Magazin Junge*Junge

Jungen*arbeit und Demokratiebildung gegen Extremismus

Autoritäre Männlichkeit und extreme Positionen sind auf dem Weg, wieder als "normal" angesehen zu werden. Speziell heranwachsende Jungen* scheinen anfällig für den Rückfall in reaktionäre Ansichten, so dass Jungen*arbeit und Demokratiebildung zusammengedacht werden müssen. Dies tut der LAG Jungearbeit NRW e.V. aus unterschiedlichen Perspektiven.

06.11.2025

Die vermeintliche Macht und das Recht des Stärkeren rücken leider zunehmend in den Vordergrund unserer Weltordnung. Demokratie als Staatsform ist keineswegs auf dem Vormarsch, sondern diese sieht sich erschreckenden Entwicklungen gegenüber. Autoritäre Männlichkeit, extreme Positionen, radikale Maßnahmen und Methoden sind auf dem Weg, wieder als "normal" angesehen zu werden. Das zeigt sich nicht allein auf der "großen Weltbühne", auch im alltäglichen Leben und im Umgang miteinander haben der Demokratie entgegenwirkende Verhaltensmuster Konjunktur. Speziell heranwachsende Jungen* scheinen anfällig für den Rückfall in reaktionäre Ansichten, so dass Jungen*arbeit und Demokratiebildung zusammengedacht werden müssen. Dies tut der LAG Jungearbeit NRW e.V. aus unterschiedlichen Perspektiven in der Jubiläumsausgabe des Magazins "Junge*Junge".

Theorie, Anforderungen und Praxis

Zu Beginn des Heftes wird herausgezoomt: Gesellschaftlich vorherrschende Vorstellungen von Männlichkeit beinhalten auch politische Aspekte. Stärke, Rationalität und Durchsetzungsvermögen ohne Rücksicht auf Verluste werden mit einer männlichen Politik assoziiert. Inwiefern dieses politische Verständnis von Männlichkeit radikale Ausmaße annehmen kann und wie Gender auch politisch instrumentalisiert wird, bringt Hakan Caliskan im ersten Artikel näher. Mit diesem Wissen werden die Leser*innen mit Männlichkeitsanforderungen als potenziell begünstigend für Hinwendungsprozesse konfrontiert. Andreas Hechler spricht dabei in seinem Artikel von „autoritären Männlichkeiten“ und formuliert direkt Vorschläge für eine präventive Jungen*arbeit.

Vom Präventions-Ansatz hin zur Demokratiebildung: Wie gehören diese beiden Felder eigentlich zusammen? Welche Potenziale bietet hier die Offene Kinder- und Jugendarbeit und was kann insbesondere die Jungen*arbeit beitragen? Dies und vieles mehr besprechen Prof. Dr. Umut Akkuş und Prof. Dr. Stefan Weidmann in einem ausführlichen Interview mit der Fachstelle Jungenarbeit NRW. Vorher zeigt Sally Hohnstein noch, welchen Stellenwert digitale Medien in Hinwendungsprozessen einnehmen können und welche Funktionen sie erfüllen.

Zwei Praxis-Projekte mit Einblicken in ihre demokratiepädagogischen Ansätze runden das Magazin ab. Mimoun Berrissoun stellt dabei das Potenzial von Peer-Ansätzen in der Arbeit mit muslimischen Jugendlichen im Projekt Wendepunkt vor. David Brüsseler führt auf wie im Salon5 Demokratie- und Medienbildung Hand in Hand gehen.

Bestellinformationen

Bestellbar ist das Magazin als Printversion kostenfrei in kleinen Mengen per Mail unter info@lagjungenarbeit.de. Da Anfragen gesammelt und händisch bearbeitet werden, kann es sein, dass die Zustellung von Magazinen nicht unverzüglich erfolgt. 

Redaktion: Oliver Kubanek