Sozialpolitik

Geplante Grundsicherung droht Kinderarmut zu verschärfen

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) kritisiert die geplanten Sanktionen im Rahmen der Grundsicherung, die das Existenzminimum von Kindern in Bürgergeld beziehenden Familien gefährden könnten. Sie fordert, Kinderbedürfnisse im Gesetzgebungsprozess stärker zu berücksichtigen, um die Situation armer Familien nicht zu verschlechtern.

27.11.2025

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) warnt vor negativen Folgen der geplanten Regelungen zur Grundsicherung für Kinder, deren Familien derzeit Bürgergeld beziehen. Sie fordert Bundesregierung und Parlament dazu auf, die Bedürfnisse von Kindern und ihren Familien im weiteren Gesetzgebungsverfahren stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Ziel muss es sein, die Lage von Kindern in armen Familien zu verbessern und nicht zu verschlechtern. „Die Ergebnisse des Koalitionsausschusses von Anfang Oktober hatten uns in einem wichtigen Punkt sehr positiv gestimmt“, erklärt Bundesgeschäftsführerin Nicole Trieloff

“Die darin vorgesehene Abschaffung der temporären Bedarfsgemeinschaft und Einführung eines pauschalierten Mehrbedarfs für umgangsberechtigte Elternteile entspricht langjährigen Forderungen der eaf – dies hätte die Situation vieler Trennungskinder deutlich verbessert. Der Blick in den nun vorliegenden Referentenentwurf ist jedoch enttäuschend – beides fehlt komplett darin.“

Statt Verbesserungen drohen laut eaf neue Belastungen. 

„Wir befürchten, dass Kinder künftig unter den Folgen verschärfter Sanktionsregelungen leiden. Wenn die Leistungen der Eltern gekürzt werden, sinkt das Budget der gesamten Familie – und Kinder trifft das immer mit. Werden zusätzlich die Kosten der Unterkunft gestrichen, droht im schlimmsten Fall Wohnungslosigkeit. Versäumnisse der Eltern - verschuldet oder unverschuldet – sollten nicht zu Lasten der Kinder gehen." 

Kritisch bewertet die eaf zudem, dass Eltern künftig bereits ab dem ersten Geburtstag ihres Kindes verpflichtet werden können, eine Arbeit aufzunehmen oder an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilzunehmen. „Es ist gut, Eltern frühzeitig zu beraten und sie beim Wiedereinstieg zu unterstützen“, betont die Bundesgeschäftsführerin. „Der Zeitpunkt sollte jedoch mit Blick auf das Wohl und die Entwicklung des Kindes gewählt werden – nicht allein nach arbeitsmarktpolitischen Zielvorgaben.“

Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) ist der familienpolitische Dachverband in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Quelle: Die evangelische arbeitsgemeinschaft familie e. V. (eaf) vom 04.11.2025

Redaktion: Christin Jauch