Tag der Bildung 2024
„Hört uns zu!“ – Jugendliche fordern deutlich mehr Mitspracherecht
Zum Tag der Bildung zeigt die DKJS: Jugendliche wollen mitbestimmen, besonders bei Bildung und Klimaschutz. Doch Schulen nutzen ihr Potenzial als Orte für Demokratieerfahrung zu wenig. Mehr Diskursräume und Mitgestaltung könnten Beteiligung fördern und das Vertrauen in politische Prozesse stärken.
16.12.2024
Zum Tag der Bildung am 8. Dezember veröffentlicht die Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) aktuelle qualitative und quantitative Ergebnisse, die zeigen: Jugendliche wollen mitreden. Doch trotz des großen Potenzials für Beteiligung bleiben zentrale Chancen zur Mitbestimmung und für frühe positive Demokratieerfahrungen häufig ungenutzt – insbesondere in der Schule.
Junge Stimmen sichtbar machen
Die DKJS erhebt regelmäßig Daten zu den Anliegen junger Menschen. In diesem Jahr konnten Jugendliche im Rahmen der VoiceUp!-Jugendbefragungen ihre Ideen und Perspektiven zu aktuellen politischen Themen äußern, unter anderem rund um die Landtagswahlen in Brandenburg, Sachsen und Thüringen. Eine aktuelle Forsa-Befragung von 14- bis 21-Jährigen ergänzt diese Einblicke nun mit repräsentativen Daten.
Die Ergebnisse sind eindeutig: Jugendliche wollen, dass ihre Meinung zählt und etwas verändert. Besonders in den Themenfeldern Bildung und Klimaschutz wünschen sich junge Menschen, dass ihre Ansichten und Bedürfnisse von der Politik stärker berücksichtigt und beachtet werden. Dabei ist ihnen besonders wichtig, dass Erwachsene ihnen auf Augenhöhe begegnen und ihre Meinungen sichtbar in Entscheidungsprozesse einfließen.
Schule als Schlüssel zur Partizipation
Die Schule muss der zentrale Ort sein, um Beteiligung für Kinder und Jugendliche erlebbar zu machen und ihnen positive Demokratieerfahrungen zu vermitteln. Gerade dort, wo sich eine große Vielfalt von Meinungen, Weltanschauungen und Kulturen trifft, erleben Jugendliche zu wenig Diskursräume und zu wenig Mitbestimmung. Ein Klima, in dem offener Meinungsaustausch und Kompromissfindung erprobt werden, fehlt häufig.
„Junge Menschen haben nicht den Eindruck, mit ihrer Meinung Einfluss nehmen zu können – dies führt zu Frustration und sinkendem Vertrauen in Beteiligungsprozesse. Dabei bietet vor allem der Ganztagsbereich gute Möglichkeiten, Schüler*innen ergänzend zum Unterricht in ihrer Lebenswelt abzuholen und sie bei der Gestaltung ihres Leben- und Lernortes als Expert:innen zu beteiligen “,
sagt Anne Rolvering, Geschäftsführerin der DKJS.
Schüler*innen nehmen wahr, dass Meinungen zu gesellschaftspolitischen Themen weit auseinandergehen und empfinden den Umgang mit unterschiedlichen politischen Ansichten als herausfordernd. Deshalb wünschen sie sich geschützte und moderierte Räume für Meinungsbildung und Austausch, auch außerhalb ihres sozialen Umfeldes.
Jugendbeteiligung als Zukunftsauftrag
Fehlende Beteiligung und Misstrauen in die Möglichkeiten von Einflussnahme haben Effekte auf das Wahlverhalten junger Menschen. Besonders benachteiligte Schüler*innen erhalten außerhalb der Schule kaum Zugang zu Beteiligungsräumen. Eine lebendige Demokratie braucht die Stimmen junger Menschen. Ihre Ideen und Perspektiven bieten wertvolle Impulse für politische Entscheidungen und gesellschaftliche Entwicklungen. Ihr Wunsch nach Mitgestaltung bietet eine Chance, demokratische Strukturen zu stärken und zukunftsorientiert weiterzuentwickeln.
„Mitbestimmung muss in der Schule beginnen. Nur so erleben junge Menschen, dass ihre Stimme zählt – sowohl in ihrem direkten Umfeld als auch in der Politik. Auch deshalb nehmen wir den heutigen Tag der Bildung erneut zum Anlass, Politik und Gesellschaft daran zu erinnern, dass die Stimmen junger Menschen deutlicher gehört werden müssen“,
sagt Frank Hinte, Geschäftsführer der DKJS.
Quelle: Deutsche Kinder- und Jugendstiftung (DKJS) vom 05.12.2024
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