Kinderschutz online
EU-App zur Altersüberprüfung steht
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hat die technische Fertigstellung der europäischen App zur Altersüberprüfung verkündet. Die App folgt dem erfolgreichen Modell der europäischen COVID-App. Sie ist benutzer*innenfreundlich, erfüllt die weltweit höchsten Datenschutzstandards, ist vollkommen anonym und Open Source.
27.04.2026
„Es ist unsere Pflicht, unsere Kinder in der Online-Welt zu schützen, genauso wie wir es in der Offline-Welt machen. Und um dies wirksam zu tun, brauchen wir einen harmonisierten europäischen Ansatz“, sagte die Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen in ihrem Statement. „Mit dieser App können Nutzer ihr Alter nachweisen, wenn sie auf Online-Plattformen zugreifen. Genauso wie Geschäfte einen Altersnachweis verlangen, wenn Menschen dort alkoholische Getränke kaufen.“
Dies sei nicht das erste Mal, dass die Kommission eine innovative Lösung für ein neues Problem vorstellt, so von der Leyen und erinnerte an die COVID-App, die die Kommission in der COVID-Pandemie in einer Rekordzeit von drei Monaten entwickelt hatte. „Durch das Scannen unserer COVID-Zertifikate konnten wir wieder ein Konzert besuchen oder in ein Flugzeug steigen, um zu reisen. 78 Länder auf vier Kontinenten nutzten diese App, sie war also ein riesiger Erfolg.“
Diesen Erfolg habe die Kommission auf die App zur Altersüberprüfung übertragen.
Nutzung der App
„Sie folgt denselben Prinzipien, demselben Modell. [...] Erstens ist sie benutzerfreundlich. Man lädt die App herunter. Man richtet sie mit seinem Reisepass oder Personalausweis ein. Anschließend weist man sein Alter nach, wenn man auf Online-Dienste zugreift. Zweitens erfüllt sie die weltweit höchsten Datenschutzstandards. Die Nutzer weisen ihr Alter nach, ohne weitere persönliche Informationen preiszugeben. Einfach ausgedrückt: Sie ist vollkommen anonym – Nutzer können nicht zurückverfolgt werden. Drittens funktioniert die App auf jedem Gerät – Smartphone, Tablet, Computer, was auch immer. Und schließlich ist sie vollständig Open Source – jeder kann den Code überprüfen. Das bedeutet, dass auch unsere Partnerländer sie nutzen können. Es ist sehr wichtig, dass sie von unseren globalen Partnern genutzt werden kann“,
so Ursula von der Leyen.
Verantwortung der Plattformen
Noch wichtiger sei jedoch, dass sich Online-Plattformen problemlos auf unsere App zur Altersüberprüfung verlassen können, unterstrich die Präsidentin.
„Es gibt also keine Ausreden mehr. Europa bietet eine kostenlose und benutzerfreundliche Lösung, die unsere Kinder vor schädlichen und illegalen Inhalten schützen kann.
Und wir sehen, dass immer mehr unserer Mitgliedstaaten große Fortschritte machen. Frankreich, Dänemark, Griechenland, Italien, Spanien, Zypern und Irland sind Vorreiter. Sie planen, die App in ihre nationalen digitalen Brieftaschen zu integrieren. Und ich hoffe, dass weitere Mitgliedstaaten und der Privatsektor folgen werden, damit bald jeder Bürger die App nutzen kann. Diese App gibt Eltern, Lehrern und Betreuern ein wirkungsvolles Instrument zum Schutz von Kindern an die Hand.
Denn wir werden keinerlei Toleranz gegenüber Unternehmen zeigen, die die Rechte unserer Kinder nicht achten. Und deshalb treiben wir die Durchsetzung unserer europäischen Vorschriften mit voller Kraft und Entschlossenheit voran. Wir ziehen jene Online-Plattformen zur Rechenschaft, die unsere Kinder nicht ausreichend schützen. Die neue Lösung zur Altersüberprüfung und die Durchsetzung unserer Vorschriften gehen Hand in Hand. Die Rechte der Kinder in der Europäischen Union haben Vorrang vor kommerziellen Interessen. Und wir werden dafür sorgen, dass dies auch so bleibt.“
Quelle: Europäische Kommission vom 15.04.2026
Termine zum Thema
-
12.05.2026
YOUTH WORK – Räume für Jugend und Demokratie in Europa - Entwicklung von Jugend(arbeits)strategien
-
09.06.2026
YOUTH WORK – Räume für Jugend und Demokratie in Europa: Zivilgesellschaftliches Engagement junger Menschen
-
08.10.2026
Verändertes Heranwachsen in der digitalen Welt - Neue Herausforderungen für Fachkräfte in den Erziehungshilfen
Materialien zum Thema
-
Zeitschrift / Periodikum
Kinder- und Jugendschutz im Diskurs – zwischen Kontinuität und Wandel (KJug 1/2026)
-
Podcast
Das neue Seitenstark-Gütesiegel – Versicherung für die Eltern der Kinder im Netz? #019
-
Podcast
Den Erasmus+ Virus, den gibt es!
-
Webangebot / -portal
MEDIEN leicht erklärt
-
Zeitschrift / Periodikum
Jugend(Medien)Schutz im KI-Zeitalter – KJug 2-2025
Projekte zum Thema
-
NaturKultur e.V.
Nationale Kontaktstelle zur Umsetzung der European Youth Work Agenda in Deutschland
-
Museum für Islamische Kunst / Staatliche Museen zu Berlin
Bildungsprojekt „Gemeinsame Verantwortung – Gemeinsame Zukunft“
-
Unser Europa, unsere Zukunft!
-
NEXTdays: Young Consumers for Europe
-
Bund für Soziale Verteidigung e.V.
LOVE-Storm – Gemeinsam gegen Hass im Netz