Förderung der Erziehung in der Familie

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann: Hinschauen und verstehen - damit Kinder nicht im Verborgenen leiden

„Wir müssen alles dafür tun, dass Kinder in einem Lebensumfeld aufwachsen können, das ihnen Sicherheit, Geborgenheit und Vertrauen vermittelt“, erklärte Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann heute bei der Fachtagung „Psychisch kranke Eltern - Wer hilft den Kindern?“ in Rheine. Das seien entscheidende Voraussetzungen für eine normale seelische und körperliche Entwicklung.

18.03.2010

„Diese Voraussetzungen werden in erster Linie von den Eltern vermittelt“, so der Minister. Sind Mutter oder Vater jedoch seelisch krank, droht dieses beschützende Umfeld verloren zu gehen. „Zum ohnehin schwierigen Weg des Erwachsenwerdens kommt dann häufig noch das Gefühl, nicht ausreichend geliebt, verstanden oder angenommen zu werden“, so Laumann. Wissenschaftlich belegt ist, dass Kinder psychisch kranker Eltern ein deutlich höheres Risiko haben, verhaltensauffällig oder selbst psychisch krank zu werden. In Nordrhein-Westfalen sind jedes Jahr rund 600.000 Kinder von einer psychischen Erkrankung eines Elternteils betroffen.

„Wir müssen diesen Kindern und Jugendlichen und auch ihren Eltern möglichst frühzeitig helfen. Dazu kann auch jeder Einzelne beitragen“, erklärte Laumann. Vorurteile müssten abgebaut werden, damit das Leiden der Betroffenen nicht länger im Verborgenen bleibt. „Die professionelle Unterstützung und Beratung muss von allen Beteiligten als gemeinsame Aufgabe betrachtet werden“, sagte Laumann. Dabei seien Erziehung und Bildung, Jugend-, Sozial- und Gesundheitshilfe gleichermaßen gefragt. „Eine solche Erkrankung bringt das gesamte Familienleben durcheinander und führt oft zu Überforderung, Ängsten und Schuldgefühlen - während das unmittelbare Umfeld die Veränderungen gar nicht bemerkt oder mit Hilflosigkeit und Ignoranz reagiert“, sagte Laumann.

Das bei der Fachtagung vorgestellte zweijährige Modellprojekt der Katholischen Hochschule Nordrhein-Westfalen Abteilung Paderborn sei ein gutes Beispiel für gelungene Kooperation. In Dortmund, Herten und Lengerich wurden neue Präventions- und Hilfeansätze für Kinder psychisch kranker Eltern entwickelt und erprobt. „Das Projekt hatte zum Ziel, gefährdete Kinder besser und schneller zu erreichen“, so Laumann. Dazu sei eine verbindliche und effektive Zusammenarbeit von Jugendhilfe und psychiatrischem Versorgungssystem wichtig.

Herausgeber: Ehemals: Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen

Redaktion: Ilja Koschembar

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