulse zu setzen – für ein Engagement, das die Vielfalt junger Lebenswelten widerspiegelt und auch morgen noch trägt.
Weitere Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten gibt es auf der Webseite des BJR.
Quelle: Bayerischer Jugendring vom 28.07.2025
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