KI im Vorschulalter
Früh lernen, kritisch zu hinterfragen
Künstliche Intelligenz (KI) begegnet den Jüngsten alltäglich. Oft wissen weder Kinder noch Erwachsene, welche Entscheidungen dabei im Hintergrund von KI-Systemen getroffen werden. KIKI - KI-Anwendungen im Einklang mit Kinderrechten unter Leitung der Universität Duisburg-Essen möchte Kinder frühzeitig dabei unterstützen, digitale Anwendungen sicher, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen.
01.06.2026
Studien zeigen: Bereits 41 Prozent der Zwei- bis Fünfjährigen haben Zugang zu Sprachassistenten, 21 Prozent besitzen ein eigenes Tablet und zehn Prozent ein eigenes Smartphone. Dabei begleiten Erwachsene die Nutzung häufig nicht direkt. Das birgt Risiken. Viele Kinder halten KI-Systeme für menschenähnlich, vertrauen ihnen persönliche Informationen an oder erkennen nicht, dass KI fehlerhafte Inhalte erzeugen und persönliche Daten sammeln kann. Das Projekt KIKI der Universität Duisburg-Essen (UDE) setzt an diesen Herausforderungen an.
„Wir möchten Kinder frühzeitig dazu befähigen, KI-Anwendungen sicher, kritisch und selbstbestimmt zu nutzen“, sagt Natalia Szymczyk, Wissenschaftlerin am Lehrstuhl Sozialpsychologie: Medien und Kommunikation der UDE. Unter Leitung von Prof. Dr. Nicole Krämer entwickelt das Forschungsteam gemeinsam mit Vorschulkindern im Alter von vier bis sechs Jahren analoge und digitale Lernangebote, die grundlegende KI-Konzepte altersgerecht vermitteln. Die Kinder bringen dabei ihre eigenen Erfahrungen und Ideen ein.
Zum Einsatz kommen unter anderem Holzbausteine, Bildkarten, haptische Spiele und kindgerechte digitale Anwendungen, mit denen Kinder abstrakte Konzepte wie Algorithmen oder maschinelles Lernen spielerisch kennenlernen. „Wir wollen klar vermitteln: KI ist kein Mensch, KI macht Fehler und KI sammelt Daten“, erklärt Szymczyk weiter. Das Team entwickelt dafür bestehende Spiele und Konzepte für jüngere Kinder weiter und ergänzt sie um digitale Angebote. Grundlage hierfür ist ein bereits bestehendes Spiel, das von den Informatiker*innen der FELI-Forschungsstelle Elementarinformatik entwickelt wurde, die ebenfalls am Projekt beteiligt sind. Anschließend untersuchen die Forschenden, wie wirksam die Materialien sind und welche Unterschiede zwischen analogen und digitalen Lernformaten bestehen. Langfristig sollen die Ergebnisse bundesweit verbreitet werden – unter anderem sollen Schulungskonzepte für Kinder, Eltern und Kita-Personal angeboten werden.
Neben dem Teilprojekt Sozialpsychologie an der UDE sind das Internationale Zentrum für Ethik in den Wissenschaften der Universität Tübingen und aus dem Bereich Kognitive Systeme und Informatik in der Elementarbildung die Universität Bamberg beteiligt. Als Praxispartner unterstützen zudem die Caritas sowie das Katholisch-Soziale Institut (KSI) das Vorhaben.
Quelle: Universität Duisburg-Essen vom 22.05.2026
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