Post-Separation Family
Geteilte Kinderbetreuung nach einer Trennung geht mit einer höheren Erwerbstätigkeit von Müttern einher
Neue Zahlen zeigen, dass geteilte Kinderbetreuung nach Trennung Mütter-Erwerbstätigkeit auf 88 Prozent erhöht (vs. 72 Prozent bei Paarfamilien). Die DJI-Studie zeigt bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch Wechselmodell, das in Deutschland aber selten (12 Prozent) genutzt wird.
12.08.2026
Nach einer Trennung der Eltern besteht ein deutlicher Zusammenhang zwischen der zeitlichen Aufteilung der Kinderbetreuung und der Erwerbsbeteiligung von Müttern. Dies zeigt eine neue Auswertung des Moduls „Post-Separation Family“ (PSF) innerhalb des Surveys „Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten“, kurz AID:A, des Deutschen Jugendinstituts (DJI). Das Modul untersucht Familien nach einer Trennung.
Mütter, die nach einer Trennung eine geteilte Betreuung, das sogenannte Wechselmodell, praktizieren, sind mit 88 Prozent deutlich häufiger erwerbstätig als überwiegend selbst betreuende Mütter und auch deutlich häufiger als Mütter in nichtgetrennten Paarfamilien (jeweils 72 Prozent). Für Deutschland liegen damit erstmals bevölkerungsrepräsentative Befunde zu diesem Zusammenhang vor.
Ein Balkendiagramm zum Anteil erwerbstätiger Mütter nach Familienform und Betreuungsarrangement demonstriert: Der Anteil beträgt 72 Prozent in Paarfamilien mit ausschließlich gemeinsamen Kindern, 88 Prozent im Wechselmodell (8–15 Nächte beim nicht im Haushalt lebenden Elternteil), 72 Prozent bei überwiegender Betreuung durch die Mutter (0–7 Nächte) und 67 Prozent bei fehlendem Kontakt oder verstorbenem nicht im Haushalt lebenden Elternteil.
Basierend auf diesen Erkenntnissen gehen die Forschenden des DJI davon aus, dass Familie und Beruf sich nach einer Trennung besser vereinbaren lassen, wenn beide Elternteile einen substanziellen Anteil der Kinderbetreuung übernehmen. Allerdings ist der Anteil der Kinder, die in Deutschland nach einer Trennung in geteilter Betreuung aufwachsen, im internationalen Vergleich noch sehr gering: Rund 12 Prozent der Minderjährigen in Nachtrennungsfamilien verbrachten im Jahr 2019 acht oder mehr Nächte im Monat bei ihrem Nicht-Residenz-Elternteil.
Weiterführende Informationen
AID:A-Kompetenzteam: Erwachsene/Familie
DJI-Survey “Aufwachsen in Deutschland: Alltagswelten (AID:A)”
Quelle: Deutsches Jugendinstitut vom 31. Juli 2026
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