Kindheitsforschung

Kinder nutzen Fäuste zum Aggressionsabbau

Ein Junge ballt die Faust

Eine niedrige Artikulationsfähigkeit bei Kindergartenkindern ist oft die Ursache für aggressives Verhalten. 90 Prozent der aggressiven Kinder zeigen eine geringfügige kognitive Fähigkeit. Dies hat eine Erhebung der Penn State Universität ergeben.

08.10.2012

Laut den Forschern bräuchten Kinder verbale Fähigkeiten und Richtlinien von Erwachsenen, um den emotionalen Zustand von Anderen zu verstehen und die eigenen Gefühle ohne körperliche Gewalt auszudrücken. Das Zuschlagen ist demnach einfacher als die richtigen Worte zu finden. Die Schwelle, mit Frustration umzugehen, ist für die Kinder wahrscheinlich zu klein, weswegen sie aus Affekt handeln und zuschlagen.

Kinder brauchen Vorbilder

"Die sprachliche Vorbildwirkung von Pädagogen und Eltern ist entscheidend für Kinder", erklärt die Linzer Logopädin Renate Heitz des Landes Oberösterreich (<link http: www.land-oberoesterreich.gv.at _blank external-link-new-window external link in new>www.land-oberoesterreich.gv.at) im pressetext-Gespräch. Kinder müssten demnach von Erwachsenen lernen, dass Frust und Aggression auch verbal abgebaut werden können.

In österreichischen Kindergärten zum Beispiel gehören Rollenspiele zum Repertoire der Pädagoginnen, die den Kindern demonstrieren sollen, wie man sich in Konfliktsituationen adäquat gegenüber den Anderen verhält. "Des Weiteren gibt es auch Bilderbücher, die diese thematisieren und mit den Kindern besprochen werden", so Heitz.

Sensibilität gegenüber Gewalt

Während Kinder, die sich geprügelt haben, früher noch als "normal" galten, werden sie heute als aggressiv bezeichnet. "Die Sensibilität und Toleranz der Gesellschaft gegenüber Gewalt hat sich geändert. Als Logopädin habe ich gemerkt, dass auch Sprache einen wichtigeren Stellenwert eingenommen hat", setzt Heitz fort. Wenn Kinder früher nicht sprechen wollten, hatten die Eltern mehr Geduld - heute sei das anders.

Quelle: <link http: www.pressetext.com news _blank external-link-new-window external link in new>pressetext.redaktion

Redaktion: Anneli Starzinger

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