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Familienarbeit sichtbar machen – Kinderreiche Familien fordern politische Anerkennung und echte Wahlfreiheit
Der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. fordert mehr politische und gesellschaftliche Anerkennung für unbezahlte Familienarbeit. Statistiken zeigen, dass Mütter und Väter fast gleich viel arbeiten, wenn man bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten zusammenzählt. Der Verband betont die Notwendigkeit echter Wahlfreiheit und angemessener Rahmenbedingungen für Familien.
25.11.2025
Anlässlich des internationalen Tages für Pflege und Unterstützung fordert der Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V. (KRFD) eine stärkere gesellschaftliche und politische Anerkennung unbezahlter Familienarbeit. Diese Arbeit ist das Rückgrat unserer Gesellschaft – sie wird jedoch zu selten gesehen, nicht ausreichend wertgeschätzt und schon gar nicht gerecht verteilt.
Aktuelle Daten des Statistischen Bundesamts zeigen, dass Frauen täglich rund vier Stunden unbezahlte Arbeit leisten, Männer etwa drei. In Familien mit Kindern sind die Zahlen noch deutlicher: Mütter arbeiten im Schnitt fast 40 Stunden pro Woche unbezahlt, Väter etwa 25 Stunden. Zählt man bezahlte und unbezahlte Arbeit zusammen, ergibt sich jedoch ein bemerkenswertes Bild: Mütter und Väter leisten nahezu gleich viel – rund 59 Stunden pro Woche. Der Unterschied liegt also nicht in der Arbeitsbelastung, sondern in der Art der Aufgaben.
„Unbezahlte Arbeit ist unsichtbar, aber unverzichtbar. Ohne die tagtägliche Fürsorge, Pflege, Organisation und emotionale Arbeit in den Familien würde dieses Land stillstehen. Diese Leistung muss endlich als gesellschaftlich gleichwertige Arbeit anerkannt werden“,
betont Dr. Elisabeth Müller, Vorsitzende des Verbandes kinderreicher Familien Deutschland e.V.
In kinderreichen Familien ist die Zeitplanung oft minutiös. Eine vierfache Mutter bringt es auf den Punkt: „Mein Tag hat 18 Stunden, bezahlt werde ich für sechs davon. Der Rest passiert, weil es sonst niemand tut.“
Der Verband plädiert deshalb dafür, dass Familien eine echte Wahlfreiheit brauchen. Die Politik ist gut beraten, endlich Rahmenbedingungen zu schaffen, die individuelle Lösungen ermöglichen – durch flexible Arbeitszeiten, verlässliche Kinder- und Pflegebetreuung sowie eine faire Anerkennung der Sorgearbeit in den Sozialsystemen.
„Solange unbezahlte Familienarbeit unsichtbar bleibt, bleibt Gleichstellung eine Illusion. Es braucht ein Umdenken – weg von der Idee, dass nur Erwerbsarbeit Wert schafft, hin zu einer Gesellschaft, die Erziehung und Pflege als das begreift, was sie ist: eine Lebensleistung“,
so Dr. Müller.
Quelle: Verband kinderreicher Familien Deutschland e.V.
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