Modellprojekt gesundes Aufwachsen
Modellprojekt für ein gesundes Aufwachsen: Ein Jahr Kinder- und Familienzentren in MV
Mecklenburg-Vorpommern testet seit einem Jahr Kinder- und Familienzentren (KiFaZe) zur Förderung von Chancengleichheit und Teilhabe. Sozialministerin Stefanie Drese zog eine positive Zwischenbilanz: Die Zentren bieten niedrigschwellige Hilfeangebote wie Beratung, Kurse und Veranstaltungen, die von über 12.000 Familien genutzt wurden. Die Angebote werden an lokale Bedarfe angepasst.
23.03.2026
Für mehr Chancengleichheit und Teilhabe erprobt Mecklenburg-Vorpommern seit einem Jahr das Konzept der Kinder- und Familienzentren (KiFaZe). Beim gemeinsamen Jubiläumstreffen im Kinder- und Familienzentrum „Gipfelstürmer“ in Neubukow zog Sozialministerin Stefanie Drese heute eine erste Zwischenbilanz und bezeichnete die KiFaZe als einen wichtigen Baustein einer präventiv ausgerichteten Bildungs- und Familienpolitik.
„Die Idee der KiFaZe ist aus der Frage heraus geboren, wie wir Informations- und Hilfe-Angebote für Familien in schwierigen Lagen noch niedrigschwelliger gestalten können. Denn der Familienalltag ist oft herausfordernd, die Hemmschwelle Hilfe zu suchen aber groß“, erklärte die Ministerin im Kinder- und Familienzentrum in Neubukow.
So könne es viel Überwindung kosten, für Hilfe etwa den Weg in eine andere Stadt auf sich zu nehmen, um dann ausgerechnet in unbekannter Umgebung familiäre Herausforderungen mit Fremden zu besprechen. “Wenn man hingegen beim Abholen der Kinder auf einen in der Kita selbst stattfinden Vortrag zur Beantragung von staatlichen Hilfen hingewiesen wird, dann fällt es leichter, Hilfe auch anzunehmen“, weiß die Ministerin.
Aus diesem Grund halten die mittlerweile zehn KiFaZe im Land neben ihren regulären Betreuungsangeboten auch umfassende Angebote wie offene Sprechstunden, Familienberatung, Erziehungskompetenz-Kurse oder Veranstaltungen zu pädagogischen Themen vor. Mehr als 12.000 Kontakte zu Familien sind im Rahmen dieser Angebote so bereits im ersten Jahr zustande gekommen.
Diese werden durch die sozialpädagogischen Fachkräfte gezielt an die Bedarfe vor Ort angepasst. „Denn ein weiterer Vorteil davon, dass wir die KiFaZe an Kindertageseinrichtungen angegliedert haben, liegt darin, dass die Erzieherinnen und Erzieher die Familien und ihre Bedarfe viel besser kennen, als Außenstehende“, so die Ministerin. Gerade im frühen Kindesalter können so problematische Entwicklungsverläufe und Erziehungssituationen rechtzeitig erkannt und pädagogische Maßnahmen ergriffen werden. „Das verbessert die Bildungsbeteiligung von Kindern aus Familien, die mit ganz unterschiedlichen Belastungen konfrontiert sind und nicht immer auf der Sonnenseite des Lebens stehen.“
Für das Projekt investiert das Land Mecklenburg-Vorpommern daher bis 2027 insgesamt 5,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Sozialfond Plus (ESF+). „Dass heute auch Herr Strohbach von der EU-Kommission anwesend war, um sich selbst ein Bild vom Projekt zu machen, ist uns eine ganz besondere Ehre“, verdeutlichte Drese.
Für die kommenden Jahre gehe es nun darum, die Qualität der Angebote weiter zu sichern, die gewonnenen Erfahrungen auszuwerten und die Zusammenarbeit zwischen den Kinder- und Familienzentren und der zugehörigen Landesfachstelle sowie mit den Kommunen weiter auszubauen.
Drese: „Mein Wunsch ist, dass dieses Konzept künftig in noch mehr Regionen Mecklenburg-Vorpommerns Früchte trägt. Allen, die daran im vergangenen Jahr bereits mit viel Enthusiasmus und Tatkraft mitgewirkt haben, gilt dafür mein ausdrücklicher Dank.“
Quelle: Mecklenburg-Vorpommern Ministerium für Soziales, Gesundheit und Sport vom 06.03.2026
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