Schutz vor sexualisierter Gewalt
„Jugendarbeit schafft sichere Orte!“
„Schutz vor sexualisierter Gewalt braucht Haltung, Wissen und ein kontinuierliches Dranbleiben am Thema.“ BJR-Präsident Philipp Seitz überreicht Fachkräften der Jugendarbeit das Abschlusszertifikat „Jugendarbeit schafft sichere Orte!“ Bundesweites Angebot mit bislang über 100 Absolvent*innen.
10.11.2025
Mit dem erfolgreichen Abschluss des achten Durchgangs der Weiterbildung „Jugendarbeit schafft sichere Orte!“ unterstreicht der Bayerische Jugendring (BJR) einmal mehr seine Verantwortung beim Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexualisierter Gewalt. Ein Dutzend Absolvent*innen erhielten jetzt das Zertifikat, das sie als „Fachkraft zur Prävention sexualisierter Gewalt in Organisationen der Jugendarbeit“ ausweist. Sie verstärken damit eine Kultur der Achtsamkeit gegenüber jungen Menschen in ganz Bayern und darüber hinaus.
„Der Schutz junger Menschen ist kein Projekt mit einem Anfang und einem Ende – er ist ein dauerhafter Auftrag, und der beginnt mit einer bestimmten Haltung“, betonte Philipp Seitz, Präsident des Bayerischen Jugendrings, bei der feierlichen Übergabe im Institut für Jugendarbeit Gauting.
„Wer wirklich Verantwortung für junge Menschen übernimmt, muss wissen, wie Schutzprozesse wirksam gestaltet und wie sie im Alltag verankert werden. Ein kontinuierliches Dranbleiben am Thema ist unerlässlich.“
Die berufsbegleitende Weiterbildung wurde erstmals 2009 im Rahmen eines Modellprojekts entwickelt und seither stetig fortgeschrieben. Über 100 Fachkräfte wurden bislang zertifiziert. Mit jeder neuen Runde wird das Curriculum an den aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisstand angepasst. Es orientiert sich stark an den Herausforderungen der Praxis – etwa im Bereich der internationalen Jugendarbeit oder wenn es um Inklusion geht.
„Sexualisierte Gewalt ist ein Thema, das viele verunsichert – in der Gesellschaft, in Organisationen, oft auch jeden Einzelnen. Deshalb ist Wissen der erste Schutz. Dieses Wissen muss geteilt und ständig weiterentwickelt werden,“ unterstrich BJR-Präsident Seitz.
„Ein wirksamer Schutz entsteht nicht durch Vorschriften allein – sondern durch Menschen, die hinschauen, sich einmischen, Verantwortung übernehmen. Dass sie diesen Auftrag sehr ernst nehmen, haben die Absolvent*innen eindrucksvoll gezeigt.“
Ein Kernstück der Qualifizierungsreihe ist das Praxisprojekt: Die Teilnehmer*innen setzen gelernte theoretische Grundlagen in konkrete Schutzmaßnahmen um – in ihren jeweiligen Verbänden, Einrichtungen oder kommunalen Strukturen. Dabei erwerben sie nicht nur fachliche Kompetenz, sondern auch die Fähigkeit, mit Widerständen in ihren Organisationen sowie mit Ambivalenzen umzugehen. Ihre Erfahrungen werden dokumentiert, reflektiert und in einem Kolloquium vorgestellt.
Die Zusatzausbildung „Fachkraft zur Prävention sexualisierter Gewalt in Organisationen der Jugendarbeit“ umfasst 17 insgesamt Ausbildungstage, sie erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit unterschiedlichen Aspekten sexualisierter Gewalt, darunter u.a. sexualisierte Peergewalt, sexualisierte Gewalt mittels digitaler Medien und sexualisierte Gewalt in pädagogischen Kontexten. Dabei vermittelt sie einen spezifischen Blick auf Risiko- und Schutzfaktoren in der Jugendarbeit mit ihren besonderen Strukturen und Prinzipien wie Ehrenamtlichkeit, Freiwilligkeit und Selbstorganisation.
Begleitet wird die Qualifizierung von einer digitalen Austauschplattform, die den Absolvent*innen auch nach Abschluss zur Verfügung steht. „Prävention braucht Verbündete. Ein starkes Netzwerk macht den Unterschied – fachlich und emotional. Der gemeinsame Austausch ist das Rückgrat für langfristiges Engagement,“ so Seitz.
„Die Prävention sexualisierter Gewalt ist kein Sonderthema, sondern Grundvoraussetzung für eine gute Jugendarbeit.“
Quelle: Bayerischer Jugendring vom 08.10.2025
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