Demokratieförderung in Ostdeutschland

„Wir wollen nicht nur bleiben – wir wollen Zukunft!“

Elke Büdenbender besuchte als Schirmherrin der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) drei Städte in Ostdeutschland. In Halle (Saale), Limbach-Oberfrohna und Chemnitz traf sie junge Menschen, um einen Einblick in ihre Lebenswelt zu bekommen. Kinder und Jugendliche berichteten von Herausforderungen und Wünschen für ihr Leben in Ostdeutschland.

25.11.2025

Am Montag reiste Elke Büdenbender mit der DKJS in drei Städte in Ostdeutschland. Gemeinsam mit der Geschäftsführung der DKJS, Anne Rolvering und Frank Hinte, besuchte sie Projekte zur Demokratieförderung und traf auf junge Menschen sowie engagierte Personen aus Schule und Jugendarbeit.

„Wir sind eine Schule für alle“

Unter diesem Motto leitet Mandy Rauchfuß die Heinrich Heine Gemeinschaftsschule in der Neustadt von Halle (Saale). Die Schule versteht sich als zentraler Ort im Stadtteil, der Personen zusammenbringt und allen Schüler*innen, unabhängig von sozialer Herkunft oder besonderen Förderbedarfen, die Chance auf einen guten Schulabschluss ermöglicht. „Wir entscheiden hier mit – zum Beispiel gerade bei der neuen Hausordnung“, sagt die Schulsprecherin beim Rundgang über das Schulgelände. Der erste Stopp des Tages bietet Einblicke in die Hauswirtschafts- und Bienen-AG, aber auch genügend Zeit für Austausch, zum Beispiel beim Kochen mit den Schüler*innen des Schulrats. „Ich finde es so wertvoll, dass hier Jugendliche unterschiedlicher Altersgruppen und Hintergründe ganz selbstverständlich zusammen und voneinander lernen“, sagt Elke Büdenbender. 

„Diese Schule ist ein großartiges Beispiel dafür, wie gute Ganztagsbildung funktioniert. Durch echte Beteiligung, individuelle Lernangebote, hohe Vernetzung in den Sozialraum und motivierte Fachkräfte werden Jugendliche bestmöglich auf ihre Zukunft vorbereitet“, 

sagt Anne Rolvering.

Spaziergang durch Limbach

Nach dem Mittagessen ging es weiter nach Limbach-Oberfrohna, wo junge Engagierte des Projekts „Limbach für Alle“ die Reisegruppe im Bürgertreff „Eckpunkt“ empfangen. 

„Ich engagiere mich hier, weil mir wichtig ist, dass sich die Stadt für alle gut anfühlt und niemand wegen seiner Herkunft ausgegrenzt wird. Das ist manchmal aber gar nicht so einfach“, 

sagt ein Gründungsmitglied des Vereins beim Spaziergang zum Gemeinschaftsgarten. Eine Kerngruppe von 15 jungen Menschen aus Limbach-Oberfrohna setzt sich in der Kreisstadt für eine offene Gesellschaft und Austausch ein. Ihre Projekte sind immer wieder von Vandalismus und Angriffen rechter Gruppierungen betroffen. „Wenn ich den Verein nicht gefunden hätte, wäre ich wahrscheinlich schon längst weggezogen“, sagt ein Jugendlicher während der Gesprächsrunde.

Abschluss in der Kulturhauptstadt Chemnitz

Auch in Chemnitz setzen sich junge Menschen dafür ein, ihre Städte und Orter attraktiver für die Jugend zu gestalten. „Wir müssen einfach als Gesellschaft wieder näher zusammenkommen“, betont ein Schüler im Gespräch mit Elke Büdenbender. In der Hartmannfabrik präsentieren er und vier weiteren Jugendliche die zentralen Anliegen junger Menschen in Sachsen – Ergebnisse der OstVISION, einer von Jugendlichen organisierten Konferenz, die im Oktober stattfand. „Jetzt wollen wir wissen: Werden unsere Stimmen wirklich gehört?“, lautet das gemeinsame Fazit des Jugendteams zum Tagesende.

„Der Tag heute hat mir erneut gezeigt, wie bedeutend es ist, jungen Menschen zuzuhören und ihre Stimmen ernst zu nehmen. Es ist wichtig, sie darin zu bestärken, sich für Demokratie und eine offene Gesellschaft einzusetzen. Sie sind die Zukunft – und wir tragen Verantwortung, ihnen Perspektiven und Vertrauen zu geben“, 

sagt Elke Büdenbender zum Abschluss.

Über die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS)

Die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) setzt sich seit 30 Jahren dafür ein, dass junge Menschen in unserem Land gut aufwachsen können und eine demokratische Kultur des Miteinanders erleben und erlernen. Mit ihren Programmen und Projekten stößt die DKJS gemeinsam mit Partner*innen aus Bildung, Wissenschaft, Politik und Zivilgesellschaft Veränderungsprozesse an.

Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung GmbH vom 19.11.2025

Redaktion: Christin Jauch