Kinderschutz
Missbrauchsbeauftragte Kerstin Claus startet Ländertour
Kinderschutz braucht starke Netzwerke – und diese entstehen vor Ort. Deshalb geht die Unabhängige Bundesbeauftragte gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen (UBSKM), Kerstin Claus, ab März 2026 auf Ländertour. Die Tour startet am 11. März in Rheinland-Pfalz.
25.03.2026
Ziel der Ländertour ist es, den Austausch mit den Bundesländern zu intensivieren, gute Praxis sichtbar zu machen, gemeinsam Lücken beim Schutz von Kindern und Jugendlichen – auch in der digitalen Welt – zu identifizieren und Hilfe- und Unterstützungsangebote für Betroffene zu verbessern.
Unabhängige Bundesbeauftragte Kerstin Claus:
„Kinder und Jugendliche müssen vor Ort geschützt werden – in Kitas, Schulen, Sportvereinen oder Kirchengemeinden – aber auch im Netz. Deshalb ist es entscheidend, dass wir den Dialog mit den Ländern intensivieren, voneinander lernen und Strukturen nachhaltig stärken. Ziel muss sein, dass Schutzkonzepte gelebt, Fachberatungsstellen gestärkt, Hilfeangebote und Kinder- und Jugendschutz-Netzwerke weiter ausgebaut werden.“
Ländertour startet in Rheinland-Pfalz
Die Tour startet in Rheinland-Pfalz (11. bis 13. März 2026). Weitere Stationen sind Nordrhein-Westfalen (21.–23. April 2026) und Baden-Württemberg (13.–15. Juli 2026). Bis zum dritten Quartal 2026 sollen Besuche in Thüringen, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern folgen.
Im Fokus stehen Austausch, Vernetzung, Lösungen
Vor Ort wird die Bundesbeauftragte mit Politik, Fachkräften und jungen Menschen ins Gespräch kommen. Auf dem Programm stehen u. a. Besuche in Sportvereinen, Kinderschutzzentren, bei Landeskriminalämtern, Jugendämtern und in Schulen, aber auch der Austausch mit Landesbeauftragten und Landesbetroffenenräten.
Ein besonderes Anliegen der Bundesbeauftragten ist es, dafür zu sensibilisieren, dass gesetzlich verankerte Strukturen für Landesmissbrauchs- oder Kinderschutzbeauftragte sowie Landesbetroffenenräte in den Ländern wichtig sind, dass gelebte Schutzkonzepte in allen Einrichtungen unverzichtbar sind und dass Jugendbeteiligung vor Ort elementar ist.
Die Bundesbeauftragte wird bei ihren Länderbesuchen auch für eine Unterstützung der jeweiligen Kultusministerien bei der für 2026 erstmals geplanten bundesweiten Befragung von 9. Klassen zur Prävalenz sexueller Gewalt in Kindheit und Jugend werben (www.zefsg.de). Die Dunkelfeldstudie soll ab 2026 regelmäßig durchgeführt werden, die Ergebnisse sollen u. a. in den Bericht der Bundesbeauftragten an das Parlament einfließen, damit Politik evidenzbasiert handeln und entsprechende Maßnahmen ergreifen kann.
Hintergrund
2026 stehen fünf Landtagswahlen an – eine Chance, den Kinder- und Jugendschutz in der Landespolitik nachhaltig zu verankern. Gleichzeitig sieht das im Juli 2025 in Kraft getretene „Gesetz zur Stärkung der Strukturen gegen sexuelle Gewalt an Kindern und Jugendlichen“ vor, dass die Bundesbeauftragte dem Parlament regelmäßig einen Bericht vorlegt, auch zur Situation in den Ländern. Hierfür sind der Austausch und eine vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den Ländern eine wichtige Grundlage. Oberste Priorität der Arbeit der Bundesbeauftragten ist es: Den Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt flächendeckend zu stärken.
Weitere Informationen finden sich auf der Website.
Quelle: Pressemitteilung des Arbeitsstabs der Unabhängigen Bundesbeauftragten gegen sexuellen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen vom 04.03.2026
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