Jugendstudie

Einsamkeit, Social Media und Bewältigungsstrategien

Knapp die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen fühlt sich häufig oder gelegentlich einsam – das zeigt eine neue Studie der Vodafone Stiftung. Einsamkeit wird dabei ähnlich stark empfunden wie Schulstress oder Zukunftsängste. 84 % der Jugendlichen wünschen sich mehr Unterstützung durch Schulen. Social Media lindert Einsamkeit kaum – persönliche Kontakte helfen deutlich mehr.

11.03.2026

  • Repräsentative Befragung der Vodafone Stiftung: Knapp die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen fühlt sich häufig oder gelegentlich einsam.
  • Jed*r Zweite stellt Einsamkeit als alltägliche Belastung dar. Sie wird ähnlich stark empfunden wie Schulstress, Zukunftsängste oder mentale Erschöpfung.
  • Einsamkeit wird dabei nicht nur als individuelles, sondern auch als gesellschaftliches Problem wahrgenommen.
  • Soziale Medien spielen eine ambivalente Rolle: Viele Jugendliche nutzen Social Media gezielt, um sich weniger einsam zu fühlen, zugleich besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen intensiver Nutzung und erhöhten Einsamkeitsgefühlen.
  • Schulen werden von einer großen Mehrheit der Jugendlichen als zentrale Akteure im Umgang mit Einsamkeit gesehen. Viele wünschen sich dort gezielte Unterstützungsangebote und eine stärkere Thematisierung sozialer und emotionaler Belange.

Soziale Medien sind fest im Alltag junger Menschen in Deutschland verankert und spielen insbesondere im Umgang mit Einsamkeit eine zentrale und zugleich ambivalente Rolle. Knapp die Hälfte der 14- bis 20-Jährigen gibt an, soziale Medien häufig oder gelegentlich zu nutzen, um sich weniger einsam zu fühlen. Besonders Jugendliche mit ausgeprägten Einsamkeitserfahrungen greifen dabei überdurchschnittlich häufig auf Social-Media-Angebote zurück. Das sind Ergebnisse der repräsentativen Studie „Generation einsam? Social Media, Einsamkeit und Bewältigungsstrategien im Leben junger Menschen“ von Infratest dimap im Auftrag der Vodafone Stiftung, für die mehr als 1.000 Jugendliche zwischen 14 und 20 Jahren im Mai 2025 befragt wurden.

„Einsamkeit unter jungen Menschen ist kein individuelles Randphänomen, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Wandels, der auch mit der Art zusammenhängt, wie Beziehungen heute gelebt werden“, so Matthias Graf von Kielmansegg, Geschäftsführer der Vodafone Stiftung. 

„Wenn intensive digitale Vernetzung nicht automatisch mehr soziale Verbundenheit schafft, dann müssen wir junge Menschen gezielt stärken – durch Unterstützung bei der Persönlichkeitsbildung, mit Blick auf emotionale Stabilität und durch eine Schule, die Räume für Zugehörigkeit, gemeinsames Erleben und persönliche Bindungen schafft. Einsamkeit darf kein Tabuthema sein.“

Quelle: Vodafone Stiftung Deutschland vom 25.02.2026

Redaktion: Lena Gabert